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Der israelitische Lehrer · 1866-11-22 · 47 (22.11.1866) · p. Seite 192

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
6 (1866)
Issue
47 (22.11.1866)
Date
1866-11-22
Page
Seite 192 (sequence 2)
Language
German
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192 Wandlung wird dabei gute. Dienste thun. Ist dies mit Einzab! und MebrzM -geschehen, sind dann die Kinder noch mit . em Status confmictuä bekannt geworden, io reicht dies für Schulzwecke Vorkommen hin, weil ein tieferes Eingehen behuis Ueber'etzen au: dem Hebräischen in's Deutsche nicht nothwcnvig, für w'eitergehenve. Studien aber hiemit schon eine genügende elemeniari'che Grundlage geboten ist. Nachdem in solcher Weile der Schüler bei Vorkommen das Dingwort zu übersetzen, Wurzclbuchstaben von Formbuchstaden zu unterscheiden weiß, genügt es, in gleiüer Weise die Zeitwörter zu -behandeln Zuerst wird die Gelegenheit , »nützt, die Formbuchsiaben dcr Vergangenheit kennen zu lernen; diese werden dann, wo sich zur Zeit keine praktische Gelegenheit b'ietct, ergänzt, ziilammengkstellt, und an Musterworten -fleißig emgeübt. Ebenso die Zukunft, dann die verich ev.nen z'y:z i Konjugatiomn). Ein Eingehen aus die unregelmäßigen Zeitwörter ist nicht an;urathen, weil schweb durchsuhrbar. — Weil aber der crrammatijdje Unterricht nur den lieber-, setzu gSzwecken dienen soll, so wird es nöthig fein, daß er in dem 2. oder 3. Jahrgang des hebräischen Un terrrchtS lo ziemlich zu Ende geführt wird, damit er bei,den fortgesetzten Uerersetzungsüruygen zweckdienlich nutzbar gemacht werden kann, und später nur gelegentlich wiederholend einge bt. zu werden braucht.'.Ein weiteres Eingehen am Liesen Gegenstand halte äch nicht für nöthig. B ü cd e r f cf» o u. Die Apokrypchcn.. Nach. dem griechischen Terte übersetzt von r. Eancl. Berlin le>Gß Louis Gerschel. Eine Bereicherung der W.sstuichast ist mit diesem Buchei n cht gegeben. Es imthält die nackte Uebersctzunz ohne Einleitung, ohne Annlertuureu. Man öeabsichtigt nurden Besitzern der Zimz'sa en Brbelüberi.tzung auch die Lektüre der Apokryphen zu ermö lichen. Das Buch kündigt sich daher auch als einen Anhang jener Bibelübersetzung aiz. Der Styl dieser Uebersetzung ist nr't der manirirte Bibelton, wie in der Zunz'schen Uebersetzung, der auch trotz des griechischen Originals hier nicht zu erzielen gewesen wäre. Wir halten diese Abweichung iudcß für keinen Nachtheil des Buches. Ob mit dem Erscheinen ein sehnsüchtiges Verlangen des Publikums 'befriedigt worden ist, weil es die kanonischen Bücher der Bib»l bereits zu wiederholten Malen zu Ende geleien^bezweiseln wir. Dennoch freuen wir uns mit diesem Büchlein mnd empfehlen es. R. Predigten von Or. Mickel Sachs. Aus dessen Nachlaß herausgegeben von De. David Rosin. Berlin. 1866. Louis Gerschel.^Von diesem Unternehmen liegen bereits 2 Heile vor, Fest- und Sabbatpredigten. Sachs war ein Prediger von Ruf von großeni Ruf. Diesen Ruf wollten wir ihm ungeschmälert lasstn, schon nach dem Grundsätze de mortius nil nisi bene. Aber ein vollendeter Meister war S. uicht und Musterpredigteu sind die vorliegenden darum auch nicht. In der Vortragsweise und Gestikulation j hatte S. sogar manches Arrftößige, und seine Diktion, i Jelbft irr die'en gedruckten Reden bietet manche undeutsche,! um nicht zu sagen, jüdische Construction. Wir bedauern, daß die vorliegenden-Predigten nicht nach Jahrgängen gei ordnet sind, um zu erfahren, ob der strebsame Mann auch i als Prediger nach Vervollkommnung gerungen hat Denn in manchen Predigten scheint uns wirklich ein Unterschied : und Fortschritt bemerkbar. Zweifelhaft ist indeß auch, ob . S. in dieser Form seine Predigten der Oeffentlichkeit über- I geben haben würde, Manches kam uns vor, wie im ersten j Entwurf, wie ein 8ilva idearum, ein dichter, von Jdeen- Pflanzungcn überladener Urwald, der noch erst der Lichi tung bedarf, um gangbar gemacht zu werden. Die Sprüche! ist fließend, reich, aber wir finden keine entsprech.nde Gedankenfülle it eigenem plastischem Ausdruck, sondern ein B.eittreten u«d Verwässern der Gedanken. Auch da, wo cs zu erwarten stand, vermißten wir di? bilderreiche, pathetische Sprache, und dennoch tritt anderswo die Absicht, zu Thronen zu rühren, hervor. DieEmtheilung der Predigten in natürliche, als bei vielen anderen Predigern der Vor- und Jetztzeit, frei von dem spanischen Schnürstiefel der Kant'schen Logik, den sich jüdische Prediger vielfach von der christlichen Schftle anlegen ließen. Dagegen war S's Gang und Bewegung hierdurch io frei und ungenirt, daß er mitten in oder am Schlüsse oer Predigt oft zu einem andem Thema übergeht Hierdurch wird auch die oft übermäßige Länge'einer Predigten erklärlich. Wir begrüßen trotzdem diese lrteraische Erscheinung als eine willkommene. Das lebende, wie prsdigende Publikum wird Vieles daraus lernen. 1 R. Dcnkpredigt :c. von Moi'es Mendelssohn, herausgegcben von Or. M. Kay'erling. Berlin, 1866. Louis Gersüel. Diese Prediat wmde von M. für den Oberrabbiner Frankel zur Feier des Sieges in der Sch'acht bei Leuthcn verfaßt; ein interessantes Aktenstück, welches sich aber als historische Reliquie hier unserer Beurtheilung entziebt Als auffällig müssen wir jedoch bezeichnen, daß M. König Friedrich als einen unschuldig unterdrückten und verfolgten hinstellt, dem der Sieg und die göttliche Hilfe von vorn hereui gewiß gewesen sei. Nehmen wir auch-an, daß der 7jährige Krieg trotz der Offensive Fcievrich's von Oesterreich veranlaßt worden war, so lag doch für Letzte.es ein Grund zu diesem Rachekrieg in den vorausgegangeneu schlesischen Kriegen, welche Angriff-, und Eroberungskriege Preußen's waren. Vor Gott geziemtes sich, nur die Wahrheit, die reine Wahrheit und Nichts, als Wahrheit zu lagen. R Wochenbericht. Li pp st übt, d?n 1-\ Rov. Die politisch: Umgestaltung unseres VaterlaiidrS aab auch den jüdischen Lehrern die erfreuliche Hoffnung, daß die Zeit ihrer Besserstellung seitens des Staates n5h.r ge ückt sei. Das dringende Bedürsniß ru einer gemeinsamen Besprechung-wurde daher vielseitig anerkannt, besonders als die Seminarfrane auftauchte, die das warme Jnteress: der Lehrer in Anspruchs nimmt. Da nun auch noch die für diesen Sommer projektirts Confer'»; der Lehrer Rheinlands und Westfalens Verhältnisse halber unterbleiben mußte, fanden sich einige bier umwohnende Ährer bewogen, eine Lehrer-Vcrsammluig auf den 31. Oktober nach Rbeda zu veranlaffen.

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