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Der israelitische Lehrer · 1866-11-29 · 48 (29.11.1866) · p. Seite 196

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
6 (1866)
Issue
48 (29.11.1866)
Date
1866-11-29
Page
Seite 196 (sequence 2)
Language
German
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196 i. diskutiren, sei daher für die Rheinländer gegenstandslos geworden. Es sollen in diesem Seminare „spezifisch jüdische Lehrer" gebildet werden, die ans der Gottesquelle, dem Gesetze, geschöpft, das auch besitzen und bethätigen, was sie lehren, und nicht, wie die früheren, in den Gemeinden abenteuerten. Er wolle die Einigkeit; diese könne aber nur erhalten werden, wenn beide Provinzen ihre getrennten Seminarien hätten. (?) Die Worte des Erzvaters x: nsn rufe er den Westfalen zu, trennet euch von uns, aber in Liede. (?) Der nächste Redner war Herr Dr. Philippsobn. In geflügelten, klassischen Worten widerlegte erden Herr Schwarz, indem er auch.dasmaterielle Interesse, was bei dieser Frage berücksichtigt werden znuß, mit bekannter Meisterschaft gründlich erörterte, und ldann die Versammlung aurforderte, .sich mit Herrn Löb zu einigen, der nach den billigen Wünschen der Gemeinden sein Stsitut zu ändern bereit sei Rach ihm sprach Herr Ober-Rabbiner Cahn aus Trier n gleichen Sinne, indem er hervorhob, daß er seit 25 Iahien dein Seminar in Münster mit Liebe zugethan sei, daß es würdige Lehrer gebildet und daß er solche „ipezisische" Lehrer, wie sie der erste Redner will, im Interesse des Iudenthums nicht wünschen könne. Hr. Cahn gehörst zu den wenigen würdigen Männern, die stets Farbe, gehalten und nie auf beiden Schultern getragen haben.) Rach ihm sprach Herr Rechtsanwalt Metz aus Petershagen für Erhaltung der Haindorf'schen Anstalt und wies in einer mit attischem Salze.gewürzten Rede die Schrirtverenkungen des Hrn. Schwarz gebührend zurück. Hieraüf. sprach Lehrer Cahn aus Sobernheim im ähnlichen Sinne , und hob besonders die Erziehung der Seminaristen unter ' dem seligen Professor Haindorf hervor. Nach ihm erhielt Lehrer Wolfsdorf aus Erwitte das Wort. Derselbe sagte ungefähr das Folgende: D:e G ünoe für die Erhaltung des Seminars :n Munster seien bereits so allseitig und m:t so hinreißender Beredtiamkeit erörtert, daß er dem nichts mehr hinzuiügen und alii^ aufs Wort verzichten könnte, w.mn nick-t d:r-erste Redner, Herr Dr. Schwarz am die Geschichte Bezug genommen hatte, was auch er thun . wolle. Hr. Schwarz habe von zwei großen Männern ge-'' sprachen, die ein Seminar im Rheinland hätten gründen , wollen. ewwolle sie.n.mnen: der erste sei der Oderrabbiner Carlburg -von Creseld gewesen Was der für das jüdische Schulwesen gethdn, davon schweigt die Geschichte der jüdischen Pädagogik Er wolle aber hier einschaltend eines Mannes, den Schwarz nicht genannt, gedenken; dieses sei der Ober-, rabbiner Dr Ullmann von Creseld, dem die Geschichte der jüdischen Pädagogik stets eines ihrer schönsten Blätter wid- : men und es bedauern werde, daß seiner Thät.gkeit nur eine so kurze Spanne Zeit' von der Vorsehung vergönnt newesen sei. — Der zweite große Mann des erst.n Redners sei Oberrabbiner Bödenheimer in Creseld. lieber ihn stehe das Urtheil der G-ffchichte noch nicht fest, und er wolle heute nicht üb.c ihn urtheilen. Es iei aber wahr, daß auf der Lehrerkonferenz zu Creseld im Jahre 184Ä von einem seiner Freunre die Idee ein Seminar zu gründen angeregt worden sei, daß der Rabbiner dieselbe beifällig aufgenom men habe, daß er (Wolisvorsj aber derselben entgegengetreten sei und deren Beseitigung durchgesetzt habe- Dasselbe habe er später in der allg. Z. d. I gethan, als B. sie hierin besprochen habe lieber die Würdigkeit der aus dem Haindorf'ichen Seminare hervorgegangenen Lehrer solle man einen Oberrabbiner Cahn, der dieser Anstalt seit 25 Jahren in Liebe zugethan sei und den in unserer Mitte weilenden, als große wissenschaftliche Autorität geltenden Mann, der seit 40 Jahren auf der Zinne des Judenthums Wache hält und das blanke Schwert seines Geistes stets siegreich nach allen Seiten schwingt, befragen, welcher es schon oft ausgesprochen, daß die Lehrer jetzt reif und ihre SachL selbst zu führen im Stande sind. (Ja wohl! sagte hier Herr pr. Philippiohn ganz laut.) Ein solch spezifisches Seminar sei schon in Würzburg vorhanden und was die öffentlichen Blätter darüber berichten, lasse es keineswegs als wünschenswerlh erscheinen, eine ähnliche Pflanzstätte am Rheine zu schaffen. Ueber die Verenkung der Schriftverse habe bereits der Rechtsanwalt Metz genügend gesprochen. Die Versammlung möge daher im Sinne der Herren votiren, die für Bereinigung und Erhaltung des Bestehenden gesprochen hätten. Herr Rittergutsbesitzer Löb setzte nun der Versammlung in umständlicher Rede — auf Zahlen gestützt — die Bemühungen seiner in Gatt ruhenden Vorfahren und seine Absichten, das von ihnen Geschaffene zu erhalten, auseinander. Aus seinen Erklärungen mußte jeder die Ueberzeugung schöpfen, daß Löb ein ächtjüdisches, edles Herz besitzt, mit dem sich zu vereinigen und das Bessere zu erzielen, nicht schwer halten wird. Aus seiner Rede führen wir an . daß seine Vorfahren dem Seminare testamentarisch nichts vermacht, daß er aber bereit sei, ihm eine jährliche Rente von 1000 Rthlr. — also ein Kapital von 25,000 Rthlr. — auf eins seiner Güter hypothekarisch eing'tragen, zu schenken, daß vom seligen Haindorf im Gespräche mit ihm ein bestimmtes Grundstück mit darauf befindlichen Gebäulichkeiten als Eigenthum des Seminars bestimmt worden sei, wenn es naa, Hamm verlegt werden würde. Geschehe dieses, lo stehe beides zur Verfügung; wo nicht, bliebe es sein Eigenlhum. Er sei bereit, alle Paragraphen des Statuts nach den Wünschen der Gemeind-n abzuändern; mache aber daraus aufmerksam, daß die Königliche Regierung ohne Rücksprache mit ihm nicht einem in der Rheinpröoinz zu errichtenden Seininare die Concession ertheilen und sie dann wohl schwerlich ertheilen würde. Rach ihm sprach Dr. FeiIchenfeld Rabbiner zu Düsseldorf. „Das Seminar (welches?) soll gegründet werden^, war der Inhalt seiner Rede durch welche er seinen hochgeschätzten Freund Rabbiner 1'r. Schwarz zu rechtfertigen suchte. Ihn antwortete Hr. Dr. Philippsohn in einer schwungvollen Rede, die Alle zum nicht endenwollenven Beifallssturm iortriß. I« dieser Rede wurden die Lehrer glorisizirt, wofür sie ihm Alle zu Dank verflichtet sind. Der Schluß dieser Dtebe lautete ungefähr: Ob unsere Vorfahren schon hier versammelt? die Geschichte schweigt darüber. Ich aber sage euch: sie waren hier versammelt In Nacht und Nebel schlichen sie hierher; beriechen in Nacht und Nebel, wie sie die ihnen drohenden Gefahren abwenden könnten und schlichen dann auch nach erzielter Emmüthigkeit so wieder weg. Wir sind hierhergekommen im Lichte des Tages; wir berathen im Lichte des Tages; unsere Werte dürfen nach oben und unten (ein Polizeikommlssär war anwesend) vernommen werden. M. H! wie es einen Gott, eine Welt, ein Jndenth im gibt, so I

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