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Der israelitische Lehrer · 1866-11-22 · 47 (22.11.1866) · p. [Seite]

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
6 (1866)
Issue
47 (22.11.1866)
Date
1866-11-22
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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V Kr Jj'irartiti'irlu’ Iekrer. Zeitschrift für die gesammten Interessen'des israelitischen Lehrerstandes j - und zugleich Organ für den Verein zur Unterstützung hilfsbedürftiger israelitischer Lehrer, Lehrer- Wittwen und -Waisen in Deutschland. J\§ 47* * Mainz, den 22. November 1866. (Ssokslsr Jahrgang.) Wöchentlich 1 Nummer. Vierteljährlicher Abonncmentspreis 27 Ir. — >/« Thlr. Bei frankirter Zusendung unter flreuzband jährlich 2 fl. 12 kr. Anzeigen zu 1 Sgr. die Petitzeile. Bestellungen nehmen alle Postämter und Buchhandlungen an. Zleöer den Unterricht in der yeör. Grammatik in der jüdischen Uotksschule. Von L. Nach den Ansichten, die über den Volksschulunterricht . überhaupt und über den hebräischen Unterricht bei den Israeliten insbesondere herrschen, könnte es überaus fraglich sein, ob in der jüdischen Schule auch noch in diesem Gegenstand unterrichtet werden soll. Man ist in der Volksschule dem sprachlichen Regelwerk abhold und wenn man auch in der neueren Zeit wieder mehr der besonderen Sprachstunde zusteuert, so wird man doch die Ansicht fest halten, daß dieser Unterricht auf eine mehr praktische Weise ertheilt werden muß: das Kind. soll vermittelst des Sprachunterrichts befähigt werden, das Gelesene zu verstehen und sich! richtig und corrcct auszudrücken. Was nicht auf diesem j Wege liegt, wird keine Gunst bei den Lehrern der Jetztzeit j finden.! Wie nun mit der hebräischen Grammatik? Sie setzt | voraus, daß das Kind die deutschen Cprachregeln versteht, und daß es hebräisch tüchtig lernen will. Wo das Hebräische nach der originellen Schrift;vot rn:o eingetrichtert wird, ist wobl hebräische Grammatik durchaus unnöthig. Wo-; aber der Lehrer die Absicht hat, die für das jüdische Leben unbedingt nöthige Kenntniß der jüdischen Liturgie als den bedeutsamsten Theil des praktischen ReligicnsunterrichtS kräftigst zu stützen; wo für die Knaben die Kenntniß des Pentateuch in Aussicht genommen wird, dürfte es doch ge< boten sein, einigen Unterricht in der Grammatik zu erthei- *) A propos ]rO! pmo. Der Redaktion ^dieser Zeitschrift ist wohl diese famose Schrift — ein homöopathisches Mittel für die an ihrem Judenthum kranken Schüler — unbekannt*). In Folge günstiger Recensionen hatte ich mir die Schrift angekaust. Was finde ich in derselben? Einige 66 Sätze aus den Gebeten, wo alles, was das Kind Hebräisches erlernen soll, aus 6 Seiten steht! Was noch daneben ist, — für unsere Schulen durchaus unbrauchbar — kommt hier nicht in Betracht! — Wenn mir große Gelehrten keine Schulbücher schreibm wollten und die Recensionen nicht die Personen berücksichtigten. — *) Doch nicht, wir hatten dieselbe in einer der ersten Nummern des rrstm Jahrgangs dieser Zeitschrift in erster Auflage zur Recension, und unsere Ansicht deuUich genug ausgesprochen. Red. ’ len, weil sonst der hebräische Unterricht ein rein mechanischer sein würdr-mckr als solcher hem schleunigsten Wiedervergessen geweiht wäre. Die Zeit, wo die strenge.Orthodoxie gegen den Unterricht in plipp eiferte, dürste wohl auch vorüber sein *).! Vielmehr stimmen alle strebenden und ihre Aufgabe begreifenden Lehrer der Jetztzeit bezüglich der- Wichtigkeit dieses Gegenstandes überein; alle kennen seine Schwierigkeit und suchen den rechten Weg. Manche Lehrer thun in dieser Richtung des Guten auch zu viell Insbesondere ist die Beherrschung des Materials schwierig und Einschränkung thut Noth. Sehr leicht führen die eingeführtcn Grammatiken auf Abwege, weil sie die Lehrer verleiten, Zeit und Kraft auf viel Unnützes, auf Leseregeln, Eintheilungen der Buchstaben, Silben und Vokale j u. vgl. zu verschwenden, die für die praktischen, zum Uebersetzen nöthigen Uebungen nicht fruchtbringend sind. Man I ist fast einverstanden darin, daß der Unterrichtsgang in der hebräischen Grammatik ein vorwiegend analytischer sein soll! und daß er schon mit der ersten Unterrichtsstufe im Hebräischen zugleich beginnen muß. Gelegentlich wird so der _ Lehrer beim Uebersetzen zuerst auf die Susfixa aufmerksam machen, indem er die Bedeutung der betreffenden Anhänge- I silben hervorhebt und schließlich die in solcher sWcise auf analytischem Wege gefundenen Susfixa züsammenstellen, ergänzen, an einzelnen regelmäßigen Musterworten fleißig einüben läßt. Recht viele und' häufige Wiederholung der Ab- *) Dies« im Stillen verlausene cigenthünüiche Opposition gegen pnpl war wohl weniger die Folge religiöser Bedenken — oder witterte man in den Bestrebungen Bensews und Wesiely'S Morgenluft? —als in dem Widerwillen gegen strenges regelrechtes Denken u»d in der oft enormen Unwissenheit der polnisch-deutschen n’nns und D1“-1?- der Uebergangsperiode. Bekannt ist die originelle Anekdote: Was ist, ftagt der Rabbi, für einen Unterschied zwischen dem „Chacham" und dem .Roscho" in der Hagada? Sagt doch auch der Chacham:, nnjn HD CQHX ' " n,s U1 wie der .Roscho" nxtn rrropn np D3P? also T? Npi cvb?I Tu, „Chachm" versteht nichts von? pnpi, Dir ist der Unterschied zwischen ilb und c:-i> unbekannt. Aber Du J/tn, Du lernst pnpi, Du weißt den Unterschied und sagst doch Ovs>. ,

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