Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 5 (1865)
- Issue
- 44 (2.11.1865)
- Date
- 1865-11-02
- Page
- Seite 185 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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I — 185 — Wochenbericht. Vereinssachen. Es liegt in der Natur der Sache, daß diejenigen Herren, welche ibren Beitritt anfänglich auf Grund deS Statutenentwurfs erklärten, wonach eigentlich kein Beitrag zu zahlen war, im vorigen Bericht als quasi Mitglieder aufgcführt werden müßten; nunmehr aber, da sie den durch die Statuten festgesetzten Beitrag von 2 Thlrn. nicht bezahlten, als Mitglieder mckt betrachtet und auch im Berichte nicht ausgefübrt werden können. Wir konnten nicht erwarten, daß Alle Beitrag zahlen und wirkliche Mitglieder werden; die anscheinende Verminderung der Mitgliederzahl ist daher keine wirkliche, was wir aus gewissen Gründen beer constatiren müsien. Zn Folge einer an uns gerichteten Anfrage bemerken wir hier, daß wir von den Bestimmungen der Statuten selbstver stündlich in keiner Weise abwcichcn können; daher die neu im Laufe tiefes Rechnungsjahres Eintretenden zusammen 7 fl. als Beitrag für das Bor- und das laufende Jahr zu zahle» haben. Ein Abweichen von diesem Gesetze ist durchaus unmöglich und wäre ungerecht. Jedoch können l wenn die Verhältnisse dieses erforderlich macken, diese 7 fl auch in mehreren Raten abgezahlt werden. Es ist uns — sogar von mehreren Seiten zugleich — der Vorschlag gemacht worden, anzuregen, daß die einzelnen Bezirkseomite-s die bewilligten Rabatts von den verkauften Jahrbüchern zum Theil oder ganz zu einer - .Bezirksvereinskasseverwenden, um für Portos im Bezirke, zu Versammlungen und Eonsermzen -oder in Fällen, wo ein Mitglied in Roth ist, ohne Ansprüche auf den Hauptverein zu haben, einige, wenn auch unbedeutende Mittel zu-baden. Wir halten diesen Vorschlag für sehr vernünftig. und wollen ibn den betr. Herren zur besonderen Jnbctrachtnahme empfohlen wissen. Insbesondere würde dadurch die sehr lästige und auch dem Vereine eine schöne Summe betragende Abrechnung mit den Agenten, wegen der „internen" Portis auihkren, und ein Anregungsmittel mehr geboten sein, die Bezirksvereine zu dem zu machen, was wir im Auge hatten, zu in sich geschloffenen Specialvereinen. Ferner bitt.m wir die verehrlichen Herren Agenten keine Abschlagszahlungen zu macken, sondern dafür zu sorgen, daß die Gelber zusammen an uns abge.licfert werden, um sie dann unsrerseits an den Rendanten abliefern zu können — sowohl der koppelten Portis als der leichteren Abrechnung willen. — In Dürkheim a. d. H., in. den Armen semes Bru kers, starb der daselbst gebürtigtc Heinrich Hecht, Gesanglehrer an der isr Real- und Volksschule, Ehordirigent und Organist der Gemeinde-Synagoge zu Frankfurt a. M. Er war ein in Frankfurt höchst beliebter und wegen seines gesunden Humors, der außerordentlichen Geschicklichkeit im Vortrage insbesondere komischer Gesänge überall gern gesehener Mann, der auch in seinen obengenannten Aemtern seine Pflicht mit Eifer und Hingebung erfüllte —, und dabei ein edler und liebenswürdiger Mensch. Literarisches. bekenntniß, Vaterland, Stand >c» »nv von Lnoübuna derselben dürfen uns auch dle bittersten Erfahrungen (des Undankes V. 14. Und er sprach: wer hat Dich rc) nicht abhalken. Immer gibt es auch wieder beffere Erfahrungen, dankbarere Menschen »«. 9. l» —22. Die Stellung des isr. Lehrers der Gegenwart. Referat, bearbeitet und vorgetragen auf der diesjährigen (?) Generalconferenj des isr. Lehrervereins Rheinlands und Westphalens, von E. Braunschweig. (Preis 5 Sgr. Der Reinertrag fließt in die Lehrer-, Wittwen- und Waiienkaffe des obigen Vereins.) Wenn wir mit vorurtheilSlosem Blicke auf das Schaffen uud Leben der de»tsch - israelitischen Lehrerwelt in dm letzten Fahren schauen, so mügen wir uns mit Befriedigung gestehen, daß dieses Ringen nicht fruchtlos bleiben kann, daß . trotz mancher ungünstigen Verhältnisse eine Hebung des Lehrerstandevon innen heraus bemerkbar ist. In dieser Ucderzcugung bestärkte uns auch die Lektüre dieses Referats, das „den dem oberflächlichen Blicke verborgenm Vorgängen eines geistigen Schassen-, einer allmähligen. inner» Entwicklungnachspürt." Der Herr Verfaffer bat mit schariem Blicke die Mißstände im Gemeinde- und Schulleben erkannt, bat sie mit kundiger Feder blosgelezt; seine Sckrist müßte, wenn sie in die rechten Hände käme -- nicht nur von Lehrern gelesen würde —, insbesondere in Westphaken epockemackmd sein. Wenn sie aber auch mit ganz besonderer Berücksichtigung der Zustände und Verhältniffe i jener jProvinz geschrieben ist, Verhältnisse, die in vielen. Be" ziehungm mit denjenigm anderer. Länder und Provinzen nich' übereinstimmm, so wünschen wir ibr doch die weiteste Verbreit tung, in Anbetracht sowohl der edlen Zwecke, die sie verfolgt' als auch der gesunden Ansichten über die verschiedensten bedeu»» tungsvollsten Fragen des jüdischen Lchrerstandcs, die sic entwickelt. Nachdem der geschätzte Herr Verfasser in einleitende« Betrachtungen mit tiefgehender Erkennsniß den Boden beschreibt, auf welchem die heutche Schule erwachsen ist. stellt er dann die Fragm aus, die ihn beschäftigen: die Vorbereitung zum Lehrbe» rus, die Pbätigkeit und die Leistungen als Lehrer, Vorbeter, Prediger und seine Stellung nach ibren äußern Beziehungen. Die Vorbereitung au> dem Seminar zu Münster betreffmd, kommt auch er bei aller Pietät für die „gemeinschaftliche Mutter." zu dem deutlich zwischm den Zeilen lesbarm Schluffe, daß diese Anstalt, nach ihrer gegenwärtigen Organisation nicht im Stande ist, die geeignete Lehrerbildung zu bieten und eine Reorganisation unbedingt nöthig ist. Die zweite Frage über die Leistungen der Lehrer bespricht so vielerlei tieseingehmdc und bedeutungsvolle Schul, und Lebensfragen mit besonderer Klarheit und Einsicht, daß wir eben nur daraus hinweism können, weil, wenn wir Alles hier wiedergcben wollten, was uns tief ergriffen hat. wir cbm fast Alles abschreibm müßten. ' 'Rur in einer Frage sind wir mit dem Herrn Verfaffer nicht einverstanden, darin nämlich, daß er die Nebenämter des Lehrerals Prediger und Eantor als Ealamität betrachtet. Wir habm unsere Ansicht über das erstere Amt bereits in diesm Blättern ausgesprochen, und glauben auch jetzt noch, daß das Predigen dem Lehrer aüS mancherlei Gründen nur lieb sein kann, Natürlich muß die Gemeinde daran gewöhnt werden, anzuerkennm, daß-, auch für diese Mühe dem Lehrer eine Vergütung gebührt. In allem Uebrigen spricht der Herr Verfasser so viel Wahre- und Treffendes, auch über die äußeren Beziehungen des Lehrerzu seiner Gemeinde, er gibt so gesunde Lebensausichtm und Regel«, daß wir unsem Wunsch, es möchte diese Schrift die weiteste Verbreitung findm, nur wiederholm könnm. Daß der Herr Verfasser keinm Raum fand, auch der Bestrebungen de- „Isr. Lehrer" zu gedmkeu, daß er ncbm dem rhetnisch-toestphälischm Verein nicht auch dm „allgem^nm deut-