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Der israelitische Lehrer · 1866-03-29 · 13 (29.3.1866) · p. Seite 54

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
6 (1866)
Issue
13 (29.3.1866)
Date
1866-03-29
Page
Seite 54 (sequence 4)
Language
German
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Erreichung übrigens urinier noch in ziemlicher Ferne stehet — zu fürchten, gleich jenem witzelnden Pollak, der den Satz fragend herumdrehte:;n’ — ’c c’N’2j .v.i' cn; vielmehr wird unser Stand um so geachteter, und seine Träger in um so besserem Befinden sein, je höher das Verlangen nach sittlicher Vollkommenheit steigernwird. Der jüdische Lehrer und die jüdische Lehre fürchten das Licht und die Geistesfreiheit nicht! Eie können dabei nur gewinnen. Darin liegt auch die Auserwühltheit Israels, daß cs selbst wächst und fortschreitet in der Erfüllung' seines Berufes, Licht und GotteSlehre zu verbreiten. Und je lichtvoller die Gemeinde, desto glücklicher der Lehrer. Gott Lob! wir haben jetzt schon die schönsten Beweise vor Augen, wie der Bachur- Jsrael unter gebildeten Völkern nicht mehr in Ghettos unter Truck und Knechtschaft seufzet und die freundliche Sonne seiner Befreiung, glänzend schon am Mittaghimmel stehet; so ist auch unserm Stande ein leuchtender Stern am Morgenhimmel aufgegangcn in dem Verein zur Unterstützung hilfsbedürftiger ifr. Lehrer rc. und die rege Theilnahme für denselben,'die sich allenthalben kund chut, die Bereilwtlligkeit, durch Spenden denselben zu kräftige», beweist zur Genüge, daß mindestens ein großer Theil unserer Glaubensgenossen*) unfern Stand zu würdige» gelernt hat (warum immer noch nicht Alle?). Diese Wahrnehmung ist's, die am Sed.er-Abend das Gemüth vieler Lehrer besonders erheitern kann und mag, wenn er überzählt die Häupter seiner Lieden, die er jetzt wohl versorgt weiß unter der Obhut Gottes und semer Standesgenosten. Freudig daran denkend und für die rolle Erlösung eines bis jetzt noch immer gedrückten Standes hoffend, werde ich mein 4tes Glas — ein ru-itc' do — erheben und mit einem Gruße im Geiste an meine Collegen in Israel und an alle Lehrer der Menschheit, die Licht und Liebe verbreiten^, anstimmen aus freudiger Brust dem Herrn der Heerscharen ein hehres — Hallaluj ahI Camberg, zweiten Tag des Nisanmondes 5625 n. E. d. jffi. M. Sonnenberger. Wo eh ett b e r i eh t. Aus Verden (in 'Hannover) erkalten wir folgende Zuschrift: .Der Klein'sche Aufruf,dat für die Lacke unseres Vereins einen Ericlz gehabt, den weder Sic noch ich rorausgcsehen. Sw baden hier einen tfricf vom Collegcn Flcischbacker, sowie vom Coll. Kohnboff in Neustadt a. R. und des letzteren Mitglied sbeitrag, Sie finden in Fleischhackers Schreiben, daß dieser und ich einen Aufruf an die hannöver'schen Collegen erlassen wollen, worin diese zu der Bildung eines neuen Lebrervereins und zum Anschlüsse an Ihren Unterstühungsverein aufgefordert werden. Lieber College, Sie staunen, Sie tragen sich vielleicht verwundert: „Was ist im Königreich Hannover unter den jüd. Lehrern vorgegangen?" Ich will Ihnen die Erklärung von dem *) Besonders erfreulich tft’s, daß selbst Aichtisraeliken eine schöne Lptersähigkeil für diesen heiligen Zweck an den Tag legen, wovon Tchreiber dieses im vorigen Jahre in diesen Blättern einen Beweis lieiern zu können so glücklich war. Allen nickt vorenthalten, denn nur ich vermag Ihnen Aufklärung zu geben. Sie haben mich nicht in Sarstedt gesehen, ick ging nickt hin, weil meine I. Collegen einen hannöverischcn Unterstützungsvcrein wollten, ich aber vom ersten Auftauchen dieser Absichten der Ansicht war: daß man nie einen wirksamen, lebensfähigen Unterstühungsverein bilden kann und wird. Sie wissen, daß ich mich gleick beim Entsthen Ihres Vereins diesem ansckloß und für denselben zu wirken suchte, allein das wissen Sie nickt, daß ich mit meiner Ansicht unter den bannövcrischen College» allein stand; teßhalb war meine Agitation bislang von fast gar keinem Erfolge. Daß dem in Sarstedt gelegten Ei aller Nahrungsstoff fehlen würde, habe ick vorausgesehen u:ib manchem College!! vorausgesagt, selbst die Conferenzcn sind gestorben. Ta kommt nun der „Klein'sche" Fall und rüttelt die Schläfer auf. Von allen Seiten geben mir Aufforderungen zu, mich zu bctheiligen an einem Schreiben, an die Landrabbincr gerichtet, die Sacke des hannöver'schen Untersrützungsvcreins energisch zu betreiben; ick lehnte ab — die Gründe Keinen! vorenthaltend. Ihre Devise ist die meinige: „Kein Particularismus!" „Scklicßt Euch der Gesammthctt an■" Aber ick setzte hinzu: „Wollt Jlr Eonfcrenzen, ick'ein dabei, es gibt außerdem noch viel zu erstreben, und mit Gott zu erringen." Und nun sckauen Sie, lieber College, sie kommen, die Gegner und — wollen nicht mehr Particularisten sein, voran der wackere Fleisckbackcr, einer der tüchtigsten im Lande, mein langjähri er Freund, dem werden die Anderen schon folgen, dcß können wir gewiß sein. Und die Confercnzen in Hannover sollen wieder erstehen und Gctt wird seinen Segen dazu geben, daß wir den hannöver'schen Lehrerstand immer fort sich bilden, sich beben sehen, immer tücktlg fortschreitend zu seinem und der ihm anvertrauten Iztgmd Wohle." - Sommer. Wir fügen diesemSckreiben auch das des Herrn Collegen Fl.ischhacker aus Harburg bei, an dem wir mit unserem Vereine in Sarstedt noch einen unserer intelligentesten Gegner hatten. Das Schreiben lautet: „Unterzeichneter ist nickt so verblendet, cs offen auszusprechen, daß er noch bis zu den letzten Tagen herab der Meinung war, ein Gesammtansckluß der hannöver'schen Lebrer an Ihren Untcrstühungsvercin könne der Bildung der von uns projcctirten Unterstühumscasse schaden; ferner ist er offen genug, es nicht;u verhehlen^ daß er bis vpr Kurzem in die Leccnsfähigleit Ihres Vereins Zweifel gesetzt. Ncbmen Sie jedoch durch diese Zuschrift den Beweis, daß sich diese Zweistl verloren Dagegen muß ich eingestehen, daß ick kon der Zuversicht zurückgekommen bin, überbaupt einen Unterstückungsverein ins Leben treten zu sehen. Sie haben mich in Sarstedt kennen gelernt, ich bin nock derselbe, bin nock immer gewohnt, meine Ansichten frei und offen zu bekennen. Daber habe ick nick t alle n beschlossen, Ihrem Vereine jetzt beizutreten, sondern meinen College» Sommer in Verden aufgefordert, mit mir vereint unsere hannoverische Collegen zu einem Gesammtanschluß an Ihren Verein zu veranlassen. Zu diesem Zwecke werden w.ir eine Aufforderung durch die „Zeitung für Norddeütfchland" erlassen, und im Mai in Hildlshcim, oder zu anderer Zeit an einem andern Orte nochmals Zusammenkommen, um über Neubildung eines Vereins und Anschluß in copore an Ihren Verein zu beratheu." Fletschhacker. Wir sind also der frohen Erwartung, daß die hl. Sache unseres Vereins auck im Hannoverlande tüchtig gefördert wird und wieder edle und höchst schätzbare Glieder der herrlichen Kette deutscher Lehrer sich anschließen, die sich vereinigt bat zu hobem Ziele. — Wir haben unsrerseits Herr» Sommer gebeten, alsbald eine Agentur des Vereins für Hannover annehmen zu wollen, was dieser bis zur definitiven Wahl, die in Hildes-

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