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Der israelitische Lehrer · 1866-08-09 · 32 (9.8.1866) · p. Seite 133

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
6 (1866)
Issue
32 (9.8.1866)
Date
1866-08-09
Page
Seite 133 (sequence 3)
Language
German
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133 berg betrug unter den öffentlichen Volksschulen die Zahl der »israelitischen Volksschulen" am 30. Mai 1865 unter der evangelischen Oberschulbehöcde 7, unter der katholischen Oberschulbehö,de ebenfalls 7, zusammen also 14 israel. Gemeindeschulen. Die Zahl der freiwilligen israel. Konfessionsschulen im Sinne des Art. 14 des Volks- Schulgesetzes von 1836 unter der evangel. Oberschulbehörde 17; unter der katholischen Oberschuibehörde 6; zusammen also 23; mithin im Ganzen 36 Volksschulen. Die öffentl. Volksschulen unter der evangelischen Overschulbehörde wurden von 389 Knaben und 438 Mädchen, also zusammen von 827 Schülern israel. Bekenntnisies; die unter der katholischen Oberschulbehörde von 3 l8 Knaben und 438 Mädchen also zusammen von 756 israel. Kindern besucht. Die Zahl der jüdischen Volksschüler ist also 15837 Aus den weiteren sehr inlereffanten statistischen Mittheilungen über die Zahl der Lehrerstellen uns Eintheilunz, Aufwand, Lehrerpensions- und Wittwenkasie, ist Besondere» über die Israeliten nichts zu entnehmen *). Lippstadt, 1->. Jul». Die jüdische Gemeinde Geseke hat einen herben Verlust erlitten, indem ihr Lehrer, David Rothschild, in der Nacht vom 13. auf den t4. v. M. m Folge einer unglücklichen Hühneraugen Operation, weiche den kalten Brand nach sich zog, in einem Älter von 54 Jahren dem Herrn entschlafen ist. Er gehörte zu den ersten Lehrern, welche ibre Bildung der Haindorff'fchen 'Anstalt zu Münster verdankten. Seck länger denn zwei Dezennien wirkte er in der Gemeinde Geseke und zwar mit e ner Hingebung, die sein Äügenlicht beeinträchtigte und seine Gesundheit untergrub. Von den gesetzlichen Schulstunden und Ferien nahm er nicht Notiz und unterrichtete mit geringer Unterbrechung fast den ganzen Tag, woduich es möglich geworden, daß seine Schüler^ außer in den Elementarfachern auch in Hebräisch, Latein, Englisch und Französisch gediegene Kennt» sie erlangten und ohne eine höhere Lehranstalt u besuchen, zum Eintritte in verschiedene Intelligenz verlangende, Berufszweige befähigt waren. Welche Ächtung sich der Selige in seinem Leben und Wirken erworben hat, d^von ab das fast unübersehbare Leichengesolge aus allen Confeffionen und Ständen Zeugniß. Sechs Lehrer, zu denen die Trauerkunde noch frühzeitig genug gelangte, waren herbeigeeilt, dem geliebten Amtsbruder die letzte Ehre zu erweisen. Der Lehrer Herr Wolfsdorf aus Erwitte, ein langjähriger Freund des Dahingeschiedenen, hielt die erste Grabrede. Änknüpfend an Psalm 8, 2 Ei O’pjn v'dd-ze ’so rc. schilderte er in beredten und ergreifenden Worten die Verdienste des Dahingeschiedenen als Mensch, Israelit rmd Lehrer. Dann feierten noch drei andere, Lehrer das Andenken des Seligen durch gefühlvolle Vorträge. Rothschild hinterläßt eine Wittwe und ein dreijähriges Töchterchen. Da derselbe Mitglied des Unterstützungsvereins für israel. Lehrer, Lehrer-Wittwen und -Waisen in Deutschland war, so ist demselben jetzt die erste Gelegenheit geboten, seine segensreiche Thätigkeit auch bereits in Westfalen zu bewähren. Mandel. ' *) Welcher Unterschied besteht in der Art und dem Recht deS Lehrers ) zwischen Botts- und Gemeindeschulen? Und da es mehr Gemeinden gibt, - wie ist das Schul- und Snnagogmwesen der andern großen und kleinen ° Gemeinden beschaffen? Wir mochten einen unserer witrtteinb. Freunde um nähere Mittheilungen in diesem Sinne bitten. (Red.) Oesterreich. Der israelitischen Gemeinde in Wien soll die Ausrüstung von 4 Bataillonen kür das Heer befohlen sein. , Aus Jamnitz in Mähren wird der „Ostdd. Post" berichtet: „Unser Pöbel glaubte den Umstand, daß die kaiserlichen Behörden sich einen Tag vor der preußischen Occupation von hier flüchteten, zu einer Judenplünderung benutzen zu sollen. Er fiel in die Häuser der zahlreich hier an'äffigen Israeliten, nahm, was werthvoll und transpor- ' tabel war, mit und zerschlug das Andere. Biele Frmilikn sind aus diese Art noch vor dem Einzuge der Preußen Bettler geworden. Auch der Tempel wurde .geschändet und beraubt." - Aus Bayern. (Schluß.) Ich war also provisorisch und wie di: Herren von V. dachten, für die halbe oder ranze Lebenszeit Lehrer in V. Um so überraschender war ihnen schon l4 Tage darnach und 8 Tage vor ,->"i die plötzliche Mitthcilung, daß ich eine andere Stelle gewiß übernehmen würde. Das dünkte ihnen unglaublich und die Veilegendeit wae sehr groß, indem ihnen nun — nur noch 8 Lage zu n"-t — außer dem Lehrer auch d.r Vorsänger.für die Feiertage mangelte. Nun ^ahen sie, daß es m r wirklich Ernst war, daß es mir in diesen finanziellen Verkältnissen nicht in V. gefiele, und nun bot man mir die früher versprochene Erhöhung: als ch a-er crwiederte, daß ich die. Stelle zu V. nach diesen Vorgängen nicht annchmen könne und wolle — ergoß sich in ihren Privatversammlunge» eine Fluth. von Zornausbrüchen und'Schmähungen über meine Wenigkeit, — deren P-Iegmatik aber stets gegen Gemeinhei:en, Beleidigungen kalt und gleichgültig blieb, — behaupt md, ich hätte da bleiben, oder sie wenigstens einige Zeit vor meinem Austr tte von diesem in Kenntniß setzen müssen. Ihr vermeintliches Anrecht ans mein Bleiben deducirten sie aus dem Umstände, daß sie sich' fünf vie.tel Jahre zu Gunsten meiner Mutter mit einem Präparanden begnügt hätten — was nach obem Gefasten größten« theils aber dem Umstande zu verdanken war, daß sich eben kein Lehrer um die schon aus.p chriebene Stelle beworben hatte! — vergaßen aber, daß ich etwaigen Verbindlichkeiten gegen Leute entledigt war, die ihr Besprechen nicht gehalten, denen das — öffentlich bekannte — Woit nicht heilig ist, und denen dem Lehrer gegenüber der Kreuzer B: olkung zu viel ist für einen von ihnen wobl als wichtig erkannten guten Jugendunterricht! Wahrlich, es wäre einem Maler kein undankbares Geschäft gewesen, wenn er am letzten Samstag, den ich in V zubrachte, die Hälfte meiner b sheri.gen G.memde an deren gewöhnlichem Ziisainmcnkunstsplah — den ich mit meiner Schwester und einigen christlichen College», gleichgültig dreinschauend, passirte — wenn er deren Physiognomien, aus welchen Wuth uns Aerger aus,eprägt war, ausgenommen, ausgestellt nnd, sicher, verkauft bä tc — " - Sie sahen an dem Datum dieses Briefes und am Stempel, der Ihnen den Tag von dessen Absendung sagt, wie lange ich an demselben geschrieben habe, wie wenig Zeit mir zur Correipondenz übrig blei.st. Trotzdem kann ich es mir nicht versagen, Jrnen nachträglich noch ein hübsches Stückchen colleziülischcn Thuns mitzutbeilen, das Sie in Ihrem geschätzten Blatte der Welt zur Beu tbeilung, den Lehrern zur Warnung, aufbewahren wollen. Es gibt ein Urthnl, das viel Wahres für sich hat: daß .nämlich der Jude selbst an dem rnyzn oft großen Antheil habe, weil er nur zu gern in der eigenen Ruhe vergißt, wie leicht er in Mittel'cnscha't gezogen werden kmn, wenn sein Glaubensbruder leidet. Aehnlich verhält es sich mit dem Ledrerstande. Nur der Gesinnungslose, dem die Selbstsucht über Alles geht, der die Brüder vergißt in der Pflege seines Ick, kann vergessen, 1

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