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Der israelitische Lehrer · 1866-10-11 · 41 (11.10.1866) · p. Seite 169

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
6 (1866)
Issue
41 (11.10.1866)
Date
1866-10-11
Page
Seite 169 (sequence 3)
Language
German
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— 169 — big aber war et nicht. Nothwe"dig war nur, daß sich Herr Bamberger der Zöglinge de» k. Seminarmit Ernst und Elser, mit Hingebung angenommen hätte. Ist vornrtheil-volle Eingenommenheit geaen Zöglinge, die eine seit vielen I ihren frequentirte Lehranstalt. zu ihrer beruflichen Au-bildung besuchen und besuchen muss n, nicht eine Sünde? Jetzt das nx p ’in not >)2S Q-ixn Sa nicht as p im )>"v res Herrn Distrikts- Rabbiner-? Dann wären die künsligen Lebrer von den Gemeinden mit we t mehr Vertrauen begrüßt worden und die jetzt und seit langer Zeit im Amt' stehenden Lebrer hätten sich ihres Nachwuchses freuen können. Aber jetzt? Die orthodsresten Gemeinden werden jungen Männ ra mit Mißtrauen begegnen, die dieser auf dem Boden einer einseitigen Pirtei stehenden Anstalt ertrachsenstnd. Die lastklöstrrlitzeEinschränkung der Zöglinge dieses Seminars, ihre sehr einseitige Ausbildung wird sie nicht zu Männern werden lassen, die mit freiem Blicke ins L.ben - schauen, die Bedürfnisse deS Lebens kennm und sie;u würdig n wissen. Es wird besten Kalles Stubenhocker, einseitige, verschüchtcrte Bochurim, kalte Büchermenschen und Fanüik r geben, wenn nicht da- Leben, daden Zaun wegreißt, auch jeden Halt mit sich n'mmt, den die unfreien Menschen in der Hausordnung finden, und da- Gegentbeil von dem au» ihnen macht» wa» man bezw eckte. Auch sehr möglich. Und Wern Ludwig Stern beispielweiseauch der tüchtige Pädagoge ist, der er nach semun Lesebuch zu sein scheint; imm rhin bleibt er für uns und für d>e Gemeinden, wie Fama sagt, auh der pseudonyme „Gabiah den Psisah", der den Zmkapfel in die württemberg'schr Gemeinden geworfen tat. Und da darf mm das Auge einer so n um Schöpfung gegenüber nicht schließen, sondern maß mit Ernst und Aufmerksamkeit dir Resultate derselben prüfen. Noch ein Wv't mit demHerrn Corre'pondenten des „Israelit", — in Frieden Es geschieht blos der Consequen; willen. Derselbe sagt ironisch: „Schade, daß der „Israelitische Lehrer" nur von seme« Corcespondenten gelesen wird." , Nun muß der „JSr. Lehrer" doch auch von diesem Correspondenten de» „JSraelit" gelesen worden feinL Gehört er wohl auch zu den Correspondenten des „Jsr. Lehrer?" Dis scheint doch -"ach Allem nicht der Fall zu sein. Oder doch? Trägt der Herr Correspondent, der Freund der (Würzburger) Lehrerbildungsanstalt" vielleicht ein doppelt S Gesicht? Er gibt sicherlich auch unter den Correspondenten des „Irr. L'hrer" fromme, ja frömmere Männer, als manche der geehrten Correspondenten deS „ISraelit" sein mögen. Aber, das glaube ich doch, daß Sie, verehrter Herr College, Ihre Leute genugsam kennen, nm sich vor solchen Correlponde^en zu düt.m, die -ein doppeltes Gencht traun, (2S2 nnrei ,123 inx) Die Wahrheit über Alles5 Die Bebauvtnng deS Correspondenten des „Israeliten" ist also eine Jncons quenz. Und mit —'■ — „inconscqucnt n" — Menschen wollen wir ferner nickt» zu schaff n bav n. Darum, Adieu! Ist das Würzburger Seminar eine lebenS'ähige, heilbringende Anstalt, dann wünschen auch wir ihr Glück, Heil und Segen! Ist sie's nicht, nun dann wird die Zeit sie entwurzeln, wie sie schon so manches Andere entwurzelte und der Vergessenheit überlieferte. — Aus „Meklenburg-Schwerin." dem Lande de» „Stockes" wird der VolkSzeitung ein Monstrum einer Verordnung mitgeth ilt. Auf Ansuchen de» Landes-Kürsch-, neramts veröffentlichen Blrgermeister und Rath der Sta t Güstrow in der Rostockcr Zei ung vom 30. Sept. zwei Para- Kaphen einer landeSbetrlich confirmirten AmtSrolle für die Bantiterer und Kürschner von 1786 (!) zur allgemeinen Nachachtung, worin allen Schneidern, Hutmachern, Keufleaten und ohne Unterschied allenJuden beiSt-afe der Cov.fiscation untersagt wird, außerhalb der Jahrmärkte mit fertigen Kürschnerwaarm als Caputzhüten, rauhen Mützen, Pelzen, u. s. w. auf dem Lande und in den Städten zu handeln, oder damit zu haustren re. ,r. worin ferner den „Kärnern, Krämern und allen Juden ohne Unterschied" der Verkauf und das Hausi"e» auf dem vlatten Lande mit Grauwerksfellen, Bäuchen, Fut» tern zu Saloppen und sonstigen Kürschnerwaaren bei gleichmäßiger Confiscationsstrafe verboten wird." Ein sehr dem Fert» schri't zugeeiznetes Glied deneuen norbdcuts Yen Bunde», diese» Meklenburg; Prügel, Zunstgesetze, Absperrung gegen Zvllve-e-n unfreie Wahlen und — für die Juden Ausnahmsgesetze; da» stnd Bestrebungen— und Einrichtungen, dir stets Hand in > Hand geben.! Aus Oesterreich tbeilt man neben Anderem dem „Fr. Journck"- als Symptom der immer weite-st'ebenden reaktionär m Strömung der leitenden Kreise und a's Beweis für den immer steigenden Einfluß des verbitte'ten Cleru» auch mit, daß man in Ungarn der Einr chtunq tübtiger jüdisch-deutscher Schulen die größten Schwierigkeit^ entgeqmstellt, und mit freudiger Bereitwilligkeit die zur Bersumvfung de» Volke» so viel beitragenden Orshodormschulen unterstützt und fördert. Der Versöhftungstag. <1,8 Zrsvä puräon.) L'Eoenement, ein Pariser politisches Journalenthält in Nr. 318 vom 19. September an seiner Spitze einen interessanten Artikel über den Veriöhnungstag, den wir hier unfern Lesern in der Uebersetzung bieten. Ec lautet, also: „Zur Stunde, wo dieses Journal erscheint, beginnt sich eine lebhafte Bewegung der Israeliten zu bemächtigen, denn der erste Stexn die'es Abends wird ihnen das Züchen zu einer großen und strengen religiösen Feier geben, welche 24 Stunden ohne Unterbrechung andauert. Es ist der Versöhnungstag. Man bat mich, über diesen Gegenstand zu sagen, was ich weiß, und ich zehorche um sv lieber, als ich glaube, daß diese Einzelhe ten unfern Lesern von lebhaftem Interesse sein werden. Der BersöhnungStag tst der letzte erhebenste Abschnitt ^iner Zeit der Buße undiReue, Die mit dem neuen Jahre der Israeliten beginnt/ und mit dem ersten Sterne, dev Morgen Abend am Himmel erscheinen wird, endigt. - Die Legende dieser Tage ist schauerlich und naiv zugleich. J Am Neujahrs tage sagen die alten Israeliten, diejenigen, welche die Ueberlieferungen in Gmubensformen mit all' ihren Conseqmnzen bewahrt haben, /schließt der große und furchtbare G tt die Rechnungen/der Menschen ab. Unterstützt von deti Engeln, durchgeht Gott das Buch, wo die guten und schlechten Handlungen bjex Sterblichen eingezeichnet, und zieht die Man; von jedem Gewissen. Zwei Tage reichen kaum für diese erhabene-Arbeit. — Am Abend dieses zweiten Tag's, denn das Neujahrsfest währt 48 Stunden, hat der Herr das Soll und Haben aller semer Kinde« festgestellt. Von der Höhe des Himmels bestimmt er die Zukunft der Gläubigen nach ihren Handlungen. Di: Geschicke eines Jeden sind für das kommende Jahr geordnet, und mit seiner allmächtigen Hand bezeichnet der Schöpfer dem j Todesengel diejenigen, welche unwürdig unter der Sonne zu leben, von der Erde verschwinden müssen. Indessen alle fährt die jüdische * * Hoffnung ist nicht verloren. Der Herr Legende fort, will nicht durchaus den

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