Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 6 (1866)
- Issue
- 8 (22.2.1866)
- Date
- 1866-02-22
- Page
- Seite 31 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Wochenbericht ist das, was er wirklich geleistet, im Verhältniß zu dem, was er nach unserer Ausführung hätte leisten können. Und diese Erscheinung tritt uns bei jedem Menschen mtgegen. Wenn also der Mensch bei mehrtausendjährigem Alter die Entwicklung seiner Anlagm und Keime nicht zum Abschluß bringen kann, um wie viel weniger kann er das bei der Handvoll Jahre, die ihm hier zu Gebote stehen I Nothgedrungen kommen wir also zu dem Schluffe: daß es noch ein Leben geben muß, wo diese Anlagen und Keime zur höchsten Entwicklung gelangen. Noch mehr werden wir in dieser Wahrheit bestärkt, durch den Gedanken an Gottes Weisheit. Wie, entspricht es der höchsten Weisheit, die ja Alles auf's Beste und Zweckmäßigste einrichten muß, den Grund zu einem Gebäude zu legen, dessen Spitze bis in den Himmel hineinragen soll, um dann eine Strohhütte darauf zu bauen? Ohne Bild: entspricht es Gottes Weisheit den Menschen mit Anlagen zu einer unbegrenzten Entwicklung im Guten auszurüsten, um diese Entwicklung mit dem Tode des Leibes abzuschneiden? Nein, diese Entwicklung wird im Tode gewiß nicht abgeschnitten, denn nur der Staub u. s. ».* *) Und endlich ist unS Gottes Güte Bürgschaft für ein ewiges Leben. Wie, hat Gott nicht selbst die heiße Sehnsucht nach einer ewigen Fortdauer unS in's Herz gelegt? Wie wäre nun die Nichterfüllung dieser Sehnsucht mit der Güte Gottes in Einklang zu bringen? Ja noch mehr. Er hat uns gezeigt, zu welch Hohem wir gelangen können, wie er uns ein wenig geringer gemacht, als ein göttliches Wesen; sollte er mir nur darum diese Einsicht gegeben haben, um mich von der Höhe, auf der ich stehe, in den tiefen Abgrund des traurigen Bewußtseins zu schleudern: sieh, des Menschen Vorzug vor dem Vieh ist dennoch ein Nichts, denn Alles ist eitel? I **) Dann machte er mir mit der Vernunft ein trauriges Geschenk, dann wärm wir noch schlimmer daran, als da« Thier, welches ja seinen Zweck erfüllet, während ich meinen Zweck nicht erfülle — aber nein, der Allgütige kann nicht wollm, daß ich so tief unglücklich sei, darum muß ich glaubm, daß jenseits des Grabes ein mdloses Sein winkt, dmn nur der Staub u. s. w. — Möchte es mir gelungen sein, den Glauben an Unsterblichkett in Euch befestigt zu haben!*••) — Auch unser Geist wird einst zu Gott zurückkehren, dort sehm wir Euch, theure Seelen, wieder. Bis dahin aber zollm wir Euch eine Thräne dankbarer Erinnerung. rrn 1B1D. Ferner: der Mensch sei «In svp C^IJ? (Mikrokosmus). Ferner: 11BP 1281.1 lbl2 D^IPN bo flvKI.1 DIN, welche Stellen mit Obigem leicht in Einklang zu bringen find, ländlich Äkedah: 101^2 ^N .11L" .121' DK DDD INK t>2. •) 10NJIP K2.1 D^IJ)1? l'j’EN nnuo D.11? I'K D'D2N '1'D-D J1'82 DTlbN f>K .INT -'N Vn ^'ND 12-' d. h. die Frommen gehen noch im Jenseits von Streben zu Streben (moed katon 29). **) Der Wunsch, beständig fortzudauern ist fast so alt, als der Mensch selbst ist. Der Bedanke nicht mehr zu sein, schreckt ihn in fich selbst zurück und eine leis« Ahnung sagt ihm: Du bist unst-rblich. Herodot gibt den Egyptern die Ehre, von ihnen zu sagen, daß sie die ersten gewesen seien, welche die Unsterblichkeit, sowie Lohn und Strafe i» einem Jenseits ausdrücklich gelehrt. ) Srmunterang, diesem Glauben gemäß zu lebe». Alzey, 12. Febr. Die Alliance Jsraelite Universelle hat ihr Bulletin vom Januar versandt, welche» Berichte aus de« 'Sitzungen vom 26. Juni bis 23. November enthält. Wir erfahren wieder von einer zahlreichen Vermehrung der Mitglieder und einer Bereicherung der Bibliothek.- DaS Interesse für die' A. ist in stetem Zunehmen. Die Schulen im Orient und in Afrika, welche die A. theils gegründet, theilS zu begründen unternommen hat, haben noch mit mannichfachen Schwierigkeiten zu kämpfen. Die A. schreitet aber auf dem betretenen Wege muthig und unerschrocken weiter und ist bemüht^ die entgegenstehenden Hindernisse zu beseitigen. Die A. geht von dem Grundsätze auS, nur diejenigen Schulen zu unterstützen, welche bei den betreffenden Gemeinden Anklang und auch Seitens dieser Unterstützung finden. Es ist fraglich, ob darauf immer bei dem niedrigen Bildungsstande der Gemeinden zu rechnen ist. Die Sache ist zu neu. Ja, es ist natürlich, daß das Werk anfänglich bei diesen eher Opposition, als Unterstützung findet, bis eS sich durch seine Leistungen bewährt haben wird Auch für die Gründung von Schulen in Polen wird die Vermittelung der A. angerufen, welche indeß ihrerseits auf die daftir in St. Petersburg bestehende Commissin verweist. Auch die Gemeinde in Cochin (Malabar) fordert zur Gründung einer Schule und um Zusendung einiger Talmud - Exemplare auf. Von Belgrad ist der A. ein an die Serbien garantirendcn Mächte gerichtete- Memoir unterbreitet, um den Juden zur Wiedererlangung der seit mehreren Jahren vorenthallriren bürgerlichen und politischen Rechte zu verhelfen. Bon Janinai (Türkei) wird wiederum die Entwendung eines minderjährigen jüdischen Mädchens gemeldet, in der Absicht, es zu taufen. Ebenso von Ehadatz in Serbien. Die A. beschließt dir Intervention der Behörden durch den Minister deS Auswärtigen anzurufen. Ein gleicher Beschluß wird gefaßt in Betreff der Berichte über Grausamkeiten in Bagdad, in Tunis und Marokko. In einer ungarischen Stadt hatte die- Commünalbehörde den Juden die Theilnahme an öffentiickcn Verkäufen untersagt. Dir A. hofft bei der österreichischen Regierung Abhülfe verschaffen zu können. Die von der A. gekrönte Schrift Benamozegh'S: E»»w eomparatif du christianismo et du jadaisine soll durch den Druck veröffentlicht werden. Der .Autor bestimmte dazu seinen Preis von 1000 FrcS. und die A. fügt 500 FrcS. zur Bestreitung der Kosten hiezu. Von verschiedenen Gemeinden wird der Ertrag der Sammlungen behufS Gründung der Schulen mftgetheilt. Der ganze Jahresertrag wird durch Herrn Albert Eohn der A. übergeben. Für das laufende Jahr soll ein neuer Ausruf erlassen werden. Aus der Insel Gerby waren die Juden unter Anwendung der Tortur gezwungen worden, auf den Ersatz für die von ihnen erduldeten Gewaltthätigkeiten zu verzichten. Die A. hatte für sie intervenirt und ein später von Sir Francois Goldsmid mitgetheiltes Schreiben Lord Ruffels berildtet, daß ihnen dafür 250,000 Piaster Seitens der muselmänntschen Bevölkerung nunmehr gesichert seien. In Sa »nicht waren mehrere angesehene (!) Juden eingekerkert worden, weil sie sich den ihnen mehr und schwerer als anderen Einwohnern auferlegten Lasten und Arbeiten entzogen hatten. ES wurde sofort eine Depesche an S. E. Ali Pascha, Minister des Auswärtigen bei der hohen Pforte, gerichtet, mit der Bitte, sie in Freiheit zu setzen. Eine später eingegangene Antwort theilt mit, daß die Klage unbegründet gewesen sei. Die Juden hätten sich jeder Arbeit entziehe» wollen (!), eine größere und schwerere Last und Arbeit, als den Uebrigcn, sei ihnen nicht aufedlegt gewesen (?). Auch seien sie inzwischen schon in Freiheit gesetzt worden (!). Die i A. enthält Bericht über den Schmutz und die Ungesundheit deS