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Der israelitische Lehrer · 1865-10-05 · 40 (5.10.1865) · p. Seite 168

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
5 (1865)
Issue
40 (5.10.1865)
Date
1865-10-05
Page
Seite 168 (sequence 2)
Language
German
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168 weise vorzubeugen mit eine der schönsten und heiligsten Aufgaben der Schule zu sein scheint? lehren wir die Jugend zunächst im Menschen den Menschen betrachten; wir folgen hierin dem Buche der Bücher, der heiligen Schrift; auch ste geht vom Allgemeinen aus: sie beginnt nicht mit der Schöpfung eines Juden, eines Christen, eines Mohamedauere; den Menschen hat Gott geschaffen, erzählt sie uns, den Menschen im Ebenbilde Gottes; im Menschen soll der Mensch das Ebenbild Gottes betrachten, achten und lieben. hBravo!) Und wie das göttliche Wort nicht von Bekenncrn einer bestimmten Religion, sondern vom Menschen ausgrht: also weist es uns auch auf ein sichtbares Zeichen hin, welches als das Zeichen des ersten, mit dem Menschengeschlecht geschloffenen BündniffeS dasselbe dem Auge veranschaulichen will, was die Erzählung dem Gedanken nahe bringen soll. . Dieses Bundcszeichcn, eö ist nicht dem Bereiche menschlicher Thätigkeit entlehnt, sondern, ein Gebilde der Natur, d>r Regenbogen, jenes strahlende Band, welches den ganzen Himmel biS zu seinen beiden Enden zu umspaiinrn scheint, ein herrliches Symbolder die ganze Menschheit umfassenden und verbindenden Gottesliebe! - Und wie geeignet ist, nach der scharfsinnigen Bemerkung eines christlichen Theologen, der Regenbogen seiner ganzen Natur nach zum Bundcözeichen! Das Licht ist es. aus welchem der Regenbogen sich bildet; das Licht aber ist an sich farblos; erst durch Verbindung mit irdischeil Stoffen erhält daS Licht Farbe und Gestalt: diese Farben spielen :n einander und dadurch, ersteht der vielfarbige Regenbogen, jenes Bild der Liebe und der Versöbnuna! Und also ist auch die Religion — jenes Licht des Lichtes — ihrem Ursprünge nach rein und farblos: durch 'Aufnahme von Seiten der Menschen erhält dieses reine, farblose Licht Farbe, Gestalt, Individualität. Aber wie die Farben im Regenbogen, sollen die Religionen einander ergänzen, verklären, fördern und am Himmel des Lebens jenen' Friedenöbogen aiifbauen helfen, der ein Band wird, die Menschen mit einander zu verbinden ' rmd zu verbrüdern. Ist doch überall im Gebiete der Natur und des Geistes die bunteste' Maunigsiiltigkeit Bedingung der harmonirenden Einheit! (Bravo.» Folgen wir also dem Verbilde der heiligen Sch'ift, gehen wir in der Schule vom Allgemeinen aus, überlassen wir das Besondere der Kirche! Noch einen zweiten,' vom H>rrn Referenten ausgesprochenen Gedanken möchte ich vom jüdischen Staiidpunkle aus begründen, er betrifft die Warnung vor AutoriiätSglaubru. Im Deuteronomium spricht Mose das vcrsammelie Israel mit den Worten an: Höre Israel, beute bist du zu einem Volke worden!" Den jüdischen Koiiimentatrren fällt das in dieser Anrede enthaltene „heute" auf, als wollte M'o'e rem -Volke es andeutcn, als wäre eö erst-damals nach virrziajährigcm Umhcrirren in der Wüste zu einem Volke grwcrde», und sic suchen dieses-, ihnen so auffallriidc Wörlcken durch folgende Tradition zu erläutern: Mose, iin Bewußte«» dcS ihm nahe bevorstehenden Scheidens von der Erde, irollte die göttliche Lehre gegen die Schwankungril der .-seit sicher gestellt wiffcn. Zu diesem Zwecke schrieb er die Lehre weder, wählte einen besonder» Stamm, den Priesterstamm, »>» d'escm die besondere Wartung und Pffegc der göitlicken Lehre anzuvertrauen: da schaarte sich daS gesammte Israel um de» väterlichen Lehrer und sprach: „Mose, unser Lehrer, standen wir nicht Alle am Fuße des Sinai? Ist uns nicht Allen die Lehre offenbart und übergeben worden? Wie, nun willst du daS uns Allen anvcrtraute Gut einem besonderen Stamme übergeben, daß er allein daS Recht und die Pflicht habe, darüber zu wachen und eS zu hüten, da wir doch Alle das gleiche Recht und die gleiche Pflicht haben! Könnte eS nicht kommen, daß ein auf solche Weise privilegirter Stamm daS besondere Eigenthumsrecht der Lehre beansprucht und unS so viel davon zutheilt, als ihm gut scheint und unS vereng hält, was ihm gut dünkt? S Als Mose diese Worte hörte, da rief er freudig bewegt auS: „Heute bist du zu einem Volke worden; heute stellst du dir das Zeugniß eines von Selbstbewußtsein erfüllten Volkes aus, eines Volkes, welches das Recht des selbstständigen Unheils beansprucht, aber auch die Pflicht der Selbstvrrantwortlichkcit übernimnit, ein Volk, daS mündig ist- und darum die pricstcrliche Bevormundung zurückwcist " Diesen Gedanken, meine Herren, Sie werden ihn, weil im Namen der jüdischen Tradition ausgesprochen, darum nicht als unwahr zurückweisrn! Heil unS, wenn dieser Gedanke, der ja auch eine Errungenschaft der Reformation ist, Gemeingut der ganzen Menschheit wird! Das deutsche Volk, daö Volk der Reformation, daS Volk, dem Religiosität so tief im Herz lebt, eS scheint besonders Hernien, die menschliche Autorität in Sachen des Glaubens ui bekämpfen; dem ächten Glauben aber eine feste Stätte zu bereiten. An Ihren jüdischen Mitbürgern haben Sie, wie in allen nationalen Bestrebungen, also auch, in Bezug auf Religiositäi die treuesten Bundesgenossen. Weichen wir auch in Einzelnem von einander ab; in Beziehung auf die Anerkennung der Wichtigkeit und Bedeutsamkeit der Religion stehen wir zusammen. Mag die Volksschule eS sich zur Aufgabe machen, mehr auf das Üebercinst«mmende, als auf daS Abweichende hinzuwei en; mag sie ihr Augenmerk darauf richten, zu erziehen „ein einig Volk von Brüdern!" (Bravo!) Wochenbericht. Aus Bayern, im Sept. Ick sckrieb Ihnen in meinem vorigen, wie ker zum Rabbiner in Ki-si»gen dcsignirte Dr. trotz ciiri.ur '.lnftron iingen seiner Ge »er bei der Rabb:i»rprü'u»a die i. 9ict ■ er ielt Wieder sie.t man biebei, wie d ese iroiiimen Herren bei all ihrem vor oblchen Eiier für -die Rei.io» und all hr-r erübmten Uneiacnnützi feit, dock nichts aS i r p riönlickes Int r fje und das ihrer Freunde im Auge haben Dr Sckwab gehöri wohl auch zur frommen Partei: und >ock. wie arbe t te man g gen i'. n ui Gunsten deS jun e» Bamber .r! — .'on Würiburg aus versendete man kür.lick an alle Redaetioneu eine 'Jiiinim r d s dortigen „Abendblatts", in wclckcs i»a» - inen obhudelnden Artikel über eine in der dortigen „Lehrerbildu» s>." a'i" s ati gcda te P,nfung gebrackl hatte. Ein Freund eich te uns. er sei von einem bei der Netaction dcS bi zu .leivialls auiaeserd rten „Morgenblattes", umseine A-nrit gena > worden und er habe geantwortet: D eie Säte hätte schon nicht in »in Abendblatt kommen sollen, in ei«

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