Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 5 (1865)
- Issue
- 40 (5.10.1865)
- Date
- 1865-10-05
- Page
- Seite 170 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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170 *n# nickt ganz klar geworden. Wir könnten ti uns wohl denken. Erwünscht wäre jedoch gewesen. wenn der Herr Verfasser oder die, die Verbreitung anordnende Behörde sich über die- Berhältniß selbst klar und deutlich ausgesprochen hätte. ES wäre dies um so geeigneter gewesen, da in der Vorredezur neuen Auflage dem Lrhrerstand ein nickt sehr zarttr Vorwurf gemacht wird über die schlechte Verbreitung, der das Buch bisher gefunden hat. Wir sind damit einverstanden,/wenn erklärt wird, daß »bei der Zerklüpftung und Spaltung, welcbe gegenwättig im Judenthum herrsche, der Friede nur auf dem Grunde des gStttlicken Wortes wiederhergestellt werden kann."' .Aber ist darum der Lehrerstand gleichgültig gegen taS göltlicke Wort, versündigt er sich wirklich an sett-em Berufe, wenn er kein „Spruchbuck" in die Schule einiühit? W>r gestehen diesem Buche einen bedeutenden Werth zu; es ist bisher, lo viel wir wissen, nicht nachgeabmt worden, rnd wird unter der geschickten Hand eines tüchtigen LedrcrS seine Aufgabe erfüllen. Aber — wir möchten nur die Lehrer geaen den Vorwurf der Gllichgültigkeit oder U-kenntniß wahren, möchten leugnen, daß die Lrbrer unverzeihlich sündigen, wenn sie »den W rth einer solchen Eqmmlung nicht gehörig würdigen." Spruchbuch, G-'largbuck, Katechismus — dam noch biblische Geschickte, hebräische Bibel und Gebetbuch; find wohl alle diele Bücher nothwer.dig. um taS jüdische Kind mit seiner Relig'cn bekannt zu machen? Da muß ja dem armen Kmde ganz graulich zu Muth werden, Wern es alles taS anfchaut, waS ihm zu lernen obliegen soll, um „religiös" zu werden. Freilich — in der christlichen „Kirche" bat man dieselben Bücher; — aber doch nur die , 3 ersten — sind sie deshalb auch für das jüdische Sind die! Quellen wahrer religiöser Erkennlniß? Da möchten unS doch bescheidene Zweifel aufsteigen, alS ob die Att und Weise eine» tüchtigen jüdischen Religionsunterrichts noch nickt allseitig begriffen sei und über die Quellen, aus welchen das jüdische Kind und der jüdische Lehrer „mittelbar" schöpfen soll, noch viel Unklarheit herrsche. Es ist hier der Orr nicht, hierüber uns werttr auSzu'preckrn; wir wollten eben nur zeigen, daß auch eine isr. Obrrkirckenbcdörde irren kann, wenn sie den Ledrern Vorwürfe macht, die diese n cht verdienen und eben doch als begründet hiunehmen sollen, weil fie von der Vorgesetzten Behörde kommen; w r wollten nur wiedertolt andeuten, wie wir im Punkte deS religiösen Unterrichts christlichen Vorbildern nicht unbedingt folgen küifen. , Wir wiederholen, das Bnch ist ein gutes, ist sehr empfehlenswerth, sebr brauchbar, entschieden den meisten Katechismen vorzuziehen, mit welchen es freilich nicht gleichen Zweck hat, die cS aber in d.w Haut, tüchtiger Lehrer er>etzen kann, aber doch — viele Wege füdren zum Himmelreich und noch ust auch der Weg — nickt entschieden, den wir jüdische Lehrer beim Religicnsunterricht eintchlagen müssen, um unsere Kinder zum Himmelreich zu führen. A H Z G I G £ N. Verein zur Unterstützung hilfsbedürftiger israelitischer Lehrer, Lehrer- Wiltwcn und -Waisen in Deutschland. Spenden (zum eisernen Fonts): Von den Herren: I. Rolbßds in Easicl (znr Jahreswende) fl.^175; Leopole u. Lu'wig T»>n in Franks: rt (d-gl. zu Roschha'chono) fl. l57Weint.änd'er l^a l Simon in Mainz fl. 3. 30 fr.; Rektor Hcrw.tz in Bort n fl . 3- 30 kr. Geianmeit von Herrn Js. Strauß in zl önigsrein a, Taurus: L. Front in Falke, stein 30 kr.: E. Ha' n a'ilift 24!r.;- Jetanncte Vct Eadn in Königstein 30 kr.; H. B. Go,d''ckn->di aus F'gn'iurt a M. fl. 1; E Halle aus Frankfurt 30 kr.; zus fl. 2. 54!r. Im Ga^z n fl. 199. 54 kr. Mit gliedrrbei träge: 1) Ottlieb in H ikel'erg. 2) Dink.lp^el daselbst, 3) Goldmomer in Semback, 4) Joseph Es.mann in Lichtenst-in. Aus. fi. 14. Jahrbücher (v. vcr. Jahre): .Strauß in Königftciu fl. 4. 21 kr. MC* Um Jrrili'mcr ju vermeiden, werden wir künftig neu ongcmeldete Miro.Ii. der, de ihren Beitrar nock nickt bezahlt haben, nickt auffübren; ds.l. Zahlungen kür's neue Jahr erst vom T2. 'Jicd. an v.rcss.'rtlickon. . Ter Gefchärtsfübrer des Vereins: 3. Ktiugensteiu. . Zum Semcsterwcchsel euipfehle ich: Erstes . Leseurrö 'Ttekersetzuugsßttch im Hebräischen. Nach methodischen Grundsätzen bearbeitet von J KlinKTiisteiii. Preis gebunden st kr. 2 V* Sgr. :'n Partien vom Verleger bezogen 2 Sgr. — 7 kr. Tiefe Schrift ist von der gcfammten Krit.k beifällig ausgenommen morden. Erst neuerdings bat die Fränkcl'sche Monatsschrisl für Geschichte und Wissenschaft des Judenthums sich s e h r günstig und eingehend mit derselben beschäftigt. Eie ist bereits in sehr vielen Orten einaeführt, in Schlesien, Ungarn, Kurhessen sehr verbreitet und von der bayr. Lrbierconserenz namentlich als die gccignelste Schrift zum methodischen Unterrichte im Hebräischen zur allgemeinen Einführung empfohlen worden, Tabei ist diestlbe (50 Seiten, gut gebunden) v.-rhältnissmäßig beispiellos billig. Zugleich erinnern wir an die ältere. Schrift desselben Herrn Verfassers: Der Unterricht im hebräische». Methodische Anleitung l . für isr. Lehrer und die eS werde» wolleu. Preis 36 kr. Oppenheim und Darmstadt. Verlagshandlung von Ernst Kern. Leranrn: örtlicher lXrkacitur: fi. Llingenüein i» Overnl-eim m stibemlesirn; Selbstverlag der Kecatuon. tzur reu Duckchanoct: m Lommisncn bei Oskar beinor in er-pzig .— Dampf-SchnlÜpiessrnbriiik von Kottoi eben in Mainz.