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Der israelitische Lehrer · 1866-01-04 · 1 (4.1.1866) · p. Seite 2

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
6 (1866)
Issue
1 (4.1.1866)
Date
1866-01-04
Page
Seite 2 (sequence 6)
Language
German
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2 Es gibt keine müssigere^Frage als die, ob da» Weib auf gleicher Linie mit dem staune stehe; so oft auch diese Frage aufgeworfen worden ist, konnte sie schon deßhalb nicht zu einem Resultate führen, weil festen die Verschiedenheit der Naturen Grundbedingungen sind, und verschieden Geartetes nicht mit einem Srademeffer beuxtheilt werden kann; aber unleugbar bleibt, daß, während wir der männ^ lichen Körperkraft und Geist-sschärfe als auszeichnend für -die Natur des Mannes uns:re Bewunderung zollen, wir am Weibe die Anmuth und die Gemüthstiese lieben, und ebensosehr der weibisch - anm rthige und sentimental übergemüthlichL-weichliche Mam als das körperkräftige und geistesscharfe Mannweib der >!atur zu widerstreiten scheint. Das liegt ausgesprochen schon in dm wellenförmig verschwindmdm Umrissen des oeiblicheu Körpers, wo uns das Eckige abstößt, das z. B im Gesichte des Mannes als Zeichm eines entschiedenen, a ^gesprochenen Charakters Verträum einflößt; das lehm wir am kleinerm Bau und flacherm Hirnschädel des Wei »es,- das ein kleineres Gehirn bedingt. Und ebmso ist das Semüth des WeibeS für mo mmtane Eindrücke leichter empfänglich, dagegen der Eindruck auch weniger nachhaltig, und Schmerz und Freude kommm und gehm weit leichter, als bei dem Manne. Wir wollen natürlich einzelne Ausnahmm gelten laffm. Aber »m Allgemeinen wird mqn unsere Grnndzüge, auf die wir nn« das Gebäude weibliches Erziehung aufführen wollen, anerkennm müffm. (Fortsetzung folgt.) Licht {ei die Loosung in .Haus und Schule. (2. B. M. 10, 23. Jkst 2, 5. 42, 6.) - eiin Hhanuk^ah-Hrutz. Die Lichter sind angezündqt, ihr milder Glanz erleuchtet von Tag zu Tage mehr der Israeliten Wohnstätten, eine immer gesteigerte Lust und Wonne der lieblichm Kinderschaar, ein wohlthumder Hoffnungsstrahl ihren Fürsorgern und Leitern. Manche Sehnsucht ist in den heller gewordmm Zeitallem bereits gestillü viele Zähren sind getrocknet und Smfzer beschwichtigt worden, und dieser lichter und freundlicher geartete Geist der Zeit, der schon so viele Krümmungen geebnet, er bürgt dajur, daß er nicht eher rastm und feiem werde, als bis seist Werk ganz vollendet, und Gerechtigkeit für Alle, gleiches Recht' und gleiche Pflicht für Jedermann zur alleinigm Lebensnorm geworden sein wird. Stellen wir aber getrost diese sich allmälich vollbringende rettende That dem unter der gnädigm Vorsehung, Hand sicher und unaufhaltsam fortschreitenden Entwicklungsgänge der Mmschm- und Völtergeschlchte anheim., so ist er doch keinem von uns vergönnt, di» Hand müßig in dm Schooß z» legm, hat sich ein Jeder dm großm Kette zum Besseren aufstrebender Geister je nach seiner Kraft willig -und rüstig anzureihm, und ziemt es vor Allen denen, welche der schöneren Zukunft die Wege zu bahnen berufen: Eltem, Erziehern und Lehrem, m ihrem größeren oder kleineren Wirkungskreise, Licht, Hölle, Erleuchtum zn mehren, zu stärken und zu verbreitm. r »Eine Leuchte Gottes ist des Menschen Seele* (Spr. Tal. 20, 271, sie in ihrem Glanze lebendig >u erhalten, ist unser Aller Aufgabe für uns selbst wie die unserer geistigm Pflege Anvertrauten, es ist dies dei Kern und die Quinteffenz unseres ganzen LebensgehalteS, ohne die unser Dasein und Thun allm Werth und Inhalt verliert, wie dies in der sinnreichen rabbinischen Erklärung jenes Spruches ausgedrückt ist: »Dein Licht ist in Meiner Hand, und Mein Licht in der Deinen, lassest Du Mein Licht leuch - ten, so werde Ich das Deine hüten» verwirfst Du Mein Licht, so werde Ich das Deinige verlöschen.* (Verl >l. Schillers . „Drei Worte de« Glaubens"). — Welches ist nun das'' Licht, das wir von uns sollen ausstrahlen lasst n? Zuerst das Licht reiner, auf geläuterter Gottesuni> gediegener. Religionskenntniß basirten Glaubens und Dm ms, eineu von Einsicht und Weisheit, Wahrheit und Gott eligkeit erfülltm Geist, wie solchen der Prophet als ächte, Gottesgeist characterisirt: Es wird mhen auf ihm u. s. w^(Jesaj. 11, 2). Diesen in den jugendlichen Seelm von Ambeginn zu wecken, zu pflegen und zu unterhalten ist das Mutterherz mit seiner unvergleichlichen, unmittelbar aus Gott stammenden Liebe und Zärtlichkeit, seiner gänzlichen Hingabe an das Kind bestimmt, das in jeder Antwort auf t essen naive Fragen jeder gemükhlichen Erzählung, jeglicher s mftm Belehrung zu Tage tritt; es ist der erste gesalbte Priest r in diesem Gottestempel, und verrichtet eS seinm Dimst mit geweihtem und verständigem Sinn, so ist der Same ächter E ottesfurcht und kindlich reinen Gottesvertrauens ln des Kiu »es Busen tief eingestreut, der Boden frommer DmkungSl rt ist ^gelockert, daß des Vaters und Lehrers ^»eitere Unterweisung in Lithurgie und Bibelkenntniß, isr. Geschichte und Religionslehre nicht neben, sondem in die Furchen falle,;, Wurzel schlagen und zu genußreicher Frucht sich entw:< ehr wird. Haben es aber, wie leider in den meisten Fällen, diö Eltern an dem rechten Eifer für die Pflege des Göttlicher in ihvöm Linde fehlen laffm, hat die Sonne des Mui terherzzus nicht hell nnd warm in ihres Säuglings Gemü h hineingeschienen, ist der Thau des väterlichen Geistes nicht befruchtend .auf dm Boaen der Kindesseele gefa len: Die Schule darf sich darum doch der wenn auch dcppelt und dreifach schwerm Aufgabe nicht entziehen, das L cht reiner, wahrer Erkenntniß und warmer, inniger Gla ibenstreue mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln anzuzunden, den heiligen Funken der Begeisterung für Gott und Seine Verehrung mit Emst nnd Liede anzufachen und zu helllodernder Flamme ausschlagen zu lassen. Daß die Schule ein solches Zion werde, von dem die Lehre, ein Jeru alem, von dem das Gotteswort in Reinheit ausgehe (Jes. 2 3, Mcha 4, 2), dazu ist freilich die unerläßliche Vorbedinftmg: daß der Geist des in ihr dienstthuendm Priesters selb t ein vorzüglich erleuchteter, sein Herz ein sstr alles Edle und Göttliche warm fühlmdes und ichlagendes sei; und beständige eigme geistige Fortbildung und Veredlung der Herzens, fern von allem handwerkmäßigem Betreiben feines erhabmen Berufes, im Lehren bestrebt zu sein selbst das iMeiste zu lernen sdooeudo discimus, »von meinen Schülern lernte uh das Allermeiste* (Talmud)^, muß dämm das dem recht«; isr. Jugendlehrer unverwandt vorschwebmde Ideal bleideo.! (Schluß folgt.)

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