Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 6 (1866)
- Issue
- 6 (8.2.1866)
- Date
- 1866-02-08
- Page
- Seite 23 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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23 schrecklichen Folgen; in der Religion führen fie zum Aberglauben und zum Unglauben. Und wenn wir uns ernst frage«, warum daöffentliche religiöse Leben im Judenthume immer noch lebendiger pulstrt als das häusliche, das von Alters her die Zierde und daS Heil deS Judenthums waren, so dürfen wir wohl den Grund darin finden, daß jenes in Händen der Männer, dieses aber de» Frauen überantwortet ist! Noch viel Verdienst ist übrig. ES ist unmöglich, Alles, was uns in diesem Betreffe bedrückt, hier auszusprechen. Die richtige Erziehung der Mädchen in der Gegenwart, insbesondere die der sogenannten besseren Stände ist weit mehr, als die der Knaben, in schiefe Bahnen gerathen, und das insbesondere bei den Juden, weil hier das Uebel auch bereits auf dem Lande um sich gegriffen hat. DaS Judenthum hat dem Weibe von vornherein einen edlen und erhabenen Beruf zugemeffen, und es viel höher gestellt, als die Völker, die mit ihm zu gleicher Zeit sich entwickelten. Zeugniß gibt die Geschichte und das herrliche Gedicht v'n (Prooerbien 31.) welches heute noch ein Bild gibt für daS Leben der edlen jüdischen Hausfrau, Gattin und Mutter. In gleicher Weise läßt sich der edelste deutsche Dichter vernehmen. Di« Raum« wachs««, cs dehnt sich daS Haus. Und drinnrn waltet Di« züchtig« Hausfrau Die Mutter d«r Kinder, Und herrschet weise Im bäuelia en Kreil« Und lehret die Mädchen r Und «ehret den Knaben Und reg't ohne linde ' Die fleißigen Hände, Und intim ten Gewinn Mit ordnendem Sinn, Und füllet mit Schätzen die duftenden Laden Und dreht um di« schnurrende Spindel den F den. Und sammelt im remlich geglätteten Silirein Die schimmernd« Wolle, den fchneeigtc» Lein, Und füget zum Guten den Glanz und den Schimmer Und ruhet nimmer. Bildet die Gegenwart unsere Töchter zu solchen Frauen? Wird in den gewöhnlichen Töchterinstiruten der Beruf des WeibeS in solcher Weise aufgefaßt? Was ist zu thun, um dem bis jetzt unter Juden noch seltenen Widerwillen junger Männer gegm die Ehe zu wehren? O, bildet aus Euren Töchtern keine Zierpuppen, die Romanelesen, Fortepianospielen und Toilettemachen als ihre Lebensaufgabe betrachten. Wenn es besser werden soll mit dem Leben, wenn tiefinnige Frömmigkeit, warme und edle Liebe für'S Leben, Begeisterung für Höheres wieder bei uns einkehren und unter uns weilen sollen, wenn des Hauses Räume dem Manne, wie dem Weibe und den Kindern zum Heiligthum, zum Tempel werden sollen, so. muß die Erziehung und der Unterricht unserer Mädchen Männern, Lehrern übergeben werden, die mit Ernst, mit Klarheit und Festigkeit wirken, und das Mädchen bilden zu feinem erhabenen Berufe, als: Gattin, Hausfrau und Mutter. Wo ehe» bericht. .Odernheim. Die 16. < llgemeine deutsche Lehrer- Versammlung wird in der Pfingstwoche d. I. vom 22—24. Mai in HildeSheim gehaltei werden Die Vorversammlung findet am 2. Pfingsttag-, den 21. Mai statt. Zur TaeSordnung sind solzende Vorträge mgemeldet: A. für die Hauptsitzungenl i) Prinzipien de: Echulgesctzgebung der Jetztzeit (Fortsetzung der vorjährigen -Verhandlung ) — Theodor Hessin ann, Oberlehrer in Hamburg. 2) Woraus muß die Schule der Gegenwart besondergegründet sein? — Tiedemann, Schulvorsteher und Mitglied Id er interimistischen Oberschulbehörde in Hamburg. 3) Die Aufgabe der Bürgerschule und ihre zeitgemäße Organisation, -4 Schnell, Schulvorstehcr in Prenzlau. 4) Die Ausgabe und Bedeutung der ländlichen Volksschule. — Derselbe. 5) (Soll die Schule der Zukunft dcp gehegten Erwartungen entsprechen, lo muß ein viel größeres Gewicht, als bisher geschehen ist, auf die Ausbildung der Sinne gelegt werden. — B. Schlottlerbeck, Schulvorstehcr inWismar. 6) Universitätsbildung der rehrw. — Dr.. Albert Wittstock in Frankfurt a M. 7) Dias Ideal eines Lehrers. — Dr. Stern, Rcalschuldirektor inlF ankfurt a M. 8) Die Fraucnbiltung nach den Forderungci der Gegenwart. — Dr MöbiuS Direktor einer Töchterschule in Lübeck. 10) Das Gemüthsleben und die erziehliche Einnirkung auf dasselbe. — Dr. Zimmermann, Schulvorsteher in Hamburg. 11) GemüthS- und Charakterbildung. Backhaus, Lehrer ander Realschule in Lünebur.'. 12) Ueber die Stellung des Lehrers gegenüber den Fragen der Naturwrschung, welche mit den heiligen Urkunden nicht zu vereinigen sind- — Steinvorth, Lehrer an der Realschule in Lüneburg. l3) lieber konfessionellen Religionsunterricht. — Th. Ballten, Lihrer in Brandenburg. 14) Reinigung der deutschen Sprach: von Fremdwörtern. — Holscher, Lehrer in Hildesheim. 15 > Das Volksthümliche in der Volksschule (Volkslied, V lkssa ie, Sprichwort, Aberglaube rc.) — Albert Richter, Lebrer in Leipzig. 16) Ist der Wegfall des Nachmittagsunterrichts in der Volksschule wünschenswerth? — Schnell, Schulvorsteher in Prenzlau. 17) Die Behandlung der Musik und die Bildung des Volks für Musik und durch Musik. — Johannes Stungenberger, Lehrer in Hamburg. B. für Nebciiversammlungen: a) Die Verbindung hes Hauses mit der Säule I— Bartholomäus, Bürgerschullehrer in Hildesheim (inIVcrtretung des dortigen Erziehungsve-eins). d) Ueber, die flllothwendigkeit, Heilsamkeit und Verfassung einer mathematisch naturwiss nschastlichen Sektion innerhalb der allgemeinen d lutschen Lehrerversammlung. — I. C. V. Hofsmann, Oberlehrer am Gymnasium zu Freiberg. <ö Der Zeichenunterricht nach Ziel und Methode. — Dr. A. Meier von Lübeck, di Einübung des französischen Verb. — 9t as s a u. Die all«, deutsche Lehrerzeitung berichtet von hier aus: Bei den israel. Gemeinden gibt sich ein erfreulicher Fortschritt kund: sie wollen nhre ReligionSlehrer auf einem der LandeSseminare gebildet wissen. B s vor einigen Jahren geschah zu ihrer Ausbildung so zu Nagen fast gar nichts. W nn ein israelitischer Jüngling Lust und Besähigung j :m Lrhrerberufe zu laten glaubte, '» nahm er vielleicht noch besonders Unterricht bei einem Religionsleb:er, oder auch nicht, meldete sich zum Amt, unterwarf sich eiper Prüfung und wurde Lebrer. Erst in der Bezirksrabbiner Dr Hochstettcr vatseminar. Außer dem Fachunterrichte stcn noch einige Stunden in der Reallenbei bei einem Elementarlehrer Unter- und im- Gesang. So traten die jungen neuerer Zeit errichtete zu Bad EmS ein Pr besuchten die Seminar schule und genossen ne Weisung im Violinlpiel