Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 6 (1866)
- Issue
- 17 (26.4.1866)
- Date
- 1866-04-26
- Page
- Seite 70 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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70 40. — 7. 48 10. — Ufbertrai' . fl. 335. 13. KeiieruiigSm atepial. Winket mit Sommer 40. —. Kleidung iür den Lehrer selbst, in je 2 Jahren e-neu neuen Rock zu ü. 20, für ein Jahr . 10. —. Hose jährlich , ein Jahr Winter, ein Jahr Sommeryoie) 8. — > Weste in 2 Jahren zu 3 fl.; für 1 Jahr . . 1. 30 1 vut in 4 Jahren zu 6 fl., für 1 Jahr . . 1. 30 I Mütze jährlich.1. 30 1 Halsbinde jährlich . . .2. 30 2 Hemden, jährlich ü 3 fl.- . .6. — Fußwerk 1 paar neue Stiefel oder Horfchuh. Pantoffeln, 1 paar Sohlen, Fleck, Ausbessern Wichs und Lürnen..10. — Für die Frau, von 3 zu 3 Jahre» ein gutes Fe'.erkleid zu- 10 -st. uno ein ordinäres zu 5 fl. macht jährlich ..5. — Schürze, Röcke, Halstücher und dergl. (ohne Kimoline) . . . .. ... . . ... . 5. — Hut oder. Haube . ..3. — Hemden 2 Stück jährlich ö 2 fl..4. — Schuhe, em paar neue, Sohlen und dergl. ... 5. — Für je ein Kind jährlich Kleidung, Schuhwerk, Hemden ft lO; also für 4 Kinder .... Waschseife, wöchentlich Pfd. k 9 fr. ... Ab- und Zugang an Haus'altungsgerätyen, Bett- Hand- und Ti'chtächer uny dergl. jährlich . . A. zt und Apotheke, und Bedienung ig Krankheitsfällen n. dgl. jährlich.20. — Standesausgaben. als da und: Beiträge zur Wittwenkasie, Konferenzen, Bücher und Zeitungen, Ferienreise. F^üerveolazerung, Steuer und dergl. jährlich .2". —. Summa 536. öl. Sie werden öieie An'atze gewiß nicht übertrieben finden. Und dabei da--' vor Lehrer w.'der rauchen, noch jchnuvfen. noch trinken; er darf in keine Gesellschaft gehen, keinem Armen ein Almosen geben, sich an keiner öffentlichen Caarcie bethelligen. Und seine Söhne, wenn sie größer werdc n. wo und wie sollen sie '»ich für. einen künftigen Berus ausotlo.n? seine Töchter — 'sollen sie als Mägde dienen < Darf er nie daran henken, ihnen eine bescheidene Ausstattung zu dielen. einen Roth-Kreuzer für das Alter zurückzulegen? Wahrlich, <u-r»rum Ei,-»-». Es . muß anoers werden, wenn der jüdisch.- Lehrerstand nicht über kurz oder lange ni sich selbst zerfallen soll. Kann man, wenn es so blei den sollte, wie es gegenwärtig noch ist, jungen Leuten mit gutem Gewissen die Ausbildung zu einem Berufe anrathen, der im besten Falle nur ein kümmerliches Dasein bietet? Wie viele Lehrer haben st. 520 jährlich und freie Wohnung. die hier nicht anaerechnet ist? Sie werden mich aus Accidenzien, auf Privatunterricht und dergl. verweisen. Wahrlich, das ist ein kümmerlicher, armseliger Nothbehelft Pädagogisch sind Privatstunoeu überhaupt nur in Ausnahmsfällen gerechtfertigt. Ich werde Ihnen ein andermal die Gründe mittheilen. Die .anderen Accidenzien sind znm l Theil unwürdig, öfters mit Recht nicht mehr Gebrauch und s im besten Falle unbedeutend,. Es kann also nur der Ge-; halt den Mann ernähren. Wie aber, wenn Gemeinden ein! Gehalt, wie wir es beanspruchen, nicht aufzubringen ver; mögen? Da muß die Organisation und das, was ich dari unter verstehe, eintreten und ich komme nun erst auf daS eigentliche Gebiet meines Schreibens. (Forts, f.) I Die häusliche Erziehung de» weibliche« Geschlechts | von Ottilie Koscnmaycr, königliche Musterhauptschullehrcrm in S. a. Ujhely. I I. Obwohl Sie, geehrter Herr Redakteur, die Wichtigkeit . der weiblichen Erziehung nicht verkennend, bereits in den ersten Nummern dieses Jahrganges dieser geschätzten Zeit-! schrift einen durch seltene Gründlichkeit sich anszeichnenben j Aufsatz über weibliche Erziehung brachten, glaube ich dennoch, nicht unbescheiden zu sein, so auch ich ein Steiachen zu diesem schönen Baue füge und auch meine Erfahrungen 1 in meiner Eigenschaft als Mutter und als Lehrerin in die- ' sen Blättern niederlege. Es ist ein Lorurtheil »ergänze ner Jahre*! daß ein Weid, welches gebildet ist, nicht dem Sausstande vocstehen könne, daß ein Weib mit gebildetem eiste die häuslichen Beschäftigungen kleinlich finde und daß es gerathen sei, die Erziehung des weiblichen Geschlechtes nicht zu üvenpannen. Doch die vorgeschrittene Zeit hat diese Ansicht längst wiederlegt und uns eines Besseren belehrt. Lassen wir es uns ein für allemal gesagt sein, daß das Weib in seiner Vollkommenheit ein ebenso erhabener Wesen ist, als der Wann, **J und daß eine Nation je höher steht, se mehr bei ihr das Weib geachtet und geschätzt ist. i Wir wüßten nicht, daß jemals ein solches Lorurtheil geäußert - worden wäre. Die geehrte Schreiberin hat uns wohl mißverstanden, llm aber d n Standpunkt klarer zu machen, wäre vor Allem di« Bor 'rage -,u beantwortet: was ist Bildung? Und dann: was ist männ lich«, was weibliche, was allgemein menschliche uiv waS spezielle Berufsbildzrng? Wir glauben, daß mit dem Worte .gebildet * vielfach Mißbrauch getrieben wird, daß damit dle verschiedenartigsten Begriffe verbunden werben. Ist gut »unterrichtet," ist, »kenntniß voll", ist selbst das, was man »wissenschaftliche Bildung" nennt, identisch mit wahrer „Frauendilvung" V Ist diejenige Mutter, die viel weiß, schon um deswillen .gebildet" zu nennen? Wir verstehen unter Menschenl und besonders unter Frauenblldung: richtig e Werthschätzung der uns berührenden Ding« und der Erscheinungen in der Natur und im Leben. Sittlichkeit im allgemeinen Sinne! Wer wirb behaupten wollen, daß eine Frau, die höhere wissenschaftliche Kenntnisse hat, um deswillen nicht eine gute Frau und Mutter ssein könnte? Wer wird hiergegen auch behaupten wollen, daß nur „wissenschaftliche Bildung', — und von dieser scheint doch Frau Rosenmeper zu sprechen, —zur richtigen Erfüllung dieser Pflichten befähigt? —(9tn>.) **) Wer wird das bestreften wollen? Ist aber doch ein vollkommenes Weib nicht etwas ganz anders geartetes als der Mann? In coneiüt»: Wird in vielen Fällen der Mann nicht ganz anders «rtheile» muffen, als das Weib und doch haben beide richtig geurtheilt, da sie beide wohl höchst vollkommene, aber doch in ihrem Grundwesen ver- 1 schieden geartete Naturen sind?. - UM>3