Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 6 (1866)
- Issue
- 14 (5.4.1866)
- Date
- 1866-04-05
- Page
- Seite 59 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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59 Die Kindlichkeit in der Erzählung de- Wirklichen und des Mythischen kann nicht übertroffen werden. In dieser kindlich-einfachen Weise werden uns die Urzustände jedes Menschenleben-, die Familie, vorgeführt, und eS ist gut, daß ,die Kinder diese Grundlage allegemeinschaftlichen Lebens, diese Wurzel aller staatlichen und kirchlichen Gemeinschaft in ungekünstelter Einfalt und «»geschwächter Natürlichkeit anschauen lernen. Denn nur bei einem gesunden Familienleben können Staat und Kirche gedeihen. Auch das ist noch zu bedenken, daß die Geschichten nnd Weisheitssprüche der Bibel in allen .Literaturen christlicher Völker überall Spuren haben. Die Kinder verlieren einen Schlüffel zu vielen Schönheiten an Kunstwerken ihres und ander Völker, wenn sie nicht lernen in der Bibel zu Hause zu sein, wenn ihnen die biblische Ausdrucksweise fremd bleibt. Aber für die Kinder der Volksschule, die keine fremden Sprachen lernen, ist es gerade wichtig. Erzählungen aus einem alten und fernen Lande, einer fremden VolkSthümlichkeit zu vernehmen. Das Allgemeinmenschliche tritt dadurch um so leichter hervor. Und Kindern, die sonst nichts Fremdes und Fernes genauer kennen lernen, darf dieses bildende Element in den orientalischen Erzählungen der Bibel nicht entzogen werden. (Fortsetzung folgt.) 3lcf nifion. aber inSbesonoeee bei seinen Studien der hl. Schrift und in der Schule ein unentbehrlicher Helfer sein. Wir hätten nur den Wunsch, der Herr Verfaffer wolle auch die Propheten und Hagiographen in neuer Auflage erscheinen lassen (sie sind vergriffen?) und gewiß wird der größte Theil der Lehrerwelt zu einem Werke greifen, für das es auf diesem wichtigen Gebiete keinen Ersatz gibt. Deutsche Poetik. Formenlehre der deutschen^dichtkunsi. Ein Leitfaden für Oberklaffen höherer Bildungsanstalten, bearbeitet von Or. Otto Lange, Profeffor in Berlin. Berlin 1865, Verlag von Rudolph Gärtner. (Ladenpreis 15 Sgr. 132 ©. 8°) Der Verfaffer hat es verstanden, in schulgerechter Weise das Wiffenswürdigste über die Formen, Erscheinungsweisen und Gesetze der deutschen Dichtkunst mitzutheilen, um^in solcher Weise eine höhere Erkenntniß der deutschen Literatur zu fördern. Schulbotanik, in methodischen Cursen bearbeitet, von Alfred Kirchhofs, ordentl. Lehrer an der Realschule O. L. zu Erfurt. 3. Curse, Halle, Druck u. Verlag von H. W. Schmidt. 1*65. Ein sehr gut geordnetes Lehrbuch dieser Wissenschaft,.! das durch Uebersichtlichkeit und insbesondere durch die Anj ordnung nach den Monden der Erscheinung der betreffenden! Pflanzen gut benutzbar ist. --'in, der Pentateuch, oder die fünf Bücher Mo'es nebst Haphtharas im hebräischen Texte mit deutscher Uebersctzung, fortlaufender Erklärung und homiletisch benutzbaren Anmerkungen. Herausgegeben von vr. Sal. Herxheimer, Herz. Landes - Rabbiner zu Anhalt-Bernburg. 3 verm. und verb. Auflage, Leipzig, Verlag von Quandt und Händel. 1865. (Preis 3 Thlr. 10 Ngr.) Wenn ein Werk, wie das vorliegende, in 3. Auflage erscheint, so ist dies ein Beweis seines Werthes und seiner " Trefflichkeit. Und so wiederholen wir den» nur Bekanntes und oft Gesagtes, wenn wir demselben vor allen Schriften ähnlichen Schlages weitaus dm Vorzüg geben. Die Uebersetzung ist edel, einfach, correkt, und zeichnet sich durch ihre Verwendbarkeit für die Schule und Synagoge auf's Vortheilhafteste aus. Der Sinn der Schrift ist möglichst wortgetreu wiedergegeben, und doch ist die deutsche Uebersetzung so gehalten, daß sie sich gut liest. Die Erklärung ist vorzüglich, frei von weitausgeholten wiffenschaftlichen Hypothesen und mit dm Haaren herdeigezogenen Bemerkungen, und doch intereffant, lehrreich, überall gut und bedeutend, den Kern der Sache treffend. Auch die homiletisch benutzbaren Anmerkungm sind zur Verwmdung geeignet und das Aeußere, Papier^ Druck und Schrift entsprechmd. Wir können daher das Werk, das bereits so viele Freunde hat*), auch in seiner neuen Auflage auf's Wärmste empfehlen. Es wird jedm Leser befriedigen, jedem Freund der Thora eine Lebensquelle, dem Lehrer *) Wir verweisen auf die Recenfion Nr. Ltein's .Israel. Volkslehrer" 1Ü55. Wochenbericht. Eamen, 0. Kebr. (Schluß.) Ein Jahrhundert nennt ihr's, das ich durchlebt? — ein Traum ist ei nur, eia flüchtiger Traum! Und Ihr Alle, die Ihr jetzt mit den hundertjährigen Grei» anstaunt, auch Euer Leben ist ein Traum, möge er ein süßer sein!*" — Weiter sprach der Redner von der Pflichttreue de- Nestoraller deutschen Lehrer, der bis zum Eintritt in da-s 03. Lebensjahr ununterbro'chen in seinem Amte thätig war, zollte den Gründern und TheilnehmerS deS «ststeS gebührende Anerkennung und schloß seine Rede unter allgemeinem Beifall mit einem Glückwunsch. Ein abermaliger Gesang folgte diesen Worten und es wurden alSdann einige Briefe an den alten Herrn vo'gelesen, wovon uns der folgende der öffentlichen Mittheilung besonders werth erscheint: Gwhrter Herr Borchardt! Ihnen, dem würdigen Nestor der preußischen Elementarlehrer, widmen wir unsere Vesten Wünsche zum zweiundneunzigjähriaen Geburtstage! Da Wein die Milch der Alten ist, wie der-Dichter sagt, so mözm Sie dabeikommende Papier in diese goldene Flüssigkeit de» B >ter Rhein verwandeln, um deS Lebens Sorgen und Mühen za vergeffrn. DaS ofsizieüe Central-Schulblatt vom März 1865 bemerkt: daß da» Budget der Elementarschule von 18-19 bi» 1865 nur um 7765 Thlr. gestiegen ist; dagegen ergeben die statistffchen Nachrichten von Dr. Engel, daß die dringendsten LrbenSbedürfniffe in diesem Zeitraum um 1.' pEt. Höher gingen, die Gehälter sich demnach um so viel verschl»bterten. Trotzdem wir, wie ein großer Staatsmann sagt, »heidenmäßig viel Geld haben!' kann der Staat, bei einem Kriegsbudget von 41 Mill. Thlr. für die Schule wenig thnn; Sie würden un» deshalb! durch die Mittheilung der Kunst, wie man bei einem jährlichen