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Der israelitische Lehrer · 1865-10-05 · 40 (5.10.1865) · p. Seite 169

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
5 (1865)
Issue
40 (5.10.1865)
Date
1865-10-05
Page
Seite 169 (sequence 3)
Language
German
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* — 169 Morgenblatt gehört sie nun durchaus nicht; allenfalls in ein Nachtblatt. Der Artikel fand keine Aufnahme. — Der Rabbiner, Herr Weißkopf, in Wallerstein sucht im .Israelit" „ein taugliches Subjekt" für feine Gemeind« zur tzrthcrlung des Religionsunterrichts Welches Prädikat verdient aber ein Rabbiner, der ein Subjekt als „Lehrer" für feine Gemeinde sucht? — In Fürth ist am 16. d. M. (O’asj nans) die baulich erweiterte .Altschul" eingeweiht worden. Warum aber erweitert und renovirt man mit so großen Kosten ein schönes massives, im besten baulichen Stand befindliches Gebäude, das nur einigemal im Jahre nicht genug Raum bietet, und die nebenan befindliche, verfallne sogenannte „Reue Schule" in dem Sinn, wie alle Kalender fort und sort den Titel „Neuester Sa lendcr" führen, eine wahre Bretterbude, läßt man in dies.m Stande, die doch Jabr aus Jahr ein ein zahlreiches Publikum besucbt? Die böse Welt meint freilich, eine zweite ordentliche Synagoge könnte auch einen zweiten Rabbiner nöthig machen. — Die seit einiger Zeit aus dem Auslandizuportirten drei Rabcincr wollen in Bayern nicht recht beliebt, werden. Herr Dr. Kodak in Bamberg scheint gegen beide Parteien anzustoßcn, und dem Herrn Dr. Engelbert in München, sowie Herrn Tr. Hirschseid in Augsburg ist bereits gekündigt Tr. Luther sa,te: Wenn ich nickt Geistlicher wäre, möchte ich Schulmeister sein. Ich sage: Wenn ich nicht schon Lehrer wäre, möchte ich keiner sein, und Rabbiner gar nickt. .Die precarste und verquickteste Stellung hat doch ein Bediensteter (?) bei uns Juden. Aus Westphalen, 16. Scpt. Herr Redacteur! Die jüngste Nummer der „allg. Z. d. Jutcntbuws" enthält ein Inserat, das die Partei des Herrn Dr. Kronenberg gegen Jbre in Ihrer Ent e, nung enthaltenen Angriffe nimmt; dasselbe ist „viele Lehrer" unterzeichnet. Wir wissen nickt, wer der Verfasser jenes Inserates ist, noch wissen wir. ob wirklich „viele", wie viele und w e l ck e Lehrer darunter gemeint sind. Aber wir wollen Ihnen hie,mit die Versicherung geben, daß nicht alle weslphäliscken Lehrer die Ansicht deS Herrn Tr Krön nbcrg theilen, und daß noch weniger das Benehmen desselben gegen Ihren — unseren — Verein gebilligt wird, daß vielmehr > ar manckc dies Austreten höchlich mißbill een, und nach wie vor Ihre hochhcrzi. cn Bemühun.en für das Wohl deS LchrerstandcS anerkennen. „Was dem Einen lieb ist, ist dem Andern billig." — Wenn die Statuten des Unterstützungsvereius für Deutschland Mä» el babcn, so sind dieselben wohl zu beseitige», das bat Herr Dr. Kronenberg selb» in seinem Flugblatte bewiesen, und sind solche Mängel kein Maßstav für den Werth und die Leistungssäbigkcit des V reii's. d ie von ganz anderen Verhältnissen abhängeiz, und geben kein Reckt, das Kind mit dem Bade auszusckütteit. Wir wollen nickt daraus bindeuten, daß auck unsere rheinischwestfälischen Ver.insslgtuten AnsangS ganz bedeutende Lücken und Mängel batten, uizd so manche Bestimmung, wie die eben ron der Eaution des Rendanten. eben weil man Herrn Löb hier kennt, wie Sie dort Herrn Reuberger kerinen werden, — noch beute nickt zur Ausrübrun, kommcn. Wir sind mit ganzem Herzen Glieder unteres engeren Vereins, aber cbentesbalb auch des weiteren. Und darum wollen wir Ihnen, ohne unS über die Lebrcrsrcundlickkcit und die sonstigen edlen od.r unedlen Eigenscka'ten des Herrn. Dr. Kronenbcrg des Weitern auszulassen, die Versickerung geben, daß auck jetzt nock viele der wcstphälischen Lehren Jbre Eifer und I re Begeisterung für die Sacke der Lehrer bochschäy n und würdigen und Ihnen in Verehrung und Liebe die Herzen der Eollegcn und Freunde cntgegenschla en, welche Ihr „offen gcgir Freund und Feind" zu würdigen wiffen und sich ein Bild von Ihrer mühevollen und undankbaren s?) Arbeit macken können. Reimen Sie diese Zeilen a's Beweis diiser Hockachtung und Verehrung. Wie übrigens Alles sich rächt, sehen Sie auS einer EorreSpondenz in derselben Rümmer der allg. Z. de- JudentbumS, w» einer Ihrer schärfsten Ge.mer von Lippstadt her sich auch gegen die Lehrer am Seminare zu Münster in sehr scharfer, wenig alimpflickrr Weise aus'pricht. Wenn wir auch daS Urtherl Dr. Philippsons wohl als berechtigt annehmen, obwohl es mit bem~' in jenem Berichte angedeutetcn Prüsungsresuktatc nicht ganz überstimmt — ha'ten wir eS doch für'sehr Unrecht, eine so nrthwendige öffentliche Anstalt, die theilweise von der Gunst deS Publikums abhänqt, in solcher Weise zu brandmarken. Wen» der Eorrespondent E. aus S. in jenem Artikel daS Prüfungsresultat als ein allerdings sebr bedauerliches binstellt und dabei mit päda» gogischcr Einsicht und Fernsicht großprahlerisch um sich wirst, so darf er das Publikum doch nicht weiß machen wollen, daß die Lehrer einer solchen Anstalt immer für ein schleckteS PrüsungSrcfultat verantwortlich sind. Unsere Zeitverdältniffe und besonders die Verhältnisse des Instituts zu Münster, die demselbea zumeist nur sehr schlecht vorgebildete und oft auck schlecht bean» tagte Zöglinge zuweisen, mögen einen guten Theil der Verantwortung tragen. Sodann ist es naturgemäß, daß die Herrn» Seminardirektorcn denn doch auch Menschen sind, und vielleicht gegen die jüdisckcn Zöglinge rigoros verfahren, .um daS Licht ihres Untnrichts bei ihren Zöglingen — (I Bibelverse und Kern! eder) desto heller leuckten zu lassen. UebrigenS müssen dem dculsch - jüdischen Publikum die wcstphälischen Juden alS wahre Streithädnc erscheinen, weil hierorts die bedeutendste«, ja alle geme nlamen Institute unter Streit und Zank geboren und sortgebildct werden. So das jetzt friedlich wirkende Waisenhaus in Paderborn, so das Seminar und endlich muß noch, da in der Provinz nicht genug Gährstoff ist, ein solcher Streithahn Sie und den westphälischen Verein aneinderhehen und den llnterstützungsvcrein für Deutschland angreisen. — Ich werden Ihnen bald mehr Dctailmitthcilungcn aus Wcstphalen zu'ommcn lassen.. Recensiorr. Epruchbuch. Eine Sammlung von Bibelsprüchen zum Gebrauch bei dem Religions unterricht in den isr. Schulcn. Auf Veranstaltung der K. Württ. isr. Oberkirchenbehörde. Dritte mrbesserte Auflage. Stuttgart. Halberg'sche Verlagshandlung. 1865. (Partie preis 7‘/2 Sgr. 128 Seiten). Eine bekannte, bochzesckätzte und weitverbreitete Schrift, zum crsteiimale im Jahre 18 4 erschienen, wird hier in 3. vcrb Auflaie den Lehrern zur Benützung emp'o len Der Zweck des Bürleins in in der Vorrede anged-utet; es soll durch denselben die isr. Jugend aui eine zweckmäßig re Weise m't der heiligen Schrift bekannt gemackt werden. „Ein Vorrath von gut gewählten biblischen Sprüchen.ist unstreitig das beste Religionscompendium, das man Kindern in die Hand geben kann, und sorgt der Lehrer nur dafür, daß er nickt blos Ei enthum des Gedächnisses, sondern auch des Verstandes und des Gemüths derselben wcree, so werden diese Lehren sie auch im Alt r r.ickt verlassen, sondern sie stets und überall begleit.», und für alle Verhältnisse des LebenS mit E nsicht, Kraft und Muth au»- rüsten." Das Buch zerfällt in -1 Ordnun cn, von welckcn die erste Sprüche über die bibl. Gejck chte. die 2. und 3. Sprüche über die mosaiscke Glaubens und Sittenlehre und die 4. Trystsprüche enthält. In welchem Zusammenhänge und Vcrhältniß das Sprnchbuch mit dem derj lben Quelle entstammende» Kateckismus der isr. Religion steht, ist m der Vorrede nicht berührt, und deshalb

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