Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 6 (1866)
- Issue
- 23 (7.6.1866)
- Date
- 1866-06-07
- Page
- Seite 97 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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finber find eltcmUf« Äinbet, die vor W«m elterliche! Liebe, ein Vater- und ein Matterherz bedürfen, darum 1 muß dar Waisenhaus, wenn s8 seine« wahren Zwecke entftrreHen. soll, ein Elternffäu» für Waisen sein/ hack ihn bian sein Leuensende geleitet. , Die Waisen waren ihm keine fremden Kinder, 'nein, I er erzog, er liebte sie wie seine eigenen. Und dar fühlten , auch alle die Zöglinge, die von ihm erlogen wurden, sie alle verehrten und lreoten ihn so innig, wie »nr di- Kinder einen theuren Vater verehren können. Seine Wort«, mochten sie m ld und liebreich, mochten sie ernst und mahnend sein, sie kamen vom Herzen und gingen ein in die kindlichen Gemüt her. Sein eigenes Leben war ihnen allen das herrlichste und schönste Vorbild, ft* konnten ihm nacheifern, so rein und lauter war sein Herz, so treu seine Liehe, so trefflich seine Erziehung. Die Kmder sollten gottesfürchttge und wahrhaft fromme, tüchtige, ordentliche Mitglieder der bürgerlichen Gesellschaft,, treire Unterthanen der Königs und des Vaterlandes werden. Und diese Grundsätze haben sich trefflich an den Zöglingen selbst im Lehen bewahrheitet, so daß nur, wenn diese auch ferner festgehalten weiden, große Erfolge erzielt werden können. In seinen Anstalten, in der Mite seiner Waism, da lebte er froh und zufrieden, sie waren chm daS Theuerste, was sein Herz besaß, sie waren sein Stolz und seine Freude. Und w e. er im eigenen Hauswesen der trefflichste Gatte, der liebevollste Vater war, so war er auch in fernem größeren W»rk«tng»kreiS d«r trauest«. Hüter und Pfleger. (Fortfetzring folgt.) ' Wochenbericht. 'I Odernheim. (Auszeichnungen ) Herr Eommerzienr^th Simon in Hannover hat von seinem Könige den Ritterorden 2. Klasse ervalleN — der eiste Orden, der in Hannover einem Juden ertheilt worden. — Herr Eonsul A. R e i n a ch in Frankfurt a. M., ein Mann, der ebenso ausgezeichnet durck persönliche Liebenswürdigkeit und durch daS Interesse für alles Gemeinnützige', für jü'nck>e und allgemeine Wohlthätigkeitsanstal» ten, alS durch den Glanz und die Bedeutung seines Hanfes ist, ist von dem Könige Bictor Emanuel in den Adelstanb erhoben worden, Roch nie ist der Adel einem würdigeren Israeliten verliehen worden. Aus dem Hannoverlande, Ende Mai. Die von den Lehrern Fleisch Hacker, Cahn und Sommer ausgeschriebene jüdische Lebrervcrsammlung tagte am 23. Mai in Lehrte Von den circa 150 Ledrern des Landes waren — 11 erschienen und 6 hätten Vollmachten etngesandt. Wie es lobend zu,erwähnen, daß von diesen >1 manche die wüte Reise und bedeutende Kosten nicht gescheut, um ihr Interesse für die Lehrcrsache zu bethätigen, so ist hinwiederum der Jndisferentismus der Masse sehr zu beklagen. Selbst die Lehrte zunächst wohnenden Lehrer, die für ein paar Groschen hätten die Reise machen können, wären auSgeblieseii., Aus. der.Tagesordnung stand: 1. Anschluß an den UnterstühunzSvtrein für israelitische Lehrer, Lehrer-Wittwen und -Waisen in Deuschland. 2»f -Anschluß an einen zu bildenden hannover'schen Unterstützungsverein. 3. Bildung einesLehrerv«reinS. Den erste« Punkt anlangend, sprachen sich von den 11 Anwesenden nur Fleischhacktr und Sommer für den Anschluß an den allgemeinen deutschen Unterstützungsverein aus, die übrigen aber gegen denselben, Rach langer Debatte wurde endlich folgender Antrag gestellt: Die Abstimmung *4 1 bitz zur Versammlung im nächsten Jahre zu vertagen, weil er sich bis dahin zeigen müsse, ob eia hannover'scher Ünterstützunzsvereiu ius Leben getreten sei. Dieser Antrag wurde mit 13 Stimmen, 9 anwesende und Ä Vollmacht gebende, gegen 4, 2 anwesende und 2Vollmacht gehende, angenommen und damit die beiden ersten Punkt« der Tagesordnung erledigt. Paukt 3 ward« darauf bewerkstelligt, Statuten berath n und scstgestellt und für die im folgenden Jahre staltfindende Versammlung die Staht Hrunovcr hestimmt. Zum Organ des const-tuirte» Vereins he»! stimmte man den ^Israel. Lehrer". Z . . ..' r' Nachbemerkung der Redaktion. Wir erlauben, uns, drn Mittheilun.zen unseres geschätzten Cocrespoudenteu einige Bemerkungen berzufügen. — Es ist eizenthümlich, daß man m unseren Bestrehunzen für eine Einigung des gesammten deu:schi,raelitisLen Lehrecstandes zugleich das B streben wittert, andere Separatvereine in ihrer gedeihlichen Entwicklung zu stören, daher die mancherlei Anfeindungen, die wir enähren baden. Wir glauben zu einem solchen Verdachte durchaus keine Veränlaffuug gegeben zu haben. Wenn wir mit theoretischen, mathematischen und Ersahrungsgründen für einen Gesammtverein einstanden, so steht es ja den Gegiiern ebenso frei, mit guten Gründen, wenn sie solche baden, auch für ihre Sonder de slrebungen das Wort zu ergreifen; wir haben dafür selbst unser'Organ zur Verfügung gestellt.. Man bat es vargezogen, unsere Perlon anzugreisea, unsere Beweggründe zu verdächtigen; man hat uns des Eigennutzes qezeiht, fc e Selbstsucht und die Ehrliebe sollten unsere Führerinnrn sein und mau hat gegen uns den Vorwurf e-hoben, als.suchten wir die anderen bereits bestehenden oder sich bildenden Vereine zu schädigen Rach Gründen war man nicht verlegen. Warum sollte aus dem Bestreben, dem gesammten deutsch israelitischen Lehrerstaude zu dienen, nicht mit einiger Sophistik gefolgeü werden können,, daß wir gerade dadurch die Einzelneil schädigen und unterdrücken wollten? Freilich, eine sonderbare Logik das, aber dw Logik ist nicht ^ZeLcrglann'S Sache.!— Wir fühlen uns nun bei dieser Gelezenyew herpsuitztet, abermals zu komstatiren: Wenn die hannövrischen Lehrer oder die einer anderen Provinz eines anderen Landes glauben, selbstständig einen Verein bilden zu können, wenn sie die Ueberzeugunz in sich haben, durch die gleichen Mittel die gleichen Zwecke, di: wir verfolgen, oder gar noch bessere, erreichen zu können, desto besser! Pstr wünschen ihnen von Herzen Glück und sind gerne bereit, mit ganzer Kraft für diese Bestrebungen einzustehcn, wenn mau unser dem ganzen Lrhrerstande gewidmetes Organ würdigt, auch jenen Bestrebung n zu dienen; vorausgesetzt selbstverständlich, daß man nicht un-ere Bestrebungen für da > Allgemeine zu schädigen t-achtet, und daß man in Allem den höchsten Zweck einer jed n Lehrervernnigun f im Auge behält: mit der Steuerung der materiellen Notb zugleich den Stand zu heben unb zu fördern; wenn man, wir möchten sagen, das geistige Moment dem materiellen nicht nachsetzt, vielmehr gerade durch den Verein den Lehrerstand darum frei zu mach'n sucht von äußerer Roth, damit er seine ganze.Kraft der geistigen Freiheit nnd Selbstständigkeit, der. würdigen Erfassung des Berufes zu widmen vermag. Das ist der höchst: Zweck unseres Vereins; er muß das höchste Bestreben einer jeden vuwb n'D33 fein. Es tritt uns nun in deck vorliegenden Eorrespondcnz ein besonderer Umstand entgegen, und wir können nicht umhin, denseloen unserer Besprechung zu unterziehen. Wir wissen picht, verschw'igt der Herr Correspondent uns absichtlich ein bedeutsames Vorkommniß in Haniwver, oder weiß er selbst nichts da» von, will er uns m)stificiren. oder ist er selvst m-stistcirt wvs, den. Lanze vor der Versammlung zu Lehrte, gleich nach nDD, wenn wir nicht irren, wurde uns nämlich aus dem Hannover»