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Der israelitische Lehrer · 1866-03-22 · 12 (22.3.1866) · p. Seite 49

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
6 (1866)
Issue
12 (22.3.1866)
Date
1866-03-22
Page
Seite 49 (sequence 3)
Language
German
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49 5) Muß der Lehrer und Erzieher bestrebt sein,, seinen Zöglingen den vorgetragenen Unterrichtsgegenstand, auf den fortgebaut und der zu Hausarbeiten u. dgl. Veranlassung gibt, recht klar und deutlich zu machen und nicht eher zu einem andern Gegenstände überzugehen, bis er überzeugt ist, daß die Zöglinge jenen inne haben. Diese werden sonst genöthigt, nach anderen unerlaubten Mitteln sich umzusehen und der Lehrer auf diese Weise hintergangen. Die Folge davon ist, daß die Zöglinge sich überhaupt an Lügen gewöhnen. 6) Muß der Lehrer und Erzieher die Kinder, soviel ihm nur möglich ist, vor bösem Umgänge zu bewahren suchen, da die Rohheit, Verwilderung und Unsittlichkeit überhaupt und überall es mit der Wahrheit leicht nimmt. Böse Buben erlauben sich nichts so leicht — als Lügen; und böse Gesellschaft verdirbt gute Sitten. 7) Der Lehrer muß Vertrauen zur Wahrheitsliebe seiner Schüler haben und dies durch Wort und Thal beweisen. Er darf nie ohne genügenden Grund ihre Aeußeangen in Zweifel ziehen; nie etwas für eine Lüge erklären, > er nicht, davon überzeugt ist Es ist eine bekannte brung, daß Menschen leicht das werden, was sie noch nicht xünd, wenn sie wahrnchmen, daß man .sie doch dafür hält. 8) Das Wort nu2up"n bv iorm nnx — Wahrheit ist das Siegel Gottes! — wird dem jüdischen Kinde eine Heilquelle werden, die ihn auch die Erhabenheit des Satzes begreifen lehrt: bin pin bin noxn pp ,-ioiy nnim O’-üi avbv by Aus Wahrheit ruht die Welt Die Menschheit kann nur in und mit ihr bestehen. S. Weintraub. Lehrer und Cantor zu Deutsch-Eylau. Recension. Periode airgehört, und der chemische Gehalt seines Wassers sick sehr von dem des arabischen Meer >usens unter cheibet. Wir halten vielm.hr die arabische Wiste nir eine Forlsetzunz der Sahara, in welcher Aegypten eine Oase bildet. Daß Diese W2stenstriche ehemals von Meere bedeckt wa-en, soll damit nicht geleugnet werden Das Wort Kanaan wird richtig als Riede? rung gedeutet. Daß nicht alle Kanaaniten in den Niederungen wohnten, hätte dem Verfasser keine Schwierigkeit bieten brauchen. Das Land ist so im Gegensatz zu Aram (Armenien) dem! nördlichen Höhenland, genannt worden,, von wo kommend man! das „Knie beugend" in die Niederung binabstieg: .Das deutsche Wort Knie ist so rar damit verwandt, ebenso „knicken," „Nacken," „G.nick," auch dat arabische „Onk," was Hals, Stacken bedeutet, und damit hangt wiederum das hebräische pjy, p’iyn „umhalsen" und D’pjy „die Langhalsigen, Riesen" zusammen. R. Wochenbericht. Palästina, beschrieben von C. Hergt. Weimar, Geographisches Institut 186b. — Wir haben hier kein trockenes Handbuch der Geographie vor unS, sondern eine lebendige Beschreibung des heiligen Landes, in welcher nach Ritter'scher Me< thode'sowohl die-Geschichte der Vergangenheit, wie die Verhältnisse der Gegenwart Berücksichtigung gefunden haben. Der Verfasser kennt das Land aus eigener Anschauung und hat seine , "Erfahrungen, wie die Reisebeschreibungen Anderer benutzt. Ohne gerade feindselig gegen das Judenthum zu sein, verläßt indeß der Verfasser seinen christlichen Standpunkt doch nicht. ES sind Hauptsächlich die Orte und Verhältnisse der katholischen Religionsgeschichte, Welche beschrieben und besprochen werden. Für den Mann der Wissenschaft sind zwar auch diese von Interesse, aber der jüdische RetigionSlehrer wird hierdurch nicht immer die AuS - kunft in dem Buche finden, welche zu suchen er veranlaßt ist. In der geographischen Beschreibung des Landes wird die Ansicht wiederholt, daß der arabische Meerbusen ehemals wohl die -arabische Wüste und daS Ghor (Jordan-Thal) üserströmt, nachher aber durch eine vulkanische Erdrevolution der Landstrich in der Mltte sich gehoben und nach beiden Seiten Absenkungen gebildet .habe. Dadurch sei das Meerwasser Lurückgedräagt worden. Die südlich« Absenkung sei Wüstenland, die nördliche durch den Jordan ein fruchtbar bewässertes Thal geworden. An der ^tiefsten Einsackung sei im tobten Meere das Merrwaffer zuruHeblieben. UnS «st diese Bermuthung unwahrscheinlich, da die Entstehung das tobten Meeres nicht der vorgeschichtlichen Frankfurt a. d. O., 26. Febr. Hr. Redakteur' Der Mitthei lung des nachfolgenden, jüngst von der „National-Zeitung" gebrachten Referats Behufs weiterer Verbreitung durch Ihr geschätztes Blatt mag ich mich um so weriger cutschlagen, als dessen Inhalt in formaler wie realer Hinsicht manchen bedeutsamen Fingerzeig und darum nicht nu dem einzelnen Jugendbildner welcher Confession er immer.se«, reichen Stofs zum Nachdenk.m — sondern auch den ob ihrer gegenseitigen Anregung und Aufklärung nicht genug zu schätzmden Leorer-Versammlungen gewiß willkommene Themata zur Besprechung bietet. Für Gediegenheit der einzelnen Motipirungen spricht unzweideutig der umständliche Jnstanzenzuz, des, sie vor ihrer endgiltigen Feststellung zu durchlaufen haben! Die beiden letzten Proprositionen sind zwar zumeist von lolaler Bedeutung: mögen jedoch einerseits der Vollständigkeit w,gen hier nicht übergangen werden, und dürsten ander rseits auch in manchen jüdischen Kreisen, besondergrößeren Gemeinden, wohl Anwendung sinden. Das Referat lautet (mit Ausschluß der eingeschalteten Bemerkungen) wörtlich: . > Lehrer-Eonserenzen. Zu den wichtigsten und sördersamsten Einrichtungen für das Gedeihen und die Fortoildung des Unterrichts und ErziehungS-WesenS in den hies. (Berliner) Elementarschulen gehören die seit 1858 bestehenden Lehrer-Eonserenzen. Nach der diesen Conserenzen gegeben Organisation sind die Gemeinde- und Privat- Schulen mit Rücksicht auf die Parochien in vierzehn Bezirke getheilt. Die in den Schulen eines jeden Bezirks beschäftigten Lehrer bilden eine Bezirks-L> Hrer-Eonferenz, an deren Spitze ein pädagogisch gebildeter Geistlicher oder ein bewährter Schulmann steht. In sämmtlichen, allvii rteljährlich zusammentretende« Eon ferenzen wird ein und dersel l>e Gegenstand in Berathunz genomnomen, der vorher in einer Versammlung der Eonserenz-Borsteher, unter dem Vorsitz de s mit der Beaufsichtigung der Elementarschulen betrauten Sla! tschulraths, näher erörtert worden ist. Die Verhandlungen der Bezirks-Lehrer-Conferenzen über diesen Gegenstand gewähren demnächst das Material zu weiteren Berathunzen, welche n der von demselben Stadtschulrath zu leitenden Eonferen; d r Hauptlehrer und Schulvorsteher einige Wochen später stattsinden. Die aus diesen Berathungen gewonnene» Resultate werden in ein Protokoll zusammengestellt und der Schulbeputation vorzelegt. Bei dies« Organisation der Lehrer-Conferenzen gelingt es nicht sesten, nicht nur Veränderungen und Einrichtungen für den Lehrplan od« die Disciplin der hiesigen Elementarschulen in zweckmäßigster Weise vvrzubereiten und einzuführen, sondern auch wichtige allgemeine pädagogische Frage» gründlich zu «örteru. >

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