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Der israelitische Lehrer · 1865-08-10 · 32 (10.8.1865) · p. Seite 133

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
5 (1865)
Issue
32 (10.8.1865)
Date
1865-08-10
Page
Seite 133 (sequence 3)
Language
German
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133 Auslage erschienen. Eine Monatsschrift auf pädagogischem Gebote, w Ich' insbesondere dem ung.-jüdischen Schulwesen seine Aufmerksamkeit widmen wird, dürfte »n Bälde unter Redaclion , eines tüchtigen Schulmannes erscheinen. Wie wir vernehm n, - B rd diese» Fahblatt wohl in deutscher Sprache redigirt, doch den ung. Fächern seine ganze Aufmerksamkeit zu widmen de- E strebt sein. Pesth', im Juni. Bei Gelegenheit des Aufenthalte- Sr. M,j:stät in Pesth hatten mehre'e angesehene Rabbinrn der Pro- , vinz Audienz und sollen verschiedene Gemeinden, um Un'erstütz,ng aus dem ung. isr. Schulsonde petitioni t! haben. Sr. < Majestät gerubeteu in hiesiger^Stadt die Eisengießerei eines Israeliten zu besichtigen und dieselbe als Zierde de» Vaterland» ,u bezeichnen. Unter den Studiosen, die vei der Ankunft des Monarchen in seiner Residenz eine HuldigunciSadresse überreichten, befindet sich auch der Studio» Tobia» Löw, Sohn deS gefeierten Ooerrabbi Leopold Löw in Szegedin. Z.... Umschau. Stuttgart, 28. Juli. In der gestrigen Satzung deS Landtag» kam der Bericht der staatsrechtlichen Commission über die Zulassung de^ Israeliten in die Gemeindest-flungSrätbe zur Berathung. Die Mebiheit der Commission beantragte Uebergang zur Tagesordnung. Hölder beantragt eine Bitte an die Regierung um Anerkennuig des den Israeliten seiner Ansicht nack zusiehenten Rechts. D e Verhandlungen wurden heute fort» gnüh t. ES sp-achen sich gestern Prälat v. Hauber, Wächter, heute Domcapitular v. Longner, Dnvernoy und Bohrhammer für den tzoinmissionsantrag. Höl er, Sarwey, Hopf für den Hölder'schen Antrag aus. Cultministe: v. Golther spiach sich für den Commisstonsantrag auS und wies unter Anderem darauf bin, daß . er schon.bei Berathung deS Gesetzes über die bürgerliche Gleichstellung der Juden mit den Christen auf eine Anfrage de» Äbg. Wächter erklärt habe, daß Lie>e» Gesetz auf die Stellung der Juden zu den christlichen Slistungen keinen abändernden Ein» fl ß übe, wie denn auch keine Christen zu den jüdischen EtiftungSrälhen zugelassen werden; die Juden würden also durch »Zulassung;u den christlichen Etistungsräthen einen Vorzug vor den Christen baden; das wäre doch eine Anomalie. Der Antrag der Commission auf Uebergang zur Tagesordnung w rd mit 40 aegen 28 Stimmen angenommen. Der Hölder',che Antrag auf Zulassung ist also «^gelehnt. Dagegen wird ein Antrag der Commission auf rechtliche Organisation der Kirchengemeinden angenommen. Auf eine Bitte um G stattung der Ehe zwischen Christen und 'Juden, welche früher von der zweiten Kammer beschlossen^ von der ersten aber verworfen und daher fallm gelassen worden war, will die Kammer nicht wieder zurückkommen. Hingegen beschließt sie eine Bitte an die Regierung um Ausdehnung des Gesetzes über die Civ.lehe auf die Israeliten. — — Wir kringen hier nachträglich dir Festsetzungen der Frankfurter Jsrael'ton-Versammlung vcm 12. Juli: 8- 1. Der Verein für allgemeine Angelegenheiten de» Jutrntbums hat den Zweck, für die Bekenner desselben einen M.ttelpunkt^zw bilden, um das Bewußtsein ihrer religiösen Zusammengehörigkeit zu befestigen und durch seine thatkrästigen Bestrebungen nach allen Richtungen hin für da» Jntercste des Judcnthums fördernd zu wirken. - 8- 2- Zur Erreichung diese» Zwecke? w'rd er danach trachtn, die Erhaltung und Verbreitung jüdischen Wissen-, sowie eine wlffenschaftliche Vertretung de» Judenthum» durch zw ckmäßig«? Anstalten und Lebrinstcku e zu bewirken. Er wird ferner dafür Sorge tragen, daß richtige Ansichten über Judenthum verbreitet und gegen dasselbe etwa gerichtete Angriffe ab zewehrt werden. 8- 3. Der Verein wird alljährliche Versammlungen veranstalten, deren Ort und Znt von der je vorhergehend n bestimmt wird. In denselben werden, außer der Beritte sta'tung über die Thätigkeit de» Vereins, Fragen allgemeinen jüdischen Jntereff s angeregt und besprochen, die Ansichten ai'qelauscht über die Verhältnisse der Schule, des Cultu', der Gemeinde, wie über die Stellung der Synagoge und ihrer Bekenner im Staate und in der Gesellschast, sowie die Vec,eändigung ange» strebt über die Mittel, welche den Zwecken deS Verein» entsprechen. 8- 4. Außerdem sollen Local--und Bezirksvcrcine gegründet werden, welche für ihren engeren Kreis dieselben Zwecke verfilzen und mit dem Gesammtverein in ununterbrochener Der» bindung stehen. 8. 5. Indem nähere Nerm'n sowohl für d'n Gesawmtverein al» auch für die einzelnen Verc m vo bebalien bleiben, wird in der gegenwärtigen Be sammlung «in Comit« von min» besten» 9 Personen ernannt, welches die Auf'abe hat, die Consolidirung des Vereins zu bewirken, die/Gründung der Lok>l» und Bezirksvereine anzuegen, eine An prache über die Z recke de» Vereine» zu verbreiten, für die nächste baldige G->nn«'Versammlung in Frankfurt a. M. einen vollständigen Sta'u'en- Entwurf mit genauer Angabe über die Organisalicn des Der« ein» vozubereiten. , 8- 0. Der Verein ist hicmit constituirt, und wird vor» läufig festaest llt:! M.tglicd de» Vereins w'rd ein Jeder du'ck rinn — vom Juli d. I. ab gerechnet — sä arischen B.ilrag von mindesten» einem Tblr. preuß. -ist- 1- 43 fr. Zur Wei:eriührung des Beschloss men wurde ein Comit» von 4 auswärtigen und 3 Frankfurter Herren erwählt. — Der Stadtrath in Le'vz'g hat sich dun von Hrrn M. Lorenz im Stadtoerordiiet nccllenum ge>t>ll'en und von l.tzl rem angenommenen An'rag: Der Stadiratb wolle im gesetzlichen Wege auf eine Beseitigung der Hindernisse diowirken, welche d r Ansiedelung ausländischer Juden in Sachsen derzeit nock im Wege steh n, beistimm n) erklärt. (Du cb den nmen Handelsvertrag mit Frankreich muß Sachsen «ranzösiich- Juden im ganzen Lande aufnhmen, während bisher selost sächsische Ju)en r.ur in Leipzig und Dresden Ausnahme finden konnten. — Ein Cr'respandeut in der „allg. Zeitung deS-Judenthum»* (aus Leichlingen*) belehrt uns, daß der „nm-md L hrersr und* daijelost, Hr.Dr.K>one»ber ', nich^, wie wir wähnen m >ßcn, Lehrer oder bral., sondern Arrt ist. Wir weiden auf d n b tiessencen Artikel insders lben Zeitschrift zurückkommen. Hier nur die Fra e: Wieso zeigt sich in dem geninntcn Michwerke der ,wa me und uneigennützige Lehrerfr und/ al» welcher der Correspcn^ent den l Herrn Dr. Kr. bereichnü? Ganz nb.g sehen von d r g-meiren I Art und den njchtSsa-.enden Angüssen: wieso kann man die Verdr hung soweit trüben, einem Mann» —, der es dirauf a - si'bt, einen festbegründelcn Verein, welcher ber its die be-l ge Pflicht erfüllt, arm: alte Leh-.-r, L h e -Wittwen »nd -Diisn zu unterstützen, zu untergrab m und -diese eglmrch dem El »de preiszugeben, — daS Ear.n Peä'ikat „Lch'ersreund* beiz,l'»n? Wir möchtln jenen Correjpondcnt.n nur b.t'.en, uns miizuihcilen. *) Dir bedauern sebr, baß mibllche Umstän'-e -ine Masse vo» Druckfrblern in d.m b Irrffenden Arnk.l in Nr. 30 veranlagten, cir wir zu «aischuldigen bitien.

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