Mannheim
Compact Memory

Der israelitische Lehrer · 1865-10-26 · 43 (26.10.1865) · p. Seite 180

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
5 (1865)
Issue
43 (26.10.1865)
Date
1865-10-26
Page
Seite 180 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/4896751-5428734-5431543--1197-4897732
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

180 so wird es gewiß keines weiteren Nachweises mehr bedürfen, daß hier, bei Feststellung der Ziele .für den Unterricht im Hebräischen nur das wahre und unabweisliche Bedürfniß maßgebend sein könne, welches darin besteht, daß „Die Kinder die Hauptgeb. te und den beim öffentlichen „Gottesdienste iu: Vorlesung kommenden Pentateuch, oder „doch die wichtigsten. Theiledes letzteren in der Ursprache „verstehen lernen." Was darüber hinausgcht, möchte einem höheren Unterrichte zuzuwesien, keineswegs aber in den eigentlichen Kreis der Volksschule äuszunehmcn sein.. Es wird vielmehr in diesen Anstalten sogar neben den bisherigen Eesahrungeu noch aller Vortheile der Methode bedürfen, um die angegebenen beschränkteren Zwecke gehörig erreichen zu können. ■ . - Die bisher am meisten verbreitete analytische Methode möchte entschieden auch die zweckmäß-gste ssein. Was sodann das Verfahren im Einzelnen und ganz besonders die Bertheilung des Stoffes und die zu erreichenden Ziele betrifft,' so möchte ein bestimmter Maßstad hierüber schwer aufzustellen sein, da hiebei die b-sonderen Verhältnisse der einzelnen Schulen zu sehr in Berechnung kommen. Wir erlauben uns daher blqß follzende allgemeine Bemerkungen: a) Das Lesendes Hebräi' chen beginnt häung sogleich mit dem Eintritte der Schüler in die Schule. Es dürfte aber nicht bloß die Wahrnehmung .daß vom 7. (d. i. 2. Schul-) Zabre an die mehr entwickelte Geisteskraft desto schnellere Fortschritte ermöglichte sondern ganz beionders der Umstand Beachtung sinden, daß durch die gleichzeitige Behandlung des Lesens des Hebräischen mit dem (deutschen) Schreiblese- und Leieschrerbünterricht eine Verschiedenheit sich ergibt, welche für Kinder dieses Alters nicht sehr dienlich ist. Wir würden darum vorschlagen, den Unterricht nn Lesen des Hebräischen.' erst zu beginnen, wenn wenigstens die Hauptübungen des Schreidleseunterrichts abiolvirt sind. An hebräischen Fibeln, welche «neu mehr, oder weniger zweckmäßigen Slusengang nehmen, fehlt es nicht. Als besonders zweckmäßig könnten wohl diejenigen von Preßburger, Rosenfeld, Klingenstein, Hecht :c. rc. wegen ihres naturgemäßen grammatikali'chen Stufengangs und der Reichhaltigkeit der Uebungen, welche sich zum großen Theile als ersten Uebersetzungsstoff eignen, bezeichnet werden. Das mechanische Lesen bleibt in i>er Unterklasse Hauptsache. Jedoch sollte daneben. wenn auch von der Beibringung grammatikalischer Regeln nicht die Rede sein kann, aus ein durch Uebung möglichst zu erzielendes grammatikalisches Lesen Bedacht genommen werden, -wie dieses auch n.am.ntlich in den.Schulen zur Fr., K. u. H. mehr oder .»eni^er wahrgenommen werden konnte. Es müßte sich dieses für das Versländmß des Lesens, -so.wie zur Vorbereitung für das spätere eigentliche Uebersetzen sehr förderlich erweifen. An die Leieübungeu der Unterklasse, welche b,1 wöchentlich 6 2 *3 Stunden etwa zu Ende des: 2. Schuljahres ubschließen, reiht sich das eigentliche -Uebersetzen l>) der Gebete und erstreckt sich apf einzelne ausgewählte, der Fassungskraft der Kinder dieses Alters -zusagende Gebctstücke. Nach den Wahrnehmungen in den meisten der besuchten Schulen möchte sich dabei folgende Ordnung empfehlen: vr?x ,iuon ro-o ,ronxi yo» pntrn ro-o ,j’mn no~o . . 12»» t*o ro-o ,ni:?y nnov, nor: In der Oberklasse kommen hinzu: In einklassigen Schulen: ox n\n ,no^j ,-m' bon ,nai no.ix ,12» is\x bab rix ,’irx ,n»o nov' ,3-ä’i nox ,y:o:? und einige der IM Gebetbuche vorkommenden Psalmen. In mehrklassigen Schulen außerdem noch sämmtliche im Gebetbuche vorko nmenden Psalmen, so vie auch .11011 -pior ,0.1"'1 ,i"i nrsn , 0'7ai?bv nPsn und, io weit thunlich, auch die wichtigsten Sätze ags n-3x 'pir. . Im Allgemeinen möchte noch die Bemerkung dienen, daß es hier, sowie auch beim Uebersitzen der hebr. Bibel, mehr auf ein klares — wenn auch einfaches — Berständniß des Inhalts, als auf die größere Masse des Stoffes ankommen und daß letzterer zwischen der Mittel- und Oberklasse so zu vcrtheilen sein dürste, daß so viel als möglich ein und derselbe Abschnitt gleichzeitig da zur Vorbereitung und dort zur Wiederholung und Erweiterung dienen kann. Größer noch als beim Uebersetzen der Gebete zeigt sich die Verschiedenheit der Ansichten bei dein Uebersetzen der Bibel. Wir glauben aber, daß keine der hierüber bestehenden extremen Ansichten in un'eren Volksschulen Geltung gewinnen dürfe, sondern daß sich auch das hier in Rede stehende Pensum nach dem oben aufgestellten allgemeinen Zweck gestalten und hiebei vor allem der Unterschied zwischen em- und mehrklassigen Schulen berücksichtigt werden müsse. Darnach dürfte sich die Bertheilung des Stoffes nach den verschiedenen Schularten und Klaffen etwa in Folgendem festftellen lassen. Das Uebersetzen des von beginnt,'wie dies auch in den meisten der besuchten Schulen des Auslandes der Fall »st, im 10. Jahre. 'Da der Unterricht hiernach 4—5 Jahrgänge umfaßt, so wird eine Eintheilung nach 2 Abth silungen nothwendig, wenn auch — wie schon beim Ueberietzen der Gebete bemerkt worden, eine abwechselnde Verbindung beider Adtheilungen zum Behufe der Vorbereitung und Wiederholung zulässig ist. Mit Weglassung der anstößigen und der noch nicht faßlichen Stellen dürften dann in wöchentlich 3 —4 Lectionen wovon 2—3 auf den fortlaufenden Unterricht und l auf die Repetition des Wochenabschnitts, sofern letzte-er schon übersetzt worden, im Laufe des ersten Jahres etwa 351, im 2. etwa 7>4*) Verse u f. unter günstigen Verhältnissen das ganze 4. B. M. behandelt, in mehrklassigen (getheilten) Schulen aber etwa bis Kap. 2t) des 2. B. M. vorgeschritten werden. *| Der geschätzte Herr College bat Bier so eiane Ziblen gewählt, daß wir rast befürchten, einen 2lt>re-b - als Druckfehler hier wievcr iu geb n, k nnien - bt, weil tas Manus-r-pt bereits zum Drucke vorbereitet war, nicht Mki r antrazen; vielleicht bat er bestimmte Abschnitt« im Äuge? Ter gesch. F cu»d i't >>cher so gütig, uns hierüber jpät.r näheren Äussch.u>, zu ged.n. —, Red.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.