Mannheim
Compact Memory

Der israelitische Lehrer · 1866-02-15 · 7 (15.2.1866) · p. Seite 28

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
6 (1866)
Issue
7 (15.2.1866)
Date
1866-02-15
Page
Seite 28 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/4896751-5428724-5431577--1288-4897805
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

SS * Wille Häher ReAernug ist, und bin ich vielmehr überzeugt, e» bedürfte nur der entsprechenden Anregung, um eine proportionale Quote auch, für jüdische Zwecke zu erlangen. Hat die h. Regierung ja ihre Liberalität in dieser Richtung auch in der von Ihnen veröffentlichten Entschließung,, daß die Civilgemeinde die Alterszulage des Lehrers zu.tragen.,habe, erwiesen! ES kann wohl auch nicht verlangt werden, daß wir bei unseren enormen Kultuskosten auch noch zur Zahlung der Gehalte christlicher Geistlichen Und iür -andere christliche Anstalten beitragen, ohne entsprechenden Ersatz verlangeu zu dürfen! Ich erinnere mich, früher von einem Landtagsabgeordneten, der Einsicht. tn> dies Geriet des Staatsbudget hatte, vernommen zu haben, daß die Israeliten. jährlich mindestens 3000 . fl. zu Zwecken beitragen^ die sie berechtigten, eine gleiche Summe auch für jüdische Cu'tuszwecke zu "beanspruche«. Leider haben die . Juden Hessens durchaus keine gemeinschaftliche Anstalt, daher k«n sie äußerlich verbindendes Interesse, und daher ist die Anregung gemeinschaftlicher SLritte, gemeinschaftlichen Wirkens mtt großen Schwierigkeiten verknüpft. Es gibt wohl kein Land in Deutschlaud, tatz-ntcht mindestens irgend etwas Gemeinschaftliches für Juden hätte,'fei es eine Lebörde, oder ein Institut, eine Anstalt für die Alle Interesse haben, hierfür Alle da ist. 9inr in Hoffen findet sich durchaus nichts dergleichen. Jede Gemeinde ist durchaus autonom, selbstständig, kennt nur sich und steht außer aller Verbindung, mit allen anderen Gemeinden des Landes. In fast allen Landern gibt es Waisenhäuser, Veranstälob di« hohe Regierung ans stoatlicken oder ipeciell kircklickkn D,itl<ln "(Pfründen) di« Gebaltoerböbungen auszufübrrn gedenkt? Wir werden di« Sache, nickt u( tn Äugen vcrli-rcn, zu aetörigen Zeit Bericht erstatten lvent. Petitionen an,egen, und sind in den Stand gischt, die schnellsten und zuverlässigten Berichte zn erstatten. — Red. tnngen zur Heranbildung jüdischer Lehrer; nur in Hessen gibt qs nichts derart, gar nichts. Seit Zehren besteht der Mangel da Religionslehrern und wächst immer; mehr; vielleicht die Hälfte der Gemeinde« hat notorisch säst nie einen Lehrer. Und doch macht diese Zersplitterung es fast unmöglich, zwei solcher Gemeindche'n zur Verbindung, zur Anstellung eines tüchtigen LehrerS zu veranlassen. Roch hat keine Gemeinde — weder von den Großen Noch von den Kleinen — daran gedacht, irgend welche gemeinsamen Schritte zur Befferstellung der so schlecht ge- /* stellten Religionslehrer, zur Heranbildung junger Kräfte für dies , ■■ Amt zu thun, nnd doch stehen die ReligivnSlehrer, wenn sie '*«, jetzt auch etwas besser bezahlt werden, nirgends so schütz- und rechtlos da, wie hier! Es gibt wohl auch in Hessen viele arme Jungen, die nichtsdestoweniger sich gerne dem Lehrerbcrnfe widmen möchten, und dieser Lehrernoth, die die schlimmsten Folgen für die Zukunft des Judenthums birgt, Abhülfe brächten — wenn ihnen nur die Mittel und Gelegenheit zur Ausbildung geboten würde. "* Wabrlich, es wäre an Ifcer Zeit, daß hiefür etwas geschebe. Möchten die israelitischen Gemeinden des Landes diesen geeigneten Zeitpunkt nicht versäumen. 'Möchten sie gemeinsame Schritte veranlasien, um von der Regierung die Anstellung eines tüchtigen Religionslehrers für isr. Zöglinge am Scknllehrcrseminar in Friedberg zu erwirken. Freilick müßten dann auck Stipendien für solche arme Jünglinge geschaffen werden, dix sich dort ausbilden sollten. Das hessische Judenthum hat kein dringenderes Bedürfnis, und es gibt keine Gemeinde im Lande, die hier nicht mitwstken sollte, wo es gilt. Lehrer für die Zukunft heranzubilden. Möchte diese Einsicht dadurch immer in weitere Kreise dringen, paß jetzt schon selbst für anständiger totirte Lehrerstellen Jahresfrist vorübergeht, bis zu einer halbwegs geeigneten Besetzung geschritten werden kann. ANZEIGEN. Die Darmstädter Zeitung enthält folgende Bekanntmachung. Die Stelle eines Eantvrs mit einem jährlichen Gehalte vcn 350 fl. ist bei der israelitischen Gemeinde in Alzey erledigt. Außer diesem fixen Gehalte hat derselbe Gelegenheit sich durch Privatunlerricht in der hebräischen Sprache ein Rebe» - Einkommen von etwa 200 fl. zu erwerben, und wird ihm ein solches. im Betrage won 100 fl. garantirt. Bewerber wöllen' ihre Gesuche unter Vorlage ihrer Zeugnisse über ihre Kenntnisse in der Musik und hebräischen Sprache, .sowie ihr sittliches Verhalten, binnen vier Wochen bei uns einreichen. Alzey, den 28. Deceinber 1865. Grcktzherzvgliches KreiSaml Alzey. . , - Gez. BSvlf. Jahrgang' und wird — Wochenschrift für politische, religiöse und Cultur-Zntcressen beginnt mit 1866 den sechsten geleitet von hervorragenden schriftstellerischen Capazitäten — ihren bereits gegründeten Ruf- und ihre achtbare Stellung in der Tagesliteratur nicht nur behaupten, sondern sich auch zum Centralorgan für alle jüdischen Interessen der Gegenwatt sowohl in der östlichen als westlichen Hemisphäre gestalten Es liegt mithin im Interesse der jüdischen Bevölkerung dies Unternehmen durch DE" Beitrit zur Zahl der Abonnenten und durch Ueberweisen von Anzeigen jeder Art zu fördern. Pränumeration (ganzjährig Thlr. 4. 20 Sgr.; halbjährig Thlr. 2. 10 ®grt; vierteljährig Thlr. 1.10 Sgr.;) nehmen alle Buchhandlungen und Postämter an. Wien. Ilerzleid & Bauer. Unterer Erklärung in der Prcß-Prozeßsache Kling eilst ein'S (Nr. 1 d. Bl.) haben fichferncr angeschloffen: Die Herren Elsässer aus Edenkoben und Singer in Frankeulhal. Alsheim, den 4. Febr. 1866. K. Marx. mm Die vereinSliftc, wegen Mangel au Raum, in »er Nächsten Rümmer. Verantwortlicher Redaqtcnr: I. Klingen st ein in Ldernheim in Rheinhefen; Selbstverlag der Redaction. Für den Buchhandel: in Commistion bcbLskar Leiner m Leipzig.'— Dampf-Schnellpresiendruck von I. Gott sieben in Mainz.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.