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Der israelitische Lehrer · 1866-05-10 · 19 (10.5.1866) · p. Seite 81

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
6 (1866)
Issue
19 (10.5.1866)
Date
1866-05-10
Page
Seite 81 (sequence 5)
Language
German
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81 «tchtbeletat zu liefern sich verpflichten gerne, unser Blatt gratis zukommen lasten. Sie müssen die Trägen und Lässigen aufrütteln, die Selbstsüchtigen und Eitlen anreyen und herbeiziehen, auf daß der Lehrerstand eine festgegUederte Einheit werde, eine Phalanx gegen de Anmaßung und Bevormundung, Einer für Alle und Alle für Einen, mit Gott kräftig fortstrebend für die Hebung der Schule, für die Förderung de» geistigen Fortschritts im Judenthume, für Alles Hohe und Edle! Er mag auch manche« Schwache mit unterlaufen fein im „Jsr. Lehrer"; manches Blatt, ja manches Quartal mag des Guten und Kräftigenden weniger geboten haben. Aber er war doch gut gemeint, er war immer reger Streben und guter Wille da und — er war doch dagemeinsame Organ, das Band, das un» zusammsnhalten muß, auf daß wir ,nicht in der Vereinsammung und Zersplitterung uutergehen, zum Gespöttte unserer Feinde und Gegner, zum Evielball der Gemeinden und anderer uns nicht mit freundlichen Gesinnungen entgegenkommender Stände werden. Da- Schwache ist. zuweilen die Arbeit aufstrebender junger Genoffen, das wir schon um deßwiüen nicht zurückweisen dürften. Wenn Gott mit uns ist, und der deutsche Lehrerstand uns zur Seite steht; wenn in ihm die Ueberzeugung lebt, daß nicht selbstische Gründe, sondern nur dar Wohl der Gesammtheit unsere Schritte leiten, so ist der Sieg unser, und die jüdisch-deutsche Schule wird fortichreiten und gedeihen und zurückwirken auf den Fortschritt des gesemmten deutschen Schulwesens, von dem wir nur em Bruchtheil sind. So bieten wir auch jetzt wieder, beim Abschluß dieser fünf Jahre, Allen die er mit dem deutschen Lehrer- > stände wohl meinen — auch denjenigen, die uns persönlich anseindeten — die Bruderhand Laßt uns zusammen wirken, Leben und Frieden, Streben und Einigkett sei unsere Losung für und für. Odernheim, den 1. Mai 1866. I. Klingenstein. Wochenbericht. Odernheim, im April. Schulprogramme: 1).Bricht über die Jüdische Gemeinde-Knabenschul» zu Berlin, von A. Horwitz. Rektor der Anstalt (k866.) Die Sch.il: besteht au? K affen mrt acht Stufen, (5 wegen Ueoerfüllung getheilte Klassen). Sie wird besucht von 612 Gtülern, welche in allen Fächern einer gehobenen Volks- und Bürgerschule Uiter-icht empfangen, und zwar zusammen wöchentlich 408 Stunden. Am meisten Zeit wird dem Hebräischen gewidmet. und zwar von der untersten dis zur höchsten Kasse je 5—6 Stunden wöchentlich. Bibl. Äesch» te und Religion! Annen demzufolge selbstverständlich wohl zurückstrhen, und werden de-- beiden Fächern wöchentlich nur 2 Stunden für j-de Klasse zugewendel. Er wlrd rn der O erklastc z. v. der Wochenabschnitt kursorisch durchgenomme» (wö deutlich 2 Stunde»), die historischenBücher t Samuel und Könige, JesaiaS und autg'wäh'.te Pia'me». G amk”** tia ^EÜchlaß an bi« B'b-'lltttüre. Geogmphie von Palästm^ lüdrsche Feste werden gehö igea OrtS berückstchtigt. Daß hierdurch die andern Fächer nicht den ichtheitigt sind, HII erkahven wir an» klaffe. Da wird tigr, Schiller'sche liche Arbeiten richt im Deutschen Latein, Rechnen, uad Geschichte, < , Maße, nach den nx; Und in solcher Weiß Klaffe ab und in In der Anstalt w 4 Fachlehrer; «8 Schüler auf eine K untersten (vill.) i in der Obrrklaffe r ner Einschränkung terrichtSertheilung der Fortsetzung deS Planefür die Ober» , Deutschen die Literaturgeschichte berückstch- «dichte gelesen und colnmentirl; Schrift» nd mündlicher Vortrag. Der Unter» ist in der Hand deS Direktor-, französtsch, her« Mathematik, Naturkunde, Geographie reiben, Zeichen und Gesang, Alle« in rechte« itgebendsten Ansprüchen einer solchen Schule, t stuft sich der Unterricht bizur unterste« allen Fächern herrscht Klarheit^ jE nheit. kea außer dem Rektor 12 ordentliche und ommen demzufolge durchschnitilich 52—53 I laffe, die jedoch so wertheilt stnd, daß i» der l klaffe 75, während in der H. nur 45, und ur 20 Schüler sitzen. Mit dieser S hule ist bekanntlich ein Seminar verbunden und die Seminar-Abiturienten «erden seit 1861 in angemeffe» und innerhalb bestimmter Norme» zur Uaizuge'affen. — Wir bedauern, daß über da- Seminar weiter"! einerlei Mittheilunzen eingefügt stad, und würden unein Bericht, der uns auch in diesen Zweig der würde — denn da- Seminar ist in demsel» mter demselben Rektor, also räumlich und geistia auf- Engste mit der Schule verknüpft—lebhaft interessire«. Dem Bericht! geht eine Monographie voraus: Moriz Veit und dajidische Schulwesen zu Berlin. Wenn Herr Horwitz in diesem Charakter bilde einer Mannes, dessen viel» seitigeS Wirken auf erbalb Berlins von Bielen nicht in seiner Be» dcutung gewürdigt wird, der in dem Kampfe de- JudenthumS und der Juden in der ersten Hälfte diese- Jahrhundertwohl nebenRießer die be »eutendsteErscheinung war, wenn Herr Horwitz» fegen wir. von Vüt sagt, daß er in seiner bedeutenden Biographie Rießer'» n den »Preuß scheu Jabrbüchern" stch selbst zeichnete, so fönmn wir mit ebenso viel Recht von dieser Mo» »ograp'ie sagen, dch sie den edlen Geist zeichnet, in welchem die jüdische Schule au Berlin geleitet wird, die, wenn sie, wie wir nicht zweifeln kö.l ren, dem Bilde gleicht, dawir un» nah dieser Zeichnung v>« ibr machen, untrr den jüdischen Schule« D.utschlandS, obw >hl sie eigentlich wohl auder s. g. jüdische« Freischule — Arn enschule — herausgewachsen ist, den erstä« Rang einnehmen d Irfte;- sowohl was ihre äußere Bedeutung nach der Zahl der Schüler betrifft, als auch in der richtigen Er» kenntnitz deS Zweck \ u»d Zieles, den eine jüdische Schule der Jetztzeit haben soll und muß Gestehen wir unS, daß man ottt dieser Bezeichnung sie heterogensten Ansichten verknüpft, daß «irr Wenige sich üb-r Zweck, Ziel und Bedeutung der jüdischen Schule klar werden. Daher die Scheu, mit diesem Name« hervorzutrrten» jüdische Gemeindeschulen zu errichten. Erfahren wir au» dieser Monographie, was Veit für die Schule war, so erfahre» wir zugleich, waS die Schule kür die jüdische Gemeinde »erden soll; welch« Bedeutung kiese Anstast für das religöse und Gemeindrleben bat ia den Augen eines Mannes, der, auf der Höbe der Zeit stehend, im deutschen Par» lament, im preußischen Landtag, als Berliner Stadtverordnete wohl eine« tiefen Blick gethan hat in das Leben der Gegenwart, und dem wir eia Urtbeil zutrauen dürfen insbesondere darüber, ob es Recht und Pflicht größerer jüdischer G«» meinden ist, jüdische Volksschulen zu errichten. Hörnwir» wain diese: Beziehung Herr Hormitz von Veit, wa» der Letztere seibersagt: »Derselbe Veit, der nichr- Andereweiß, aldaß der Staatallnn die Atmosphäre ist, die da» gesam«te Volksleben.trägt und nährt, derselbe Veit, der nicht- Anderaweiß , aldaß im StaatSzwecke jeder andere Zweck »usgehe« müsse, derselbe Veit weiß auch» daß da», wat aude« Begrisse einer Religionszesellschast fih aaSzuleben und au-zuge-

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