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Der israelitische Lehrer · 1865-08-10 · 32 (10.8.1865) · p. Seite 134

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
5 (1865)
Issue
32 (10.8.1865)
Date
1865-08-10
Page
Seite 134 (sequence 4)
Language
German
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auf welchen Grund er diesen Ehrentitel so wohlfeil abgegeben hat?! ES scheint unseren Eollegeu dort d r Sah: Wag tu nicht willst, daß man Dir lhu'j dafüg auch keinem Ändern zu. eine ebenso unbekannte Gegend zu sein als Herrn Dr. Kr. Rheinhefseu, «ad sie sparen kein Mittel, sich auf Kosten Anderer zu erheben. DaS ist ein böse- Zeichen, nicht für unS, sonder» für Andere, für — den Lehrergeist. Receufio «. <Sr»»dlage zu einem wiffeuschaftlichen Unterrichte in der mosaische« Religio«. Von Dr. Jos. Aub. Mainz. 1865. Moritz Jourdan. Wir begrüßen daS Buch mit Freuden, zumal für den Lehrerstand. ES i|t doch etnaS Anderes, als Pie den christlichen Vorbildern nachpearb.iteten Katechismen. DaS Buch zeugt von Denken und regt;um Denken an, sein Inhalt will nicht dies gelernt, sondern begriffen sein. ES setzt Wissen und Studium bei den Lehrern voraus und begnügt sich nickt mit dem bloßen Auswendiglernen und Abhör.n, sondern fordert zur Arbeit mit den Schülern auf. Ei. e Frage ist, ob unsere Lehrer überall vorgebilket genug sind, um daS Buch mit Vorlheil zu benutzen. Aber keine Frage ist eS, daß ste so w-it vorzebildet sein müßten und daß sie es also studieren müssen. Dem Derfaffer war cs besonderum die Dogmatrd;u thun, um diese L-Hrenden und Lernenden recht ins Bewußtsein treten.zu lasten, auch in ihrer Beziehung zum undUnterscheilungvomEhristenrhum. Wir können das Betürfniß dazu in unsererZe.t nickt leugn-n, verhehlen jedeck auch nickt, tag wir trotz derUebcreinstimmung aüssührlickeund wissenscka'tlicke Bedandll-ng der Eibik des Judentbums in diesem Buche gern geseden hätten. Auch fänden wir eme ausführlichere Behandlung der Eeremoniallehre gerrcktfertigt. Wir renn ssen sogar die Erklärung darüber, .ob und in wie weit die Beobachtung der Ceremonien einen notbwendigen Bestandtbeil des religiösen Lebens ausmackt. Nach 8- 5 könnte eS sogar scheinen, als y>cnn dies nicht der Fall wäre. 10 und an anderen Stellen ist von der Thora ast politischem Gesetzbuche die Rede, wonach ein gewisser Theil $ der Gesetze jetzt abrogirt sei. Aber wohl nur der Form, nicht \ der Idee nach. Denn beispielsweise gehören dazu auch die $ pflichtmäßigen, auf dem Ackerbau ruhenden Armengaben. Dar Princ.p der pflichtmäßigen Armengaben ist aber im Judenthu» auch außerhalb d<s heiligen Landeaufrecht erhalten, es ist die» auch der dcm Werte npis in der Bedeutung von Almosen z, Grunde liegende Begriff, obgleich die Formen der mosaische, Gesetzgebung hierfür außen Geltung gekommen sind. 8- 1^ fehlt unS die Angabe des VerhältniffeS der »heiligen Schriften» (D’3iro) zur »heiligen Schrift* überhaupt, wie zu Thora uich Pr.pheten insbesondere. 8- 15 wird die »übernatürliche* OsfenbarungSweise gradezu ausaeschlosien, daneben aber (vergleiche 8- 19 und 30) die götlliche Offenbarung durch daS »Wert» sestgehalten. Wir leugnen nickt die Unmöglichkeit, diese Begriffe neben einander festzuhalten, hätten aber eine größere Deutlichkeit in diesem Punkte gewünscht. 8- 8 wird apod ctsich ll'kib» die ursprünglich heidnische Bedeutung abgesprochen. Sie findet I sich aber nrch sogar in einigen Stellen der heiligen Schrift, tw zwischen enp Dt? und ^in ntsr unterschieden w rd. Das Judenthum hat Vorgefundene Wörter und Ideen ausgenommen und ihnen nur monotheistische Begr ffe .unteilegt. Dem deutsche, »Gott* selbst scheint uns, der angegebenen Deutung entgeacn, da» Wort Geh (von »gießen." »Gegossenes,* »Gotz," »Götze»);« Grunde zu liegen. Der Begr ff nur ist gewechselt worden. Wir finden dieses »Gotz* nock in dem Fluche »Potz Tausend* zur Vermeidung der Blasphemie, wie in Parlileu fiatt Par Dien. Aus »Gotz* entstand durch die Verwandtschaft der S- und T- Laute »Gott.* Es ist deshalb nicht unwahrscheinlich, daß sogar .1' ,mn' und dupiter (pater) ein Wor'stamm zu Grunde ' liege, unbeschadet der damit verbundenen verschiedenen Begr ffe. — Möge der geehrte und gelehrte Verfaffer an diesen Bemerkungen viel weniger unsere Geneigtheit zu tadeln, als vielmehr das Jntereste erkennen, womit w>r sein Buch gelesen. Wir empfehlen es dem Publikum zum Studium und dem Herrn Verfasser zur weiteren Prüfung und Vollendung. R. £ ANZEIGEN. Unterstütz rrngseaste^HeS Vereins israelitischer Elementarlehretz für Westfalen und! Rheinprovinz. An außerordentlichen Beiträgen sind ferner eingegaugen: Von den H r'ren: Kron.nberg in Vlotho, gesammelt aut! einer Hochzeit daselbst Tdlr. 3. 8 Sgr.: Trcuenfeld in Detmold ‘ Thlr. 1; von der Synagog naemeinde Dortmund Tblr. 10. Bielefeld, im Juni 1865. Der Vorstand. > Vakanz. z Die israelitische Religionsgemeinde zu Osthofen an der j hessischen Ludwigsbahn (Rheinheffm) sucht zum sofortigen j Eintritte einen Lehrer, der zugleich daS Vorbeteramt und! den Echächterdienst zu versehen hat.- Fixer Gehalt 250 fl., , nebst freier Wohnung mit einem schönen und einttäglichen i Garten. Die sehr bedeutende Schächterfünktion wirft im . Jahre mindestens 250 fl. ab. Außerdem bietet sich manch- [ fache Gelegenheit zu Nebenverdiensten durch Privatunterricht und zur eigenen Fortbildung, da der Unterricht an der Re- ' ligionSschule bei sehr geringer Kinderzahl nur wenig Zeit i beansprucht.; Frankirte Offerten, mit dm gehörigm Zeugniffm be- - legt, sind zu richten an den ' Vorstand der isr. ReligionSgemeinde -s M. Levt. In derselbm Gemeinde sucht man zu dm bevorstehendm heiligm Herbstfesten einen anständigen Vorbeter utnu □’Q’S pn Berannvortticher kteocuur: I. Kltngenstetn in Odernhei» tu Rbeinbefien; Selbstverlag der Redaktton. Für den Buchbandelr tn Lommisfion bei Oskar Leine» in Leipzig. — Dampf-Schnellpreffendrnik von I. SottSleben in Mainz.

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