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Der israelitische Lehrer · 1866-10-18 · 42 (18.10.1866) · p. Seite 172

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
6 (1866)
Issue
42 (18.10.1866)
Date
1866-10-18
Page
Seite 172 (sequence 2)
Language
German
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172 äbei wir behaupten, daß oies eben nicht lein dürfte, daß dar- Seminar unter keiner -Bedingung sich entwstr-! diaen uiw degradiren darf, daß das notpoendige Maas von Baröilaung vorhanden sein oder das 2'emmar ferne Lehrjahre weiter erstreckenmuß. Wir glauben aber auH daß eine sorgfältige Benützung der Zeit, daß ein wohlduraisachter padäg.ogisch.er Lehr- und Stundenplan, daß in-deionde.e em du chgreiiend m.thodi.cher Unterricht auch bei einem ge.iuqeren A.liwaild von Zeit und Kraft die Zöglinge b»Iahigen Müßte,.sich im Semmar ioweit vorzubiiden, daß sie ihre Ausgabe als Lehrer in allen Fächern errüllen können, und, w..S insbesondere nur der Erfolg methodischen oder, sagen wer auch, elementariich-entwickeln- - den Uiiterr.chts u sein pflegt, daß u~- sich selbst fortbilden können und solle.!. Las Le<uinar ist die Hochschule der Legrer. Sein Z w. ck ist die Fachbildung; es muß v-n Zögliul,- Zugleich befähigen, .n allen in s ein «Fach eiuichtagigem Gebieten sich sortzabilden, und auf der Höhe der Zeit sich zu erhalten. Liefe Befähigung schließt in gutgearteten regelmäßig -entwickelten Naturen den Willen zur steten Fortbildung in sich. Enulll das Seminar in-Hannover oieie Aufgabe? . Nur v:e hebräischen und. Veligiö'en -Fächer veroen ei-! gentiich von ord-mtlichm Lehrern unter ächtet, die übrigen s Fachern sind zumeist christlichen Hufslehrern aus der Stadt s übertragen. Das ist aber' «zit vielen Unzukömmlichkeiten verknüpft, indem diese Unlerr.chlsfächer-dann nur zu ungehöriger und unzulänglicher Zeit, miDbann natürlich nicht mit de: durch-- > aus nathig.'ll Kraft und Umsicht unterrichtet werden können »iD so mi: dem Unterrichtsplane nicht genug in Har-nonie stehen S o w u r - e. bsi'pieuv.'i'e. von einem chrisilichen H i l ä s l e g r e r P u d a g o g: k!i u; w e -> späten N a chmi ttagssi .:noeü der- Woche unterrichtet. Das aber '.st eine der ernst me»: Anforderungen an ein gutge- | leitetes Seminar, daß d.. verschiedenen Fache.' mit e:aan-! dee in voller Ha .uoiue stehpnj sich-aus einander beziehen,! nnt gleicher K..il und a-eicher Hingebung zu den jeweilig Qil'prech.ribcn Tagessiunöen unrer.ialet werden, und daß Lehrstunden und Unterrichlsplan mustergültig sei, damit der Leuiinari'i an sich ielbst die Bedeutung planvollen Unterrichts und gehöriger Harmonie der Kräfte eriah.e. Das Sen.i.iar zu Hannover entbehrt ferner einer mit demselben enaverbundenen Musterschute. Tie ch.-a.naii'tea werden wohl von Zeit zu Zeit 'in e.ne Unter.! äsanstait ger -hrt, um dorr sich im prakli chen Uirterrrchte zu üben, allein Las ist ungenügend. Ein? mit dem Sennnar auis Engste verbundene Äusterichu:-" istdas erste E'.w dermß einer Lehrerbildungsanstalt. ' „Die Praxis ist deshalb für den Lehrer die Matter der Wsish'ert'.und Vas Lehren-emenar hat al'o neben der Theorie d-er Aiithro'pologie und Pädagogik weien'entlia! i-.-n; Zöglinge in die Pr-rres der Ecziehungskunft einzafi.heen, damit ste :n der Schulstube die Gesetze der Erzi.hung aazuwrnven, den Unterrichtsstoff zwecken!-, sprechend nach Art und Zeit;ü reichen, das geistige Lel'en der Schüler anzuregen, aut Gesinnung und Leben derselben z r wirken, eine größere Zahl und einzelne Abteilungen von ihn n zii gleicher-Zeit in Thätigkeit zu fetzen, sich die Anhänglichkeit uns Achtung derselben zu erwerben, sowie ihr Thun richtig zu beurtheilen und zu leiten verstehen. Dazu dedarfs der lorgsamüen Uebung, weil Uebung allein den Meistw macht." „Um dieses Ziel in der prackisch-pädagb« gischen Bildung der Seminar,,teu na erreichen, sollen zunächst die Sem.narlehrer in ihren Lehrstunden oea Seminaristen als Master dienen. Weiterhin müssen die Seminaristen durch methodologisch praktische Ueoungen zum'eigenen llnterrichtgeben in der Religion, im Deutschen,! in der Zahlen- und Raumlehre rc. rc. sowie dadurch vorbereitet weroen, daß m besouoeren Lehrstunden oie Lehrgänge! in allen diesen Unterrichtszweigen, und zwar so wie ste in der schule oorgetragim werden sollen, mündlich dnrchge'vrochen und scheifrUch ansgearbeitel werden worauf das Ausges- und Erarbeitete von den emzelnen Semüruristen theils mit und vor den übrigen 2e ninaristen, thells ..ut Kindern aus der Sem.narmustecschule in Probelectionen vorgetragen reip. verwerthet weroen soll. Der Besuch der Leh.stnnoeu des Musterlehrers in der Seminarschule zeigt.dann oen Seminaristen durch die That, worauf sie bei ihrem eigenen Unterrichte zu achten haben, sowie die Kritik ihrer Genoffen unter Leitung des Lehrers die Fehler in der Methode, im Inhalt und in oer Form oes Unterrichts, die sie bei ihren Probelektionen machten, hervorhebt. Der Schluß aller dieser Uebungen ist selbstständiges Ertheilen von Unterricht in der Seminarmusterschule unter Controle djr Semin .lehrer: durch Lehren wird zuletzt der Lehrer ein Lehrer."*) Bei orr innigsten Hochachtung für die Wirksamkeit der Lehrer am Seminare zu Hannover und in der vollsten Ueberz?ugu»g, daß jene Männer das Beste ihrer Zöglinge wollen und das höchste Ziel anstreben, könnten wir doch nicht umhin; unsererseits mit aller Beicheioenheit, dieuns gegenüber solchen Männern zusteht, aus das hinzudeuten, worauf die Anstalt zu achten hat, wenn sie bei der zu erwarteten Umgestaltung zu einer Lehrerbildungsanstalt im höchst-a und vollsten Sinnerwerden will; und wir glauben, daß in diesem Falle — aber auch nur in diesem — die Krisis zu überdauern, die Anstalt cldstständig ohne Unterstützung vo» Seiten der Regierung sortzuleben im Stande ist, was wir aufrichtig hoffen. * (Forts, folgt.) Oer Lehrer muß seine Zeit kennen und verstehen lernen. Ich dürste nach Weisheit, doch tief ist der Grund. In ders gar hochgeheuben Wogen unserer gegenwärtigen Zeitströmung streichen Begriffe unv Ideen so hart aneinander, reiben Ansichten und Meinungen sich so sehr, daß es oft schwer fällt, das Waare vom Fälschen zu unterscheiden und namentlich die herrschenden Zeitideen herauszufinden. Es ist mit diesen Zeitioeen etwas gar Wunderbares Sie fahren, rasch wie der Bltz, zündend in die Geister der Menschen. Woher sie tommenl Wer mag das sagen? In blauer Lust schweben sie nicht. Mögen wir nun daS Erscheinen derselben Resultat menschlicher Forschungen, oaec *) I»r. flarcl Schmidt, bi« Reform bei Lehrerseminar«.

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