Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 5 (1865)
- Issue
- 45 (9.11.1865)
- Date
- 1865-11-09
- Page
- Seite 190 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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190 “•matt undarin erwiesen, hier wie in ähnlickrrk Fällen treu bewahrt. Heinrich bat dieselbe Liebe erfahren, wie die anderen ffnaben, aber nie ist das Geringste geschehen, jhn von dem Glauben seiner Väter abzuwenden. Nur da unser Haus ein christliches ist und seine Ordnungen christliche, und da es uns, Gott sei Dank, ernst ist mit unserem Cbristenthum, so können wir dasselbe awh nirgend verleugnen und können um eines Andersgläubigen willen unsere Ordnungen nickt umwandeln. So-ist'S auch mit Heinrich gebalten worden, und ick selber habe mit ihm nie ein Wort über Glaubenssachen gesprochen, auch dann nicht, als ich aus den Mittheilungen der pflegenden Schwestern von der innern Veränderung Heinrichs Kcnntniß bekam und bei meinen Besuchen im Krankenbause selber es ihm anmerke» konnte, daß der Herr sein Herz gesunden batte; diese Veränderung ist auch ganz allmählich gekommen Im Anfänge entzog Heinrich sich der Theilnabme an^den Andachten, wenn aus dem neuen Testament gelesen wurde. Wir haben ihn still gewähren lasten, natürlich wurde der an fick liebenswürdige Knabe uns aber durch seine wachsende Liebe zu dem Herrn immer werther, und diese Liebe wurde um so herzlicher, je mehr seine Krankbeit sich steigerte. Seine Geduld' in seinen Schmerzen und seine Dankbarkeit für jede Pflege waren -rührend und erfüllten uns mit Dank gegen den Herrn, der in den Elenden sich herrlich erweist. Ihm befahlen wir das liebe Kind und waren entschloffen, unsrerseits nichts «i thun. Anders ist aber die Sache geworden, nachdem Heinrich vor etwa 14.Tagen mich hat rufen lassen und bepcbrt bat, daß ich ihn taufe. Heinrich ist 17 Jahre geworden, er ist also gesetzlich berechtigt. selber über sich zu bestimmen, und ick darf mich seinem ^Verlangen, unterrichtet zu werden und die Taufe zu empfangen, nickt entzieben. Zuerst batte sich Heinrich wohl gekackt, es könnte das geschehen, obne laß seine Eltern es sofort erführen. Er wollte Ihnen den Schmer; ersparen, vielleicht auck sich den Kamps. Er hat sich aber bald überzeugen lassen, daß'die Liebe und die Wabrbeit es fordern, daß er solchen Sckritt nickt heimlich tbue, daß das vierte Gebot, Du sollst Vater und Mutter ebren, mit solcher Heimlichkeit sich nickt vertrage, und er.ist mit mir eins geworden, daß ich Ihnen vou seinem Herzensverlangen Mtttbeilung machen soll. Ich habe es nun hiermit gctban und kann mit rvller Zuversicht die Sacke Gott dem Herrn befehlen. Er bat der Menschen Herz in. seiner Hand, auch Jbre Herzen. Ch: kann Sie willig machen, Ihrem Kinde, das Sie zärtlich lieben, nachzngcben, auch wenn es Jbnen schwer wird, und das ist mein herzlich Gebet zu Gott und meine dringende Bitle an Sie. Ich bin aber auch gewiß, daß Gott der Herr unfern lieben Heinrich nickt verlassen wird, wie guck Ihre Entscheidung aus'cllcn möge. Und so befehle ick Eie'und. Heinrich dem treuen Gott, dcm. Gbtt Abrahams, Jsaacs unt^ Jacobs, dem Vater unsere- Herrn Jesu Christi, den auch Israel noch einmal also erkennen und arrbetc« wird. Bethanien, 3. Oetober 1885 In herzlicher Tbeilnabme Ihr ergebener Schultz, Pastor. Das faetiscke Resultat dieses Schreibens ist pcwesen, der Knabe noch wenige Stunden vor der Taufe aus Krankenhause genommen worden ist." (Das ist also unter ser Art von christlicher Liebe zu verstehen. Red.) daß dem die- Dra Herren israelitischen Lehrern empfehle» wir nachstehend unfern hebräischen Verlag!, welcher^durch sch» Buchhandlung bezogen werden kann. Bei Baar-Bestellungen direct von uns, geben, wir denselben bedeutenden Rabatt. Zugleich empfehlen wir unsere, auf das Beste eingerichtete hebräische Buchdruckerei zm Anfertigung aller hebräischen Werke, gegen Zuficherung prompter und reeller Bedienung. Brilon (Westfalen) 1865. AI. Frletllfiniler’s Buchhandlung. Ein Andachtsbuck Glaubens :c. von su Dr Gebet- und Erbauungsbuch für Israeliten von M. Präger, weil. 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SgL 10 12 27 20 10 8 t; 4 6V* 5 v 7‘/» L 5 6 2 «fr 3 »)f 3Vt 5 2Vl 3'/r 5 — 6 — 1 — 1 — 15 — 15 — 15 — 5 — 25 Beremrwörtlicher Redakteur: I. Klingenstrin tu Oderuhel« in Rbetnheffen; Selbstverlag der Redaktion. Für den Buchhandel: i» Eommtssio» bei Oskar Leine» i» Leipzig. — Damps-SchNellpreffendruck von I. Gottsleben in Mainz.