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Der israelitische Lehrer · 1866-02-15 · 7 (15.2.1866) · p. Seite 27

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
6 (1866)
Issue
7 (15.2.1866)
Date
1866-02-15
Page
Seite 27 (sequence 3)
Language
German
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27 — auf dm unvergleichlich wuchtigen Hebel für treffliche, sittlichreine Erziehung der Kinder und Zöglinge, der darin gegeben, und dessen Außerachtlaffen die reichste Saat leiblichen und geistigen Unheils unter den Menfchm ausstreut. — Wohl rannst du (wenn du eS auch nicht sollstund darfst: ihr sollt nicht nachwandeln eurem Herzm rc., 4. M. 15) dm von Gott in dein Innerer gelegten Wegweiser und Richter durch unrecht« Neigungen und Triebe, denm du mit Wohlgefallen nachhäugst, und die von Stufe zu Stufe zu bösen Gewohnheitm, schlimmen Leidenschaften und häßlichen Lastern anwachsen, wohl kannst du ihn mehr und mehr bestechen, am Ende ganz zum Schweigm bringen, (schrecklicher Sieg!), aber alle diele verderbmreichm Einflüsse vermagst du gegentheilS in dir und dm deiner Obhut Anvertrautm mit dem einen Worte zu bannen: „dcS Ewigen Augen rc."; ein unbestechlicher, nach der Waage des lautersten Rechter aburtheilmder Richter wacht über alle deine Gedanken und Schritte,- Er sitzt über dich in jeder Stunde deiner Lebens zu Gericht („der Mensch wird täglich, stündlich gerichtet, Talm. Rosch Haschanah 16), ,.gibt Jeglichem nach seinem Wandel und der Frucht seiner Thaten" (Irrem. 31, 19); und hat Er in deinem Erdenwallen auch Geduld und Nachsicht gegen dich geübt, die Stunde der Rechenschaft, da du der -zeitlichen Welt für immer den Abschiedsgruß zurufst, kömmt unfehlbar heran, und wmn dann die Last deiner Verschuldungen die Schaale niederdrückt, und dar Zünglein daran nicht nach der Seite deiner verdimstlichen Werke auSschiägt, wo soll deine Lösung erstehen für deine Seele sie, die du rein und unbefleckt aus himürljscher Hand empfangen („die Seele — ift( rein", Frühgebtt), und nun besudelt, entwürdigt vor Gottes heiliger Antlitz zurückkehrt? Darob „wäge ab" rc , und lasse keinen der dir zu Gebote gestellten Wegweiser und Schutzmauern ungenutzt, um deine und der Deinen Seelenlauterkeit durch sie zu wahrm. II. Weil du unter ewig gleicher Wacht und Aufsicht einer höchsten unbestechlichen Richters stehst (5 B- M. 10, 17), der alle deine Wege und Schritte zählt, mißt und wägt (Text und Hiob 14. 16), deLhalb, um vor Ihm hier und dort bestehen zu können und nicht beschämt zu werdm rm Gerichte, habm wir cS Ihm also gleichzuthun und unsere inneren Gesinnungen wie äußeren Thaten mit scharfem Blick zn prüfen und zu mustern In die-! sem unsere Seele durchleuchtenden und heiligmden Gej danken ist und aber zugleich ein bestimmter, wie mit dem i Lirkel abgegränzter Macßstab zur Hand gegeben, durch dessen Anlegung wir in unserer Selbstregieiung nimmer irre gehen und fehlgreifen werden. „Gepicht und Waage der Rechter hält der Ewige" (Syr. Sal 16, 11), also , ist auch bei deinem Thun ünd Lassen die treffende Richtschnur nicht eine bis zur Selbstsucht überspannte Selbstliebe, die sich einseitig und darum verkehrt den Spruch Hillel'S zur Norm nimmt:- wenn ich nicht sür mich sorge wer sonst? nicht aber daran denken mag, daß er ihn alsbald auf dar rechte Maaß zurückführt durch dar hinzugcfügte: thue ich's nur für mich allein, was bin ich dann? und damit den «ohlberechtigten Grund der leiblichen und geistigen Fürsorge für sich dem Höheren der Förderung des Gesammtwohlr in beiderlei Beziehung unterordnet; nein, nicht solche engherzige Selbstsucht kann da- Panier sei«, dem du zu folge» hast, „sondem Recht und Billigkeit," und war tu der h. S. bei Sott und Mensche» immer unzertrennlich damit verbunden: Gerechtigkeit (Zdakah), d. h. daß du streng gerecht werdest allen Ansprüchen einer heiligen Gott geweihten Leben-, insbesondere der sittlichen Reinheit und werkthätigen Bekundung von Wohlwollen und Wohlthun, Milde und Barmherzigkeit. Dies die Fahne, zu der du schwören mußt, wenn du deine Seele löse» willst aus den Banden der Sinnlichkeit und niedrigen Denkungiart, auf daß nicht schnöder Eigennutz und verwerfliche Genuß- oder Prunksucht, verblendete Eitelleit und aufgeblähter Ehrgeiz dein Herz bethören und verderben, deinen Fuß irre leiten, deine Hand vom Rechtthun zurückhalte«, zu gotlvrhaßtem Thun dagegen sich berettwlllig aurstrecken lassen. Davor fliehe weit hinweg I Aber jene Standarte halte fest, trage sie vor dir her, sie begleite dich, wenn du hinaurschreitest aus den Martt der vielbewegten WeltlebenS, nachgehest den Wegen, auf die dein Beruf dich führt, und fei dein Leitstern im trauten häuslichen Kreise, daß du durch die lebendige Thal, di« eindringlichste Lehrmeisterin, fieeinschärfrst deinenKindern und Kindesrindern und Allen, die zu deinem Hausstande g^ hören. (5 M. .6 und 11). So ist dein Pfad stets ge bahnt und erhellt, wie wenn noch jetzt „die Wolkensäul des Tages und die Feuersäule des Nacht-" zöge vor her; du zahlst die Hälfte des Schekels," die menschlich! Hälfte, welche der anderen göttlichen entsprechen soll, vollgültiger Münze baar, und wie es von deinem Schöpsi heißt: (Ps. 132) auch Finsterniß macht nicht dunkel, v Dir rc.," so gllt es auch von deinem Lebenswege, da dein Licht, das nie verlischt, deine Sonne, die Nacht Dunkel verscheucht, Sünde und Lasier, Gefahr und V derben von deinen Pfade» fernhält. So mögest Du ... uns denn allesammt mit deiüi himmlischen Lichte erleuchten, im Schatten deiner Fit> uns beherbergen, wie Du heilig bist, daß (Jesaj. 40) alle, Kränkungen in unserem Herzen geebnet, alle Unebenheit n? gebahnt werden, und wir, von deiner Hand geleitet, de- Weges nimmer verfehlen, der da ist „eine fürsprecherde Erinnerung vor deinem Richterthrone, Sühne zu erwir! en für unsere Seelen." (2 B. M 30, 16). Frankfurt a. O. Or. M. Stern. Wochenbericht. Jrd Aus Oberhessen. Sie haben in Nr. 51 de- Lehrer" eine Mittheilung gebracht, die sür die hessischen bedeutungsvoll wcrden könnte,' und müßten diese Ihnen Ä> wissen sür die geeignete Anregung. Die hessische Regiersui fordert 26,000 fl. zur Ausbesserung der Geistlichen beider ch lichen Consessionen. Sollten aber die Juden immer mitza und dabei leer ausgehen? *) Ich glaube nicht, daß die- JSr. en ank ng :ist- »len der •) Wir dürfen unsere»! geehrten Herrn Lorr«sponde>.te» die beste-! Quelle uns zuko«m>nde Berstchcru-a nicht »o-rnthaiten, diele Sache in den besten Händen ist, und seiner Zeit daS n-tste geschehen wird. <Si waren bereits B titioaen rorvereitet. einflchtsoolle und einflußreiche Persönlichkeit«!! haben Zweifel ang i»s daß eig. Allein regt. <3 ei

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