Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 5 (1865)
- Issue
- 47 (23.11.1865)
- Date
- 1865-11-23
- Page
- Seite 197 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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197 Eine ernste Frage, die wir nicht mit Stillschweigen übergehen wollen, ist di«: wo sollen die gering besoldeten Lehrer die Mittel hernehmen, solche Reisen zu machen, solche (wie vielleicht mancher sagen wird) kostspielige Versammlungen zu besuchen? Wir haben-, auch dafür eine Antwort: Wir betrachten es als Ehrenpflicht der Gemeinden, die wir besuchen, die Lehrer mindestens mit Bezug auf Logis als Gäste zu behandeln. Ist dies der Fall, so roerbeit bie Kosten bei den heutigen billigen Fahrgelegenheiten für Diejenigen, die bisher doch ihre Prooinzialconferenzen besuchten, nicht viel bedeutender sein, als sie auch jetzt zu sein pflegen. Provinzielle äußere Angelegenheiten, sowie etwa auch Angelegenheiten des Unterstützungsvereins rc. lassen sich bei dieser Gelegenheit in Sectionen bei Abendversammlungen abmachen. — Vielleicht wird eS auch Gemeinden geben, die soviel Einsicht haben, den Lehrern die Kosten zu einer Reise, deren Ertrag ja doch wieder der Schule zu gut kommt, zu ersetzen. Vielleicht läßt sich auch die Gründung einer Conferenzcaffe zur Ausgleichung der Fahrkostendifferenzen anstreben, sowie Preisermäßigung oder freie Rückfahrt, wie für die allg. deutsche Lehrerversammlungen auf den Eisenbahnen. Schließlich wird ein Opfer von einigen Gulden für eine solche Reise wohl zu erschwingen und an manchem anderen Entbehrlichen zu ersparen sein; „dem Nuthigen gehört die Welt" und guter Wille vermag viel. Aus allen diesen Gründen glauben wir berechtigt zu sein, unsere Collegen aufzufordern, thätigen Antheil an dem Gelingen unseres Werkes zu nehmen. Wir eröffnen von heute an zu diesem Zwecke eine Rubrik in unserer Zeitschrift mit der Ueberschcift: „5*5 i t komme u " Alle Diejenigen, welche, jedoch ohne natürlich hiermit den Berhältniffen gegenüber eine nöthigende Verbindlichkeit zu übernehmen, zusagen, und, im Principe mit uns übereinstimmend, das Zusammenwerfen der Conserenzen wünschen, wollen uns hierüber Mittheilungen machen, und werden wir deren Namen unter obiger Rubrik veröffentlichen. ES wird dann von der Gegend, von woher die meisten Zusagen Herkommen, abhängen, welches der Ort der ersten Versammlung sein soll. Und somit frisch a n's Werk, das wir unfern lieben Collegen und allen Schulfreunden auf's Wärmste, vor Allem aber Gott, von dem aller Segen kommt, empfehlen. Er wird das Gelingen geben! Klingenstein. Eine pädagogische Reise von Lehrer Weil aus"Freudenthal in Württemberg. (Schluß.) Rach den bisherigen Ausführungen möchte nun für Behandlung der einzelnen Fächer in den verschievenen Klaffen einer Volksschule in folgender Zahl von Wochenstunden der unmittelbare Unterricht des Lehrers erforderlich sein: Unterklaffe. % Mittelklasse. V« Oberklaffe. i. Lese sch reib- und Schreiblese- Lese n, in der Regel in Verbindung Lesen (Lesebuch) 3 Stunden. unterricht % bis 6.34 — 3 bis mit der Unter- oder der Oberklaffe. 4 Stunden. Da dieses aber nicht in allen Fällen möglich ist, so ist hier noch besonders r ■ nöthig 1 Stunde. *• ... > . . i 2. Hebräisches Lesen 6. 7* Stunden 3 Stunden. 3. Anschauungsunterricht. Wenn In Verbindung mit der Unterklasse! Realuuterricht. Wenn auch das auf den Leieschreib- und Schreiblese- und dem realistischen Unterricht in der 1 Lesen der realistischen Stoffes im Leseunterricht blos 6. V» Stunden ver- Oberklaffe, wendet werden, hier weiter 1 Stunde. * buche zu diesem Unterrichte dient, so wird doch auch noch eine besondere Zeit von wenigstens wöchentlich 2 Stunden erforderlich sein, in welchen die einzelnen Realfächsr und vornehmlich die Geographie besonders zu behandeln wären. 4. Zahlenlehre 2 Stunden. ' ' ' Kops- und Taselrcchnen, beide Klagen gleichzeitig 3 bis 4 Stunden. 5. Biblische Geschichte und Memoriren 2 Stunden. Religiouslebre, Bibeltunde und Memorircn 3 Stunden. ' 1 6.^ Deuts che Sprache, Schön- und Rechtschreibcn und Aufsatz für alle Klaffen zusammen 3 Stunden. 7. Singen für alle Klaffen zusammen 1 bis 1Stunde. '8. U ebersetzen der Gebete und des hebräischen Pentateuchs: 5 stunden. _r