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Der israelitische Lehrer · 1865-08-24 · 34 (24.8.1865) · p. Seite 140

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
5 (1865)
Issue
34 (24.8.1865)
Date
1865-08-24
Page
Seite 140 (sequence 2)
Language
German
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— 140 1 Gehen wir weiter und tragen: 2) Welchen Stoff hat diele Kunst zu verarbeiten, zu bewältigen? — Antwort: Den wichtigsten zwischen Himmel und Erde — den Menschen und in diesem wieder vorzüglich die Seele.!• Befürchten Sie nicht, daß ich den Lehrer aus das Ge- 'biet der Psychologie —- von welcher ich selbst wenig oder gar nichts verstehe — hinübersnhren -möchte. (?) Aber so vielkann und muß doch mit Recht verlangt werden, das; der Lehrer seinen Stoff erkenne. - Sagten ja unsere Erklärungen über Pädagogik, wir.müyen die Kinder sübren, bewab ren, heranbilden (Luz>; wir müssen die Individualität, die geistige Entwickelung des werdenden Menschen zu leiten verstehen (Schmidt» und hiezu gehört doch vor Allem, daß wir die geistigen Kräfte'der Menschen, 'beziehungsweise die unserer Kinder, erkennen. Mik diesem Erkennen der Seele resp. des Geistes -geht es uns schwachen Menschenkindern gerade io, wie mit der. Erkenntniß Gottes. Bei Beiden heißt es: „Erkenne die Eristenz aus den Werken." Ohne Seele keine Sprache; ohne Hott keine Natur. Dies wollten nur für das Ta>cin voraus schicken. Betrachten wir nun ihre Kräite, so wiffen wir , daß gemeiniglich 3 ausgestellt und als koordjuilt unterschieden werden. Sie und: Erkenntniß-, Gefühls- und Begehrungs-Vermögen. Diese 3 Hauptkräite -wollte man allen andern Geisteskräften zu Grunde legen. Jedoch wurde auch Hier eine Bresche geschossen und man kam zu. der Ueberzeugung, das; alles Denken, Fühlen und Wollen, daß. nile Seelenvermögen in steter Wechselwirkung zu einander steheü und hier keine Abstraetion die Begriffe ganz deckte glänzende Resultate erzielen, da auf das mechanische Herkeiern schon noch etwas gehalten wird, eine Schule in es aber nicht. Jeder Lehrer, welcher sein Fach versteht, ersieht dieses auf. den ersten Augenblick, wenn er einem Unterrichtsgegenstande einer Schule beiwohnt. Also: Erkenne deinen Stoff und wisse, wo und mit was du die Arbeit zu beginnen hast. Es ist kein Kleines, was von dem Lehrer hier verlangt wird und mit' Recht verlangt werden kann; doch, dhe Lust zu einein Ding — macht Dir alle Müh' gering. Ich komm« zur 3. Frage: Welches Ziel soll die Pädagogik unverrttckt im Auge haben? Das Ziel ist: Wahre Menschenbildung und Menschenbestiiumung, und ivird durch Wahrheit, Freiheit und Liebe erreicht. Jedem M.uschen sind diese Ideen der Gottähnlichkeit als ein Theil seiner selbst mit zur W:lt gegeben. Mögen nun Geburt, Erziehung, Lebensiveise u. s. w. snnoch io verschiedenartig gestalten, so mußt du, Lehrer, es wissen, dieses wohltönende Trio kann erklingen, wenn das Instrument nur leinen rechten Meister zur Ausarbeitung ererhall. — Sieb' veinein verstocktesten Lügner mit wahren und klaren Augen bei einer Lüge in's Angesicht und Du wirst finden, »iß im Gestchte deines Schülers etwas liegt, was für diese meine Behauptung zeugt. Ebewo wse die Wahrheit ein Postulat der menschlichen Natur ist, also ist es auch die individuelle Freiheit.. Beide sind — von Gott in die »nenichliche Natur gelegt. Das ganze menschliche Wesen ist aus individuelle Freiheit gegrün- Gark Der hat nur.,, sobald das Pflänzchen in seinen ' det; i'-ine Thäsigkeit, seine Sittlichkeit und seine Beantworten kommt, zu untersirchen, welche Anlagen, welche uchkcik werdest allein durch die Freiheit gctrag-n und sind Fähigkeiten hat das Kind.? — Meine Arbeit müßte Sie i ohne ue nicht Ivorhanden. Welche Aufgabe es nun fordert, ermüden, wollte ich über Anlagen und Fälligkeiten nur das reden, was jeher Lehrer davon wissen sollte. Ich hoffe aber, daß uisicre Tisruision es noch ergeben wird. Aber über 3 andere Erscheinungen, über die 3 ersten des Geistes vermagich njcht hinwegzugehen. Sie sind: Wahrnehmnng, Anschauung und Vorstellung. Wahrnehmen «Gewahiaverdeu > die,erste Thätigkeit des menschlichen Geistes. Die äußre Welt macht Ein druck auf den Geist. Die.Wahrnehmung erregt im Geiste eigenthümliche Reize. Diese Reize erzeugen wieder ein inneres Bklo oes Objects und hieraus beruht nur. die Anschauung. Mit Bewußtsein wahruehmen heißt anschauen. Lahrnehinen ist der äußere,-Anickauen der innere Akt der Seele. Dieses An'chauen der Dinge lbewirkt durch öftere Wiederholung verschiedene neue Reize unserer, geistigen Thätigreit iiuD riefe neuen Reize nennt man Vorstellung. — Hieran reiht sich 'pater das Denken. 'diese Frühest so zu leiten und zu behandeln, daß weder der Schüler noch der Lehrer, weder die Schulen noch das Leben Noth lüden, i iir missen es, müssen es wissen, wenü ,wir Erzieher sein wollen. |" Zn Wahrheit.und Freiheit gesellt sich nun um dar edelste der Schöpfung zu vollenden, die Liebe, der ganze der Göttlichkeit. Erst hiedurch wird bas! harmonische Gebilde zum Abschlüsse geführt, erst damit ist er ein Hievon muß nun der Lehrer Kenntniß haben, da sein ganzer Unterricht auf diesen Geisteskräften beruhen soll:;ede Fibel, jedes Rechenbüchlein, überhaupt Alles, was ii der Schule vorkommt, soll nach den Prinzipien der Wahr lll nebmung und ÄwÄaünng geordnet sein. Dieß verstunden Kellner, Haerster, Wurst und viele andere Autoren vorzüglict.; auf jeder Seite ihrer Werke leuchtet das durch Und icherkläre'Ihnen, eine.Schule, welche nicht m;; diese Fundamente ihren Bau stellt, kann wohl rach Außen noch Weltherrscherf erst damit ist er ein wahres Ebenbild Gotte Zu dicseL Tiicotore müßten mir es in unserem Beruß zu bringen u issrn, wenn sonst die Verhältnisse, die tausendfachen, uns nicht störend und bindernd im Wege stünden. Aber troh aller-ein, wie es eben in Familien, in Gemeinde» und im Staate noch steht, dürfen wir unter Ziel nie aus dem Auge laßen, sondern müssen unverrückt darauf binsteuern. Das ,.2>t£" in der Sache werden Sie mir wohl für heute, da es nicht in meinem Thema liegt, erlassen. So Gott will, hierüber später! Schließlich bitte ich Sie nur, doch ja diese Fragen recht eingehend oi^cutiren zu wollen, damit der Lohn meiner Arbeit der sei: ,,Fortblldnng aur dem Gebiete der Pädagogik. " I

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