Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 6 (1866)
- Issue
- 51 (20.12.1866)
- Date
- 1866-12-20
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/4896751-5428724-5431680--1517-4898000- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Der IsrseMsclie Ichm. ZeitsHrist für die gesammten Interessen deS israelitischen Lehrerstandes und zugleich Organ für den Verein zur Unterstützung hilfsbedürftiger israelitischer Lehrer, Lehrer-! Wittwen und -Waism in Deutschland. J\§ '51* Mainz, den 20. Dezember 1866. (Sechster Jahrgang.) Wöchmtlich 1 Nummer. Vierteljährlicher Abonnementspreis 27 lr. »= 1,4 Thlr. Bei sranlirter Zusendung unter Kreuzband jährlich 2 fl. 12 kr. Anzeigen zu 1 Egr. die Petitzeile. Bestellungen nehmen alle Postämter und Buchhandlungen an. Än dieiSr. Lehrer und Schulfreunde sowie an alle gebildeten Israeliten Deutschland'». Mit der nächsten Nummer schließt der 6. Jahrgang dieser Zeitschrift Co schwierig auch die Lage unfereS Unternehmens im laufenden Jahre in Folge der ernsten kriegerischen Weltlage gewesen war, so haben wir dennoch Grund, .mit den Fortschritten desselben im Ganzen zufrieden zu sein. Die Verluste, die wir erlitten, haben unseren Muth und unsere Hingebung für die gute Sache nicht erschüttert. Hatten ja alle Unternehmungen in dieser unglücklichen Zeit ähnliche Kämpfe zu bestehen I Darum sind wir denn auch jetzt wieder bereit, im nächsten Jahre mit der alten Kraft und dem alten Muthe aber mit neuen Ideen und Plenen auf dem Kampfplatze zu erscheinen, und wenden uns an unsere Kollegen, an alle Freunde des Judenthums und der Schule, mitzuhelfen an dem Werke, das wir begonnen haben und mit Gott fortführen wollen. Schon lange ist der „Israelitische Lehrer" in vielen Lehrerfamilien ein Freund, ein gern gesehener Gast. Ist er ja doch das einzige Bindemittel zwischen den isr. Collegen aller deutschen Gauen! Sprechen wir doch in ihm die Wünsche und Hoffnungen auS, die uns bewegen! Wir bringen frohe Botschaft, wenn ein Fortschritt im Leben ver Schule und deS Judenthums zu Tag tritt, und das Vertrauen auf den endlichen Sieg der Wahrheit kräftigt. Wir stehen theilnahmvoll am Grabe des Freundes; wir haben im vergangenen Jahre nebst manchem Collegen insbesondere den Manen eines großen Tobten, dem größten der deutschen Schulmänner, der nicht unsres Glaubens war und doch so ganz und voll zu uns gehörte, Worte tiefster Verehrung ins Grab nachgerufen, — und so webt aus Leid und Freud sich ein Bild unseres Lebens. — Wir waren noch bestrebt, in mancher Arbeit dem inneren Leben der Schule, der Pädagogik, zu dienen, und vor Allem dm Beweis zu liefern, daßdaSUnterrichten undErziehen eineKunst, und die Pädagogik eine Wissenschaft fei, die die Arbeit eines ganzm Lebens erfordert; daß sie nimmermehr ein Zubehör zu dem Wiffen irgendwelchen anderen Standes oder Berufes, ist; daß daher der Lehrberuf einer selbstständigen, tüchtigm Vorbildung bedarf; daß aber diese Vorbildung auch nur gedeihen kann unter der Hand eines praktischen tüchtigen Lehrers. So sehr wir also auch berechtigt sind, mit Genugthuunz auf unsere Leistungen zurückzuschauen, so gestehen wir doch ein, daß es uns bislang nicht möglich wurde, uns selbst allseitig und vollkommen zu genügen. Unsere Zeitschrift sollte nicht nur ein Fachblatt ausschließlich für die israelitische Schule sein, in ihr sollte auch das Leben der Synagoge, der Gemeinde, des Judenthums überhaupt zur Geltung kommen. Wir wünschten Correspondenzen aus und für die Gemeinde zu bringm, damit der Lehrer Mitteler in der Gemeinde finde, und gerade dadurch unsre Wünsche und Bestrebungm allgemein erkannt würden und die Theilnahme fänden, die sie zu beanspruchen berechtigt sind. Durch gemeinsame Lektüre knüpft sich das geistige Band zwischen Gemeinde, Schule und Lehrer, und die Ueberzmgung, befestigt sich immer mehr, daß die gute Schule das kostbarste Kleinod, der richtige Lehrer der wichtigste Mann in der Gemeinde ist Um diese unsere Absicht aber besser ausführen zu können, bedürfen wir noch mehr Correspond estzen und Mittheilungen über alle Gebiete des religiösen Lebens, über alle Vorkommenheiten im socialen Leben, insoserne sie überhaupt Juden- und Judenthum betreffm. Wir fordern daher wiederholt alle Freunde des Judenthums »ud insbesondere die Lehrer, unsere Collegen, auf, uns fleißig in dieser Richtung mit Mittheilungen über Vorkommnisse innerhalb des Judenthums zu bedenken- Wir sind entschlossen, das Blatt definitiv so zu erweitern, wie das uns vorliegende Material es erheischt, und, eventuell, ein Peiblatt etwa unter gesondertem Namen erscheinen zu lassen,, das Wissenschaftliches ausschließt und nur Nachrichten und Unterhaltendes bietet. Wir find ferner g;rne bereit, solchen Collegen, welche ständige Beiträge dseser Art oder von Zeit zu Zeit einen guten pädagogische, Leitartikel zu liefern versprechen, das Blatt vorläufig grati s zu liefern, so lange die Mittel desselben Honorarzahlung noch nicht erlauben.