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Der israelitische Lehrer · 1866-02-15 · 7 (15.2.1866) · p. Seite 26

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
6 (1866)
Issue
7 (15.2.1866)
Date
1866-02-15
Page
Seite 26 (sequence 2)
Language
German
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— - 26 schanung und im Sprechen bildet ein diese zusammeufaffendes VerSchen (nach Nießmann besser nach ein Räthsel) vom Fisch: Im Wasser schwimmt' esgroß und klein, Sag' Mütterchen, was soll das sein? — oder: Der Fisch lebt in einem Bach^ Ein Kischlein schwimmt dem andern nach. Mt diesem VerSchen kann der Lehrer sogar den Anfangsunterricht im Singen verbinden rc. Die zweite Stunde ist dem ^gedruckten Fisch" gewidmet. Neben oder unter dem Bilde ist nämlich das Wort „Fisch"-«, gedruckt, und der Lehrer sägt nun: das heißt auch „Fisch;" das ist: der „gedruckte Fisch". „Der Lehrer spricht nun das Wort Fiich langsam vor und - schlägt mit dem Zeigestocke nach jedem Laute nieder. Welchen Laut hört ihr zuerst? Welchen Laut nach F? Welchen zuletzt? Wie viel Laute hört Ihr? Zählet F—i—sch.-^Es werden nun diese drei Laute einzeln eingeübt. Zuersp indem man die Kinder dieselben einzeln'aus sprechen läßt, dann indem man fte chnen nach einander vor zeigt; dann Fi— und —isch verbindet. Die dritte Uebung ist ,der geschriebeue Fisch." — Schon vorher find die Kinder mit der Haltung des Griffels und des Körpers vertraut geworden; es werden Vorbereitungsübungen zum Schreiben im Zeichnen von Punkten, Strichen, Bogen, Kreisen gemacht u. s. f. Nun wird der Buchstabe „i" im geschriebenen den Kindern bereits bekannten Worte Fisch gezeigt, in ,'eiNe Theile zerlegt, besprochen und nachgebüdet. Es wird sodann zu sch und' schließlich zu F übergegangen und dann das Wort „Fisch" zusammen nachgeschriäien. Hiermit ist das Wort ,J?ifd)' abgeschlossen, und das Wort „Radi' kömmt an die Reihe, um denselben Weg zurückzulegen. So werden 43 Bilder — Normalwörter — behandelt, in welchen das ganze Alphabet und die bedeutendsten Leseformen enthalten sind und die hinreichenden Stoff für den Anschauungsunterricht in der Elementar klaffe bilde/r. Das ist das Gewand dieser wirklich neuen und jedenfalls sinnreichen und interessanten Methode. Dr. Vogel nannte dieselbe analytisch - synthetische Lesemethode." Analytisch — weil zuerst das Wört in seine Bestandtheile zerlegt, analyfirt wird, und synthetisch, weil alsdann die einzelnen Bestandtheile wieder verbunden, zu einem Ganzen werden. Unsere seitherige Schreiblesemethode war rein synthetisch. Wir lehren die einzelnen Buchstaben kennen und fügen sie dann zu einem. Worte zusammen. Die Bedeutung dieser Methode liegt in diesem Umstande, — dem analytisch -synthetischen Verfahren und in dem gemeinschaftlichen Boden, den die Schüler für die verschiedenen elementaren Uebungen haben. Wir wagen es vorläufig nicht, ein Urtheil über den beregten Gegenstand abzugcben, weil über Methodik vielfach uur die Praxis ein^Nrdgultigcs Urtheil abgeden kann, und uns eine solche nicht zur Seite steht. Aber wichtig und interessant genug schien uns die Sache, um sie auch in diesen Blättern zu besprechen, und die sich dafür besonders interesfirendenLeser auf die diesbezügliche Schrift von Fr. Nießmann aufmerksam zu machen. Wage deine Schritte ab! Skizze einer Paraschath-Schekalim-Prehigt. „Den Augen des Ewigen sind gegenwärtig die Wege des Mensche», und alle seine Schritte wäget Er ab. — Wäge ab den Schritt deines Fußes,, so werden alle deine Wege sicher sein." (Spr Salm. 5, 21. 4, 26). In diesen salomonischen Sprüchen ist der Kerngedauke des heute wieder verlesenen Gebotes: daß Reich und Arm die Hälfte eines Schekel an dar Heiligthnm entrichte, so oft eine Zählung des Volkes in Israel vorgenommen werde, gewiß am treffendsten abgespiegelt. Das Hciligthum ist das Bindeglied zwischen Gott und Israel, welche am Sinai in ewiges BundeSverhältniß getreten; der Ewige die eine, Israel die andere Hälfte; und wie Jener durch die in Israel begründete reine GotteSverehrung, deren sichtbarste Bekundung, das Heiligthum, Licht und Wärme. Heil und Segen für Geist und Leib, für Zeitlichkeit und Ewigkeit spendet, so soll dieses für jene göttlichen Strahlen ein empfänglicher Boden sein, das Thun Gpttes nachahmen und durch das Abwägen jedes seiner Schritte darauf bedacht sein, daß auf der. göttlichen Waage das Maaß seiner Thaten als ein vollwichtiges befunden werde, es aber nicht von ihm wie von Belschazar heiße: Gewogen und zu leicht befunden Daniel 5, 25—27). Warum sonst, so nicht solch tieferes Motiv zu Grunde liegt, keine ganze oder mehrere kleinere Münzen, sondern die Hälfte der größeren, Schekel (Gewicht I) genannt, festgesetzt, und das in zwei Versen (2. B. M. 30, 13 u. 15) drei Mal mit Nachdruck wiederholt? Diesen heilsamen Gedanken laßt uns denn in seinen wesentlichen Ausläufen uns zu Gemüthe führen. I. Spr.' 4, 26. Warum denn jeden Schritt erst sorgsam ab- und erwägen, ehe wir den Fuß dazu in Bewegung setzen? „Heil dem Menschen, der stets besorgt ist :c. (Lpr. 28,14). In und außer dir lauern beständig so viele Schlangen- und Otterngezüchte deiner Seele auf, um sie tückisch zu verwunden und zu vergiften, daß nur deine ängstliche Wachsamkeit und muthigste Gegenwehr sie abhalten und bewältigen können. In „Jrrthümer, wer merket sie?" (Ps. 9) finden wir keine Entschuldigung, denn die isr. Weisen behaupten mit Recht „der Mensch ist immer'gewarnt, hinlänglich," gegen der Sünde Pfeile gewappnet, Du hast Verstand und Herz, Vernunft und Gewissen, ReligionS- und Siltenlehre, das sind, so du sie nicht von der Hand läffest oder verkehrt handhabest, untrügliche Stützen' für deinen aufrechten Gang, die jedem Straucheln und Fallen sicher Vorbeugen. Und doch dringt die Pest der Sünde und des Lasters in der Menschen Kreise unaufhörlich ein, wüthet darin, daß „sie schon viele Erschlagene niedergestreckt rc. (Spr. 7, 26); warum? weil Rabbi Jochanan's auf deni Sterbelager seinen Schalem ertheüter Segen in der Menschen Wesen nur zu wohl begründet: Möchte die Scheu vor Gott in euch so mächtig walten, als die vor dem Blicke der Menschen l (Talm. Ber. 28.) Daß der hierin liegende schwere Vorwurf, dies Kainsmaal nicht auch an dir hafte, so „gib Lösegeld für deiner Seele Heil und Rettung, verstärke die gedachten Schutzmittel noch durch daS eine mächtigste, in dem du dir alle Zeit vorhälst: „Des Ewigen Augen — wäget er ab." Hinweis "7

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