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Der israelitische Lehrer · 1865-11-09 · 45 (9.11.1865) · p. Seite 189

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
5 (1865)
Issue
45 (9.11.1865)
Date
1865-11-09
Page
Seite 189 (sequence 3)
Language
German
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189 stellten Rechtschreibung. Die zu letzterem Zwecke bestimmten Diktirübungen hören in der Oberklasse noch nicht auf, werden aber nur gelegentlich beim Real- und Sprachunterricht betrieben, so wie es überhaupt als Grundsatz gilt, daS Rechtschreiben zwar nach einem festen Plan, aber auf durchaus praktischem Wege bei den betreffenden Sprachübungen zu behandeln. Hinsichtlich des Schönschreibens wird eS vor Allem auf Ausführung des Grundsatzes ankommen, daß Alles was geschrieben wird, s chwn geschrieben werde. Da aber eine genauere Auffaffung und speciellere Uebung immerhin sehr ersprießlich ist, so dürfte doch auch in dieser Klasse etwa Vj Stunde in der Woche auf besondere Schönschreibübungen zu verwenden sein. Der hier angegebene Stoff ist zwar mit Rücksicht auf die zu erreichenden Ziele nach :J Klassen vertheilt; allein er wird doch eine abwechselnde Verbindung dieser Klassen um so zweckmäßiger sein, als dabei eine gleichzeitige angemessene Bertheilung des unter sich eng verwandten Stoffes keine besondere Schwierigkeiten bringt. So wird sich z. B. an ein und demselben Stoffe, da ein Abfragen, dort ein zusammenhängender mündlicher Vortrag; da eine abgekürzte, dort eine mehr eingehende schriftliche Darstellung; da eine Rach-, dort eine Umbildung; da die Wortart überhaupt, dort eine eingehendere Behandlung derselben vornehmen lassen. . (Fortsetzung folgt.) Wochenbericht. Dir entnehmen der „Didaskalia" folgenden Bericht: Frankfurt, 2b. Oct. Die jüngst nach langen schweren Leiden;u Baden-Baden verstorbene und am vergangenen Sonntage am dem hiesigen isr. Friedhofe beerdigte zwanzigjährige Tochter des Freiherr» Mayer Karl v. Rothschild, Clementine, zählte zu den begabtesten der weiblichen Mitglieder diese- Hauses. Seit einer Reihe von Jahren krank, allen irdischen Freuden und Genüssen entsagend, konnte man dieses seltene jugendliche Wesen in der That eine.„schöne Seele" nennen. Ihr ganze- Leben und Streben war ein rein ideales. Von einer verklärten Schönheit, von unbeschreiblicher Herzenszüte., angeweht vom weihevollen Hauche der Kunst, deren vorangeschrittenc Jüngerin in Gesang und Malerei sie war, voll Wissensdurst, die Psalmen, ihr Licblingsbuch, in der Ursprache lesend, genährt vom Geiste der englischen Literatur, welcher ihr selbst die höhere, ernstreligiöse Richtung gab — waren Trieb und Sehnsucht in ihr beständig aus das hohe Ziel gerichtet, einst in That und Schrift eine Wohlthäterin der von Sorge gedrückten Menschheit zu werden, nach dem Muster ihrer Mutter von den ihrem Hause verliehenen Reichthümern einen heilsamen Gebrauch zu macken. Hinterlassene Briese von ihr, die sie, in der liebevollsten Weise die hohe, weltgeschichtliche Bedeutung des Christenthums würdigend, an eine christliche Freundin zur Rettung und Verherrlichung des Judenthums schrieb, und von denen einige in der „Achawa", dem Jahrbuche des Unterstühungsvereins für arme jüdische Lehrer, erschienen sind, geben daS schönste Zeugniß von ihrer edlen Denk- und Gefühlsweisc und lassen den frühen Heimgang der Tr.fflichm, die ihrem Reichtbume zum Schmucke gereicht, doppelt bedauern. An ihrem Grabe würdigten Herr Dr. Sigmund Stern, und in längerer Rede Herr Dr. Leopold Stein, ihr vieljähriger vertrauter Lehrer auf religiösem Gebiete, das Leben und Wesen der Verewigten. Augsburg, den 20. Oct. Mit Staunen hat man i« Nr. 40 d. Bl. die wunderliche Angabe gelesen, daß dem Herrn Dr. Hirschfeld hier gekündigt worden! sei!! Der Gemeindevorstand wollte dieses Curiosum dementiren, Herr Dr. Hirschfeld, fand dieses jedoch unter seiner Würde!, und stimmen wir damit überein, da eine solche Äeußerung in Bezug aus eine Persönlichkeit wse Dr. Hirschseld eine Absurdität ist. die keiner Widerlegung bedarf.- Da aber die Bemerkung daran geknüpft wird, „daß rjs nicht beneidenSwerth sei, bei!uns Juden ein Bediensteter (?) zu sein" erachten wir es als Pflicht, dieser Aimahme in Bezug auf, unsere Gemeinde überhaus t entgegen zu treten. Herr Dr Hirschspld, dessen Vorzüge von JcderMänn hier anerkannt sind, wird mit derjenigen Hockächtm g Gehandelt, wie sie einem religiösen Obcrbanpte geziemt. ' Nachbemerkung der Rcdc etion. Wir freuen uns dieses Dementis, um deS Judenthur ls, der altehrwürdigen Gemeindje Augsburg und des Herrn Dr. Hirschselds willen und bedauern es tief, daß unsere Zeitshrift eine so unangenehme MittHeilung brachte.' Um so mehr müssen-wir jedoch unfern , Herrn Correspondenten in Schutz nehmen, von. dessen edler Denkjmgsart wir überzeugt sind, so, daß die Voraussetzung, es habe hierdrin verwerfliches, persönliches Motiv vorzewaktet, von uns weit abgewiesen werden muß. Wir glauben nur eswa annehmen zu dürfen, unser über a le jüdischen, Verhältnisse in Bayern gewöhnlich vortrefflich unterrichteter und wahrhcitSlirbender Korrespondent habe sick einnalvon einem unverbürgte» ickte irre führen lassen. Mehrere der geachtesten »avrischen. Lehrer haben eine wanne Ansprache an ihre bat rischen Collegcu gerichtet, n« bitty zum Anschluß an unfern Unt rstützungsverein aufzufordern, gleicher Weise erfahren die b »bischen College», und wollen dies auch anderen Staaten zur — Wir entnehmen der uns ms befreundeter Hand zukommchden „Berliner Reform" folgen den interessanten Artikel aus Berlin: den Commentär mögen sich unsere geehrten Leser selbst machen: „Uns geht in Nachsoh endem der getreue Wortlaut , eines Schreibens zu, das der evar zelische Seelsorger des hiesigen Krankenhauses Bethanieit Iastor Eckulh, an einem Kaufmann jütischen Bekenntnisses, Hrn. B.Izu Schwerin a. W.,' gerichtet Nachahmung warm empfehle». hat, welcher seinen kranken 17jäh >n gei lug, um an dieser Stelle unsei es Blattes verhandelt zu wer den, denn sie trifft „ wie sich au« jener Heilanstalt anvertraut igen Sohn der ärztlichen Pflege l atte. Die Sache ist. ernsthaft äuzerst charakteristischen Schriftstücke deutlich ergibt, die Frage, ob überhaupt eine auf durchaus G nossensclcaft — hier also die einer rein socialen Thätigkeit K aft, von den religiösen Sond to nbet werden könne; dieser Br heraus sagen muß, alle jene von wnfessionellem Grunde stehende Diakonissinnen — zu Zwecken ,i(t wollem Vertrauen in ihre rzwecken ^dabci abzusehen, veref verurtheitt, wie man gerad- Povfessor Huber, vom Johem- Ich weiß, daß ich Ihnen Schmerz bereite, aber um der ih n sckreiben. Als' Sie uns dem seiner ganzen Form nach niterordcn u. s. w. angebahnte r Versuche, Zwecke der allzem einen Humanität heut zu To ge noch durch Werkzeuge eines specifischen Bekenntnisses zu förl ern. Der Brief lautet: Lieber Herr L mit diesem Briese einen tiefen Wahrhaftigkeit willen muß ick Ihren Sohn Heinrich zur Heilung usid Pflege übergaben, da halben wir das Vertrauen, weiches ‘

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