Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 6 (1866)
- Issue
- 39 (27.9.1866)
- Date
- 1866-09-27
- Page
- Seite 160 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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mit Gründen nicht fechten läßt, so wußte id* nicht teffer zu antworten. Nun aber ist bald :"’*). Die Sünde, D’nszr vtiaa fällt mir -aufs Herz., Und nach den Festtagen, wenn die kurzen Tage und lange Abende kommen und die Schule wieder beginnt, — wie soll es da werden in Praxi? Ich gesteht, daß ich in einiger Verlegenheit bin, und gewiß mit mir viele Collegen! Die Frage wegen.den Hausarbeiten ist eine praktisch und pädagogisch wichtige, und obwohl mir bekannt ist, daß die namhaftesten Vädaaogeu sie bereits eingehend besprochen haben,**) werden Sie voch auch meinem Not-, schrei freundlich eine kleine Stätte in Ihrem geschätzten Blatte einräumen. Belleicht, komme ich später nochmals mit demselben Kapitel, das mich nun eine Weile beschäftigen soll. Bor Allem möchte ich heute nach zwei Richtungen meinen geschätzten College» das Nachdenken warm empfehlen. Zuerst nach der leidlichen. Die Lateiner sagen: (Ich brn kein Lateiner, bringe deshalb die Stelle aus deutsch) Nur in einem gesunden Körper wohnt eine gesunde Seele. Nun sind aber 5 oder. 6 Schulstunden des Tages mehr als genug Sitzstunden fürein Kind, das in oen Jahren seiner körperlichen Entwicklung auch der freien Lust, dcr Bewegung, des Herqmtummelns bedarf. Wollen wir unfern Kindern dieses rauben? Wollen wir unsere Kinder wirklich so still uno „angeblaßt* haben, wie Herr B. sagte, daß diejenigen zu L. seien? „Die Kindheit und Jugend — soll die Zeit der Munterkeit, der körperlichen Hebungen, des Vergnügens und der-Freude sein.* (Basedow.) „Wie? Gymnasium nennen die letzigen- Menschen die Stätte, Wo die Jugend — versitzt, ach, wo-der Körper vervirbt, Den Lrt, wo er murre geübt, bezeichnet der Name. Bei den Hellenen war Thal, aber wir — reden davon.' Göthc. „Gönne dem Knaben zu ipielen7 in wilder Begierde zu toben; Rur die gesättigte Kraft kehret zur. Annmrh zurück." Schiller. Das sollte ein Bedenken sein gegen Ueberhäufung mit Schularbeiten. Unsere Pflicht als Erzieher erfordert mindestens eine gleiche Berücksichtigung für die Gesundheit des Leches als sü . die Gesundheit des Geistes. Daß der Lech Roth leidet, wenn außer C Schulstunden «och die freie (?) Zeit zu »ehr mit Hausarbeiten belastet wjrd, ist außer Zweifel. Ader, wird die Schule nicht nothwendrg der Ergänzung durch die häusliche Beschäftigung bedürfen? Auch dagegen möchte ich'ein Bedenken, —für heute noch eins, aber ein wichtiges äußern. Der Lehrer soll den Geist nähren, — das ist seine Ausgabe, die Aufgabe der Schule. Nun aber wird ei» guter Nährvater für den Körper seinem Kinde so viel Nahrunzsstoff bietenals es zu seiner körperlichen Erhaltung und Entwicklung bedarf. Und so muß auch die Schule hinreichend Getstesnahruyg bieten, und die gesummte geistige Kraft in An pruch nehmen- Der Lehrer muß mit den Kindern einüben. was emzuüben ist. Das ist besonders in kleinen emklasiigen Schulen nothwendig, wo ja an und für »X Vorbei. ' (Red) **) So Dr. Lppel, an vor Musrerschule in Frank lütt. Doch ist mir di« Schrift leider nicht bekannt. Auch mag sie sich, da sie großstädtische Fälle im Auge har, hier nicht als zutreffend erweisen. Auch Schnell bespricht den Gegenstand in „die Beschränkung des Schulunterrichts". sich Zeit 'genug ftkr Selbstübungen der, Kislder verwendet werden muß, wä de? Lehrer seine Hauptaufmerksamkeit immer nur einer oder der andern Klaffe zuwenden kann Ich denke mir aber, eS wird noch leichter sein, wenn der Lehrer seine ganze Zeit und Kraft einer Klaffe, -guwenden kann. Denn, da bleibt ihm Muße, das, wckß Sr'einzuüben hat, auch zu beaufsichtigen. Das ganze MaaKvon'geistiger Kraft muß für und beim Schulunterrichte arumbraucht werden. Dann aber muß das Kind auch'geistig ruyeN, frisch» Kräfte, nach Beneke „neue Urvermögen*, die» insbesondere während des Schlafes kommen, „an'ammeln". Jede Ueberladung stört die geistige Verdauung. Bietet die Schule nicht die entsprechende Maffe geistigen Nährstoffes, so ist sie nicht, wie sie sein soll, so macht sie den Geist schlaff. Das wären zwei Gründe gegen die Hausaufgabe«. Dennoch verwerfe ich ste noch nicht ganz. Ich werde darüber vielleicht bald mehr schreib n.*) Aber ich muß Sie um Zeit bitten, denn ich bin, wie Sie sehen, gegen das viele Arbeiten nach der Schule, — und darin möchte ich dann auch so viel Recht haben, als meine Schüler. Und doch bitte ich Sie, jetzt schon,' was ich eben schreibe, in den „Jsr. Lehrer" auszunehmen/ Vielleicht findet sich eine geschicktere Feder, die mein Thema aufnimmt und durchführt. Wo nicht, so bin ich bereit aber langsam. Der L ch u l st a u b. Ein g oßer, für die Gesundheit und den Schönheitssinn gewiß höchst gesährlicher liebelst rnd ist in vielen unserer Schulraume der Staub und überhaupt die Unsauberkeit. '■li sollte wirklich mit aller Macht dahiu gewirkt werden, daß jedes Schulzimmer durch eine zwar einfache, aber zugleich auch geschmackvolle Ausstattung sich auszeichnete, daß es auf die Eint elenden einen wohlthuendeu Eindruck hervorb. ächte und den Schülern einen angenehmen Aufenthalt böte. Jeder Lehrer sollte dahin arbeiten, daß sein Schulzimmer wenigstens einer reinlichen Wohnstube gleichzustellen sei. Um die -chulstuben rein zu erhalten, muß natürlich der Staub beseitigt werden, mit dem sie in der Regel ganz überreichlich bedacht sind. In Nr. 13 des „Schulboten für Hessen" werden die Ursachen des vielen Staubes in den Schulen zufammengestellt. Zwar sind sie allbekannt, aber es ist gut, zuweilen an sie zu erinnern, weil die Ursachen zugleich auch Mittel zur Abhilfe an die Hand geben, deren Anwendung oft verabsäumt wird. Es heißt daselbst: „1) Die Fußböden der Schulklaffen taugen gewöhnlich wenig. Da die Aufsichtsbehörden und Baukomm.ffioneu oft nicht streng genug sind, so werden sie flüchtig und schlecht gelegt, schrumpfen daun bald ein und klaffen häufig schon im zweiten Jahr. Die oft fingerbreiten Spalten füllen sich mit Erd- und Staubtheilen und führen dann der Luft unausgesetzt die beklagenswertheu unreinen Stoffe zu. 2)'Das Ein- und Ausgehen so vieler Kinder wird gewöhnlich zu wenig beaufsichtigt und nicht streng genug geregelt. Die Eingehenden werden nicht genugsam angehalten, vor dem Hause die Schuhe von Schmutz und Sand zu reinigen, und die während des Unterricht und in den Frei- *) Wir bitten darum. (Rrd.)