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Der israelitische Lehrer · 1866-08-23 · 34 (23.8.1866) · p. Seite 140

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
6 (1866)
Issue
34 (23.8.1866)
Date
1866-08-23
Page
Seite 140 (sequence 2)
Language
German
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140 und durch die GebUve der Phantast« gleichsam vergeistigt. Noch HLv'? da» Kind am Enzelnen. Sicht- und Greifbaren, Con« treten; Allgemeine», Abstrakt:» zu fassen ist ihm. unmöglich. E» hat daher da» zweite Lesebuch iutbesonver« die Aufgabe, Anschnuun?-!!! au» dem Kinverkreise in reiner uns edler spräche vorzustelleu, und so rlnestheil» da» Sprachgefühl zu läutern, aneerutheis» zu geordnetem Denken anzuleitrn. Dabei dürfen wir nicht vergessen, dag hier der Mißbrauch de» „Airschlirßeuü" noch weniger Platz greifen kann. Ist ja da» Jtirb auf allen Gebieten, menschlichen Wiffeu» nvch fremd, und von Grammatik, Geographie und Raturuüffmschasteu kau r selbstoerstän.l.ch noch kein: Red: sstn. E« wi«» daher nicht m^oerstrnsrn werden, wmu wir für diese stufe den Lesestoff dem zunächstllegendeu, entnehmen, wenn wir l>icr auf cic nächsten Umgebungen, auf Schale und Hau», Dorf und T'.ac>t, Walv und Flur, auf Bäume und Krämer, auf die HauU-irre. di: Zut und ihre Eiutheauag rc. aufmerksam machen. Da» iiesrbuch muß sodann noch in einfach n anschaulich m E.zählunzen uni Schilderung^ religiöse,' vaterländisch: und r.unmenschliche Empftu:unz:n auregeu 7.nv kräftigen; iu einzelnen Bilomm au» :cr Bo-zeit, au» der Natur unsere» Ba.erlaade» zur Betrachtung vat:rläur'schcr Natur, zu: K.'nntuiß der Hstmat'' ei-zrlne Stoffe bic.-u. Da» Ällc» aber muß in eiuach>: Sprach: und tu daajeaiaen Formen geschehen, die ür solche Darst llunaeu dir geeigneten, sü: da» Kind vrrramiich stuo — o';a: Zteoe-.absicht'N. Gibt e» iür dies» Lrbenrblld r l assisch: Schrift-?., welchen wir d.ese'.beu entnchmen könntd'sto besser. Es w ra immechin dir Aufgabe de» Lehrer» bleib n, den Stoff nur nach c'.nzeheudster Prüfung urzulass^, ihn Mil aller Aafm.rksrmkelt?u prüf u, waüi'o eiei ucißt als: &-S ist A ifzäb: e.er L:brer, diesen Stoff selbst für die Schule nus or» schull:»':ouch thrilwnsr 3» bearbeiten, für die Jchäü.r ge ign.t zu mach n. Freilich gehört dazu eine Kurst, vond' sich mr:uh: uusrrrr 'e.chrte.l Sch istst iler nicht tcrameü Lgff.n. und emag wohl keine schwierigere L bierarbe t zrbe:, al» die B a.b.sttuug solcher anschautrch.u, ru Form u. d Inhalt, mustergültigen Lesestücke, in denen sich di? Mlst-r'ch-fc ei.;» ä>deer» spir^rlt. - (Fortsetzung folgt.) ' Tag etwas mehr als da» weisen möchte: io glaubte der Eltern'zu entsprechen Konfirmation zu ersetzen, widerspricht, einen Jungen nagoze austreten zu lassen sie sich nur zum Vortrag Camberg, im Monat mchtssagmde Parschah-Lesen auf«- ich in dieser Weise dem Wunsche und gleichzeitig den Mangel der Weil es j-doch meiner Ansicht gleichsam als Redner in der Sy- , so wählte ich eine Form, wie im Familienkreise eignet. Menachem 1866. M. S. Zur Barmizwafeier. .m-r> 'pö *}.■ Nachstehende Worte waren zusammengeslcllt für einen Knaben, der ne an fernem .7-77 p Tag im Kreise seiner Eltern und Verwandten vortrug. Der Junge, aus der hessischen Rheinprooinz, war bei dem Unterzeichneten 3 Jahre in der Schule, weil in 'einem Heimathörte, wie das dorten leider I gar häufig der Fall ist, für einen ordentlichen Religionsunterricht keine Anstalt ist. .! Weil nun in Folge dessen die Connrmation dorten allgemein nicht eingeführt sein kann, die Eltern aber den gerechten Wunsch hegten, daß ihr Sohn an diesem wichtigen *) Warum gebraucht der geschätzte Herr College nicht das allgemein übliche*>3 statt niXO p? ' Redaktion. Was war ich? was bin ich? und wa» will ich werden? Diese drei Fragen sollte sich der Mensch bei jedem wichtigen Abschnitte seines Lebens stellen. Die Beantwortung derselben muß ihn nochwendig zur Selbsterkenntnis führen, sie hält ihm den treuen Spie;el vor, in welchem er sein bisheriges Leben und Wirken schauet, um sich vor Gott und seinem Gewissen Rechenschaft zu geben darüber, ob er bisher seiner Pflicht genügt, den rechten Pfad einzeschlagea habe. Und an diese so ernstliche Fragen und deren Beantwortung reihen sich dann gute Vorsätze für die Zukunft, indem man sich ernstlich vornimmt, das einzuholen, was «an dish:r versäumt hat — Ein sehr wichtiger Abschnitt für mein Leben beginnt für mich mit hem heutigen Tage, an welchem ich, wenn auch noch nicht iselbstständig für das Leben, so doch als Mitglied »er GlaubenSgemeinde in die Welt trete. — Uedev die Frage: „was war ich?" bin ich bald hinweggeichrivten. War ich doch bisher lediglich von Euerer Lieoe, meine theuern Eltern, und von Enern WohUhatea abhängig! g.'führt an der Hand liebender Eltern, geleitet von treuess Lehrern und Erziehern, welchen die Güte meiner Eltern M!sh anoertraute,- ward in mir der Gruno gelegt, ans den ich weiter zu bauen habe, um das Ziel meine» Daseins zu erreichen. Und hiemit wäre ich also an die Beantwortung der. zweiten Frage gelangt: „Was bin ich?" Noch Ibin ich kaum so weit gekommen, daß ich mit dem Weiien Griechenlands sagen könnte: „schweiß, daß ich nichts weiß." Also auch über diese Frage kann ich eben so flüchtig wegsch^eiten, wie über die erste. So jung ich noch bin an Jahre», so geringfügig noch ist mein Wissen. Vieles, «sehr Vielch werde ich noch zu lernen, viele gute Eigenschaften mir stoch an- und manches Verwerfliche noch abzugej wohnen lieben, um das zu werden, was die Liebe meiner Eltern, die Bemühungen meiner Erzieher aus mir z a machen beabsichtigten. Niemals werde ich im Stande sein, Euch, meine theuern Eltern zuvergelten, Sorgen und Kummer, Mühen und schlaflose Mächte, die Euch meine Erziehung verursacht. Eins nnr werd: ich können! und auf dieses Eine soll meine ganze Willenskraft gerichtet sein, so mir Gott seinen Beistand dazu verleibet. üJlctit eifrigstes Bestreben soll dahin gehen, Euch, meinen geliebten Eltern, sowie meinen Lehrern durch meine Lebensweise Freude zn machen. So nur werde ich'S vermögen, für Euere Liebe und Güte mich dankbar zu zeigen. Ist aas aber mein Vorsatz für die Zukunft, so reihet sich daran die Beantwortung der dritten Frage: „Was will ich werde»?' Als Grundriß des für mein Leben auszurichtenden Gebäudes bezeichne ich die Wotte des königlichen

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