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Der israelitische Lehrer · 1866-09-13 · 37 (13.9.1866) · p. Seite 152

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
6 (1866)
Issue
37 (13.9.1866)
Date
1866-09-13
Page
Seite 152 (sequence 2)
Language
German
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152 schenkende, der Chemie und der Naturwissenschaft, aber ohne für eines dieser Gebiete Ausführliches urnd Vollkommenes (Ta- > belle, System) auch nur für die Schulzwecke bieten zu wollen. ' (Schluß folgt.) Wockenbericht. (Aries Cremieur'S an Havin. — Sckluß.)*) Gott aber wollte sterben, um die Welt' der großen Wohlfahrt theilhattig ru mapen, als Opferlamm alle ihre Sünden zu übernehmen.; Das war seine erbabene Absicht E: wollte sterben, um die j Erbsünde zu sühnen unddie 'Menschen von ew ger Verdammniß zu retten. Un) kiejemgeu, welche er dazu erwählte, daß sein Tod kiese erhabene Aufgabe erfülle, sind eben dieselben, welche Sie seit 1800 Iihren verstucheiUund verfolgen. Jesus Christus hat a'^cr koch g'iagt: „Herr.' vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie thun." Ja, dar Verbrechen wurde unfreiwillig verübt, der Befehl GvtteS war von denjenigen, welche ihn vollführten, nicht gekannt, der Verebt nämlich,, durch deren Ballführung dem neugÄbormen Menschen die kindliche Unschuld und dem gestorbenen die ewige Seligkeit verschafft werden sollte. Unk betratten wir mun die Sache vom r-lisiösen Standpunkt: welch' starkes oder schmerzliches Erstaunen ergreift uns über d'esen Jai-rbnnkerte alten, grenzenlosen, unauslöschlichen Haßt Wie? 0" Generationen büßen für daS Verbrechen der ersten! Ein' ewige Bestrafung! Wie oft hat die Phylosophie sich auizeLallen üoer daS göttliche Wort: „Ich werde die Sünde der Värer strafen an den Kindern bis in das dritte und vierte tsteschlecht!" Und was will diese Strenge heißen gegen dir, welche sich gleich d eN't all? Jahrhunderte hindurch, sie, meine Herren, lieben Frmkre.ch so sehr und eifern;a unsrer Ebre und »freude den Frauzosei: nach; rufe» Sie sich doch d-c zwei bedeutungsvollen Grundsüz-e unserer Phywfovben des 18. Jabrhunderts ins Gedächtneß: „Veraelen w e Strafen stnö persönlich." ' „Frede tt und'Gleichberechtigung ter Eulte gehören au den ersten Men'chenrecllten." Keinerlei Hastbir'et. selbst nicht zwischen Vätern und Kindern! In der T'xat, es gibt nichts Ungerechteres als eine solch: Haftoarkett Ei Unschuldigen für den Schuldigen, blos wegen der Verrvan tfckast des V.utS! Und mr die vorliegende Frage wird diett Ui!.;erech(.lgkett sogar fürchterlich. W:nn Jesus Christus auf die Erke berabkäne, stcherlick! die J:dm d:s l!>.Jabrhunderts würden ibn nicht kreungen, und dennoch bauen Sie diese Juden und treten üe mit Füßen, bloß weil die festigen von 18Q6 die Nachkommen derjenigen von anno 00 sind, welclie JesuS gekreuzigt haben. Die Freiheit d-r Col'«- und deren Gleichberechtigung. — Wie, f«ge:r unsere Philosophen, Gott duldet dir Verschiedenheit der Calle und >>sta>r«t jedem, ihn nach eigener Weise anzudetrn, ja er zürnt Lenen nicht,, welche falschen Göttern dienen! Und die Mem'Len wollen Partei sllr ihn ergreifen und ihn rächen selbst an den Bekennen derjenigen Religionen, welche den Glauben an den Einen, allmächtigen Gott lehren und an den Nachkommen desjenigen Volks, welches sich für diesen Glauben geopfert und denselben mit seinem Herzbluts vertheidigt bat? Wir? diese verfotgm Eie mit Ihrem Hasse und Ihrer Verachtung? Die Mmschlrchkeit, mögen Sie ckü eine ForLerunz der Religion oder der Philosophie nennen, erhebt sich gegen einen solchen andauernden Borbarismus. Wie, meine Herren? Gott schuf Lea Menschen nach feinem Ebenbilde, all: Mrnschm sind vor ihm gl<rch und Sie unterscheiden zwischen Mensch und Mensch, *) Herr Eremieust stellt sich hier und in seiner ganzen Rede auf den Standpunkt der Höret, wett nur, so sein Wort Anklang finde» kan«. ‘ Redaktion. gaben dem seine Rechte, Freiheit, die Welt, und kem Ander» gaben Sie die Sclaverei, fesseln ihn an die Scholle, verachte» ihn! Was sind Sie denn mehr als wir? Worauf gründet sich diese Behauptung? Gott hat de» Menschen durch seinen göttlichen Geist erleuchtet, doch nicht den Christ allein, sondern ebmso die Juden, die geschaffen sind wie Sir, meine Herren. Die Juden hatten bereits bet der Entsteh»»; deS CbristenthvmS eine 4000jährige Vergangenheit hinter sich. Die 'christliche Religion ist der unsrigen. welche 400>»Jahr älter ist, entnommen. Wir beten einen einzigen Gott an, wie Sie, und dem menschlichen Geschlechte erkenne» wir eine gemeinsame Abstammung von Einem Elternpaare zu, wie Sie. Die Bibel ist uns da» heilgr Buch w:r Ihne,. Empören sich denn nicht alle menschlichen Gefühle in Ihnen, wenn Sie alle diese, gleich Ihnen vom göttlichen Geiste beseelten Menschen Mit soviel Entwürdigung behandeln sehen, Menschen, von denen Sie unh die übrige Welt die hohe Lehre erhalt:u haben: „Ein Gott uud ein Vater für Alle." Meine Herren! Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf ei» bedeutungsvolle- Ereigniß unsrer Tage. Es gibt unter den Menschen eine rohe, entartete, durch Sclaverei verthierte Race. Ihr Anblick scheint selbst de» geistigen Ausdruck, de» göttlichen Charakter verloren zu haben, welch w den Menschen als solchen kennzeichnet und vom Thirre unterscheidet. Ich rede von de» 'Negern. Sie gehören der tiefsten Rangordnung an. man stempelte sie zu verworfenen Sclaven, zu Lastthieren. In unseren Colonieu bet rastete man sie gar nicht al- Mensche», sie erschienen nackt vor jungen Mädchen, die darob nicht einmal errötheten. Denn ein Neger war kein Mmsch mehr. O, verzeihe« Sie, meine Herren, die Neger w<nen wohl Menschen wie Sie und wir und nur die grausamste Behandlung der Menschen, die fürchterliche Strafe des Himmels hat ein Wesen der göttlichen Schöpfung so entwürdigen können. Man gewährte ihnen »un aber doch endlich die bürgerliche und staatliche Gleichstellung. Jndeß »vir viele Ströme MenschenblutS sind erst darum vergossen worden; mehr a!» 200,000 Menschen haben sich darüber bekämpft, erwürgt, Söhne desselben Vaterlandes, Mensche» von weißer Farbe! Hören Sie! Was füv ein Ereigniß! Die Neger sind in den Be-einigten Staaten frei, haben gleiche Rechte und den Judm wollen Sie diese verweigern? Hören Sie, meine Herren! In Frankreich wurden 1848 dir Weißen und Schwarzen gleichgestellt und als Brüder anerkannt. Hören Sie ein Wort, worüber Ihre Herzen erbeben werden: Ein fraitzösischer Jude hat damals das betreffende Dekret unterzelchnet, ein französischer Jude hat die Schwarzen »mancipirt. Dieser Inte, Mitglied der damaligen provisorischen Regierung, bin ich. Ich lege nun für die Rumänischen Inden dieselbe Bitte ein, wie damals für die Neger unserer Colonien." Hier wurde ich durch BeifallSbezengungen unterbrochen, worauf Hr, Rrsetti daS Wort nahm und sprach: Herr Cremieur! Sie sind uns in Wahrheit (ein Unbekannter. Ihrer Revolution von 48 verdanken wir die unfrige und die Rolle, welche Sie in der damaligen Regierung geftzielt, Ihre Proklamationen und Regierungsakte finden Sie hier wieder. . Sie baden uns Ihre Sympathie eingemacht und.für sich gewonaea. Hoffen wir, daß die Majorität der Kamm-r diese Gestnnnng theilt. In uasrrn Verfassung» - Entwurf haben wir den von Jbnen so sehr anzepriesenen Grundsatz der Gleichheit und Brüderlichkeit ausgenommen, die Annahme jedoch hängt nicht von unS ab. Die Sitzung wurde einen Augenblick unterbrochen, welchen ich dazu benutzte, um die Männer entgegengesetzter Ansicht aufzufordern, sich ,« äujjrtn, damit ich sie zu wiedeclegen Gelegenheit fände. Ein Deputirter, Hr. Maccocord.to, sprach: Mein Herr! Persönlich stimme ich Ihne» zu. jedoch find hie vormthrile der Chrasten gegen die Juden noch sehr groß. Jndeß werde ich ersucht, Ihnen zu sagen, daß die Jude» von

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