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Der israelitische Lehrer · 1866-04-05 · 14 (5.4.1866) · p. Seite 58

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
6 (1866)
Issue
14 (5.4.1866)
Date
1866-04-05
Page
Seite 58 (sequence 2)
Language
German
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58 lung des Mmichengeschleckts. uver die Erziehung der Menschheit durch den ewigen Pädagogen, den Vater nn Himmel*), der uns alle wie seine Kinder führt und zu seinen Kindern erziehen will, betrachten, so hat jedes Volk feine Aufgabe, in der es die menschliche Entwickelung fördern soll. Wir könnten sogar sagen, jeder Mensch hat eine solche; nur tritt sie bei wenigen,"den weltgeschichtlichen Persönlichkeiten, augenfällig hervor. Nun gibt es zwei Völker, die Führer für alle übrigen Völker geworden sind: die Griechen in Kunst und Wissenschaft, das Volk Israel jn der Religion. ES wäre entsetzlich, sagt Burrsin irgendwo, wenn diese beiden Völker der Menschheit fehlten: Wer nun in Kunst und Wissenschaft Grones leisten will, geht zu dm Griechen in die Schule. Die Zlaturforscher sind zwar an die Natur gewiesen. Es wäre Thorheit, wollten sie wie im Anfänge des Aufblühens der Wisienschasten aus Aristoteles und Plinius die Naturwissenschaft lernen Aber Alexander von Humboldt hat doch auch diese nickt vemachlässigt. Auch in der Philosophie und Geschichte gellen uns die' Alten nicht mehr als Lehrbücher. Wir gehm überall eigene Bahnen. Aber wir bildm uns durch sie, und keiner, der .in Wissenschaft und Kunst Tüchtiges leisten will/^ar^ sie entbehren. Freilich bilden diese doch immer nur eine kleine Anzahl, dmn Wiffenschast und Kunst geht in die Theilun i der Arbeit ein. Ihre Früchte sollen Allen zu Gute kommen, ihre Pfleger find nur wenige Auserwähtte und Berufene. Anders ist cs mit der religiösen und sittlichen Entwickelung.' Beides ist uns immer eins. Diese soll jeder durchmachen. Hier soll jeder nach der Vollkommmheit trachten. Darum muß jeder ju den Quellen herabsteigen. Die Quellen unserer religiösen Eneuii^>.luuZ lsig.ii nuu iu den heiligen Büchern des nr. Volkes, in der Bibel." „Tie acht vädagogifche Weise gibt auch den recht-n Stufengang für die Auswahl der biblischen Geschichte. Weil nun die Menichheit durch die religiöse Geschichte dieses etiten Volkes in Gährung gebracht und zu. Entwicklung geführt wird, darum muß, wie jeder Künstler durch die Bildwerke der Griechen, so jedes Kind in der Schule durch die Thatiachen der religiösen Entwicklung dieses einen Volkes gebildet werden, damit es selber wachse und reife zum Menschen in Gott. Wenn jedes Volk bei seinm Dichtern und Denkern uns wenn wir Deutsche bei den unseligen auch reckt viel Bildungsftoff für die Kinder fänden, jene orientalischen Erzählungen ■ der Bibel könnten wir nimmermehr entbehren. Noch eins ijt ju Jbebenfen. Die Völker sollen ( zusammenwachsen zu einer großen Familie. Der Gedanke ■ der Social-Demokraten von der Welttepublik ist so wenig > ein bloßer Wahn, wie Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. ' In dem Ehristenthum**) (?) allein haben beide ihren Ursprung, ihre Wahrheit und -finden ihre Erfüllung. Das *i Man > «sielte bitjcn Öctanfn’- nui t muftticfc. X« klare Lessing bar ihn auszesprccken.- Liebe: Lämmtli-sie Lisirisicn, Lachmann jche; Ausgabe, Band i«^, H. Zdv. \ **> Hier finden wir wieder die Lerkebribeil iestgerannter Anstauung,; die aurb in den freisinnigsten Männern nickt weickrn will. Die (bestickte ' des Volkes Israel ist die Xluelle— und im Cbrisientbum allein seilen . beide ihren Uriprung haben. Wzz rcrbält sich das mit der Logik? I Red. d. »Ist. Lehrer.' I Reich Gottes wird in seiner Vollendung die Weltrepudlik. Darum müssen die Völker den Punkt fest halten, um den chr wogendes Leben gerinnt und sich zu geistig fester Gemeinschaft gestaltet. Ein irdisch-festgefügter Weltstaat aber, der alle Völker umfaßt, ist unmöglich, und jeder Versuch wird ein Verderben der Völker. Die Staaten d. h. die Reiche de» äußern Gesetzes und der irdischen Gewalt finden in den Volksthümern ihre natürliche Begränzung. Nur an den Gränzen, wo fich die Volksthümlichkeiten in einander schieben, oder wo Splitter von Volksthümern wohnen, zu s klÄn als daß immer eine einen Staat bilden könnte, ent- - steht Schwierigkeit und Strett. Aber die geistige Gemeiuichaft in Gott, in seiner Wahrheit und Liebe ist allen Völkern der Erde möglich. Um diese zu wecken, dazu gehört aber ein geistiges Gemeinguts Ein solches bietet der Inhalt der Bibel. Auch der Handel bereitet dem kommenden Reick Gottes*) den Weg, wenn er wadrhaft in christlicher Sittlichkeit (I?) geübt wird. Das erwähnen wir nur, damit wir es nicht zu leugnen scheinen. Es ist also wichtig für die geistige^Entwickelung des Menschengeschlechts, daß alle Völker und alle Mensche» ein solches geistiges Gemeingut haben. Es ist nach meiner Meinung unbestrittene Thatsache, daß mit Abraham der Glaube an den einigm allmächtigen Gott, dessen Verehrung im frommen Wandel und Gottergebenheit besteht (1. Mos. 17, 1), in der Menschheit ist lebendig geworden. Durch diesen Glauben ist Abraham der Vater vieler Völker, nämlich aller monotheistischen. Es ist Thatsache, daß Moses diesen Glauben fortgebildet hat zum Glauben an den ewigen, heiligen und gerechten Gott, unfern Herrn und Richter, an den Gott, wie er sich im Gewissen offenbart. Die Propheten prägtm diesen Glauben nuu deal Volke immer aufs Neue ein, ermahnten das Volk zur Treue in ihm, vergeistigten ihn und bereiteten so die Vollendung vor. So erzählt uns das alte Testament die Vorbereitung auf die höchste Religionsstufe. Die Vollendung geschah ." (Unsere Leser errathen was jetzt kommt. Wir bestreiten es. Die religiöse Idee war in. den ersten Uranfängen der Religion vollkommen, wie Gott vollkommen, der EiuEnzige ist. Die Ausführung, Vollendung ist Aufgabe der forti schreitenden Menschheit. ' War die religiöse Idee in Jesu vollendet, so war sie es auch in Abraham. Entweder ewiger .Fortschritt oder Vollendung imersten Keime der göttlichen; Offenbarung.) „Durch diese biblischen Thatsachen, mögm sie uns nun gegeben sein in schlichter Erzählung oder in mythsscher Ge schichte, sollen auch unsere Kinder sich entwickeln, und sie können sie nicht entbehren. Möchten sich auch in dm Werken deutscher Dichter und Denker Stücke finden, die ganz dm biblischm für die Kinder,brauchbaren Inhalt ersetzen könntm (wenigstens habe ich noch von keiner derartigm Zusammenstellung für Schulen gehört): aber ich glaube, die Schule müßte doch die biblischm Erzählungen festhalteu. *) Run denn, da hätten wir ja den Beweis, daß die Juden und nur die Juden die echten Sendboten des Äottesrktches sind. Denn — ihnen entstammt di« Religion und daß sie auch im — Handel etwa» leisten, kann man selbst in den judenfeindlichen Blättern und Suff/nt jederzeit lesen. — Red. d. »Jsr. Lehrer.'

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