Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 5 (1865)
- Issue
- 30 (27.7.1865)
- Date
- 1865-07-27
- Page
- Seite 122 (sequence 2)
- Language
- German
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5. In der Regel zeigten sich diejenigen Schulen als die besseren, welche auch im erhöhten Maße der Fürsorge und Leitung der betreffenden Staatsbehörden sich zu ersreuen haben. - 6. Die Aufsicht über die israelitischen Elementarschulen wird, so.weit sie sich nicht aus die Rcligionsfächer bezieht, in ihrer ganzen Gliederung von den allgemeinen Schulbehörden geübt. ' . $. 7.' Mit den Verhältnissen der Schulen ist auch die ökonomische Stellung dek Lebrer enge verbunden und darum in dieser Hinsicht gewiß auch erwähnenswertst, daß, wenn auch in den besuchten Ländern in mehreren kleineren Gemeinden die Gehalte der israelitischen' Lehrer iouoft auch Vorsänger sind) zwischen 3<>0 und 400 fl. schwanken, doch auch in dieser Hinsicht - sehr erfreuliche und nachahmungswürdige Wahrnehmungen -gemacht wurden. So zahlt unter Andern eine Sladtgemeinde mit 36 isr. Familien einen fixen Lchrergehalt'von 506 fl., eine andere bei 20 Schülern desgleichen 500 fl., eine, bet 33 Familien einschließlich von 90 fl. für Hausmiethe 7>,0 fl. und eine Landgemeinde mit 17 bis 1!» Familien 5: 0 fl,, wozu freilich auch beinahe i überall entwedervon.der politischen Gemeinde oder aus der Staatskaffe Beiträge geleistet werden. Correspondvn;. H. Vom Mitterbcin, 7. .Znü. Die „Mainzer Zeitung" berichtete dieser läge über die Lage der Juden im Kirchenstaate wörtluv Folgendes: „Mit der vielgerühinten liberalen Behanvlung der Juden im Kirchenstaate steht es doch noch herzlich schlecht. Als Beweis diene ein neulich einem Israeliten für Den —kurzen Aurentball von noch nicht :wei Wochen in Velletri von der bischöflichen Betörte ausgestellter ErlaubnißsLein. Derselbe lautet: DemuM. N. w:rd b-crmit der Aufenthalt in dieser Stadt zehn Taae jedoch lediglich für crlauoteu und honntlen Handel gestaltet. Wädrend dieser Zeit darf -er nickt später als eine Stunde nach Sonnenuntergang in sein Domicil zurückkehren und dasselbe nickt ror Sonnenaufgang verla'sen. auch darf er sich nickt den Klöstern. Eonservatorien und andern unter bischöflicher Iurisdiclion steh »teil frommen Släkten näher r und sich in keinerlsi vertrautem Verkehr ober Gesp.äch mit einem Ebristen einlassen. Hantelt er einer dieser Bestimmungen zuwider, so wird er mit Gefängniß und 'einer Geldbuße von ■> Scuds bestraft, welche letztere den frommen Stiftungen zuiällt. Velletri, 7. Mai. Ter 'Veneralxrov'ckar Argcnti. tt. Aus dem Herzogthum Nassau, 7. Juli. Der letztverflossene Sonntag war ein heißer Tag für dst Bewohner unseres Herzozthum?. Die Glocken läuteten anstast zur Kirche zum Kampfe — zur Wahlschlacht, Lie'nun trotz aller Sonntagsferer geschlagen werten mußte. Die feindlichen Heere, die Liberalen und El.sticalen, standen nun zum dritten Male in gehöriger Schlachtordnung gegenüber, wohlgerüstet und gespannt auf den Augenbl-.ck, d-er den Siegesjübel verkünden sollte. Die Liberalen siegten mit großer Majorität und die Elerckalen zogen besiegt und t-auerr.d ab. Auch unsere Juden halten sich tapfer gehasten. Fest und unerschrocken ritten sie auf den Kampfplatz, um gleiche Pflichten wie Rechte zu üben. Der Vorwurf der Farblosigkeit traf sie diesmal nicht, frei, nach eigener Ueberzeui gung übten sie ihr Stimmrecht aus und wählten th-ilr roth, ' theils schwarz. Nur an einzelnen Orten hatten sie sich ihrer Stimmabgabe aus naheliegenden Gründen enthalten, was vo, liberalen Blättern sofort und mit Recht gerügt wurde. (Vergl. Miltelrh. Ztg. Nr. 110 'Xs Eamberg, 3. Juli.) Nächste, Dienstag findet die Wahl der Volksvertreter statt; voraussichtlich werden die diesjährigen Kammern einen fast durchgehend liberalen Anstrich erhalten. — Mit der Auibeffwung des israelitisch.-, Eultus- und Religionsschulwesens ist es gänzlich still; wenn nicht Alles in den Abgrund der Vergessenheit gerathet, wollen wir uns noch zufrieden geben, Avus verrovs! H. Aus 'Nassau, 7. Juli. Nach einer statistischer Ueber-! sicht in der „Nassauischen Lanveszeitung" beträgt dir Zahl der : Juden nn Herzoztdum Naffau 71o7. 35 Seelen weniger als j im Jahre f+>3. 3!» Personen befinden sich bei herzoglichem I Militär.! Nebcsm, 5. Juli. Am 2!>. Juni starö zu ArnSberg der jüdische Lehper Herr Julius Wotsf nach siebenjähriger amtlicher Tbätibkeit in dieser Gemeinde im 11. Jahre seine- Le- > bens. Die Ausübung seiner ohnehin nicht leichten Berufspstichte.i war für ihn um so drückender geworden, als die Krankheit, welche endlich -seiner Wirksamkeit hienieden für immer eine Grenze ietztt, schon seit Jahren seinen Lebensfaden benagte und > der hiiizugestrctene Verlust dcs Augenlichts hieselre fast unmöglich mawte. Dieser Zustand seines Lüstern Daseinwurde durch j die Sorge für die, Eriflenz einer jungen Gattin mit drei un-! mündigen Kindern' wovon das älteste, ein Knabe von vier - Jahren, seht kränklich ist, völlig verdunkelt. In dieser traurige, : 'Nacht leuchtete auch nickt einmal ein Strahl der Beruhigung. — durch die erworbene Mitgliedschaft eines Unterstützungsverein? für die Sein gen nach seinem Hinscheiden gesorgt zu haben. Vo, dem Beilrittp zu einem solchen Vereine, obgleich wiederholt vo, mir hierzu aufgefordcri, mochten ihn wohl Gewissensskrupel wegen seines: kränklichen Zustandes abzehalten haben. So steht seine Gattin'mit ihren Kindern vor einer traurigkn Zukunft, t!c nur dadurch gemildert werden kann, daß die Eltern und Geschwister t>es Herrn Wolfi, welche wohlhabend sein sollen, sich ibrer annebmien. Ihnen wollen wir si: hiermit aufs wärmste und nachdrücklichste empfohlen haben und gerne der Hoffnung | Raum geben,, daß ihr jüdisches Herz, durch die Bande des Blutes noch petepzirt, sich beeilen wird, durch sachgemäße, uachdauernde Unterstützung den Zustand der Hinterinem erträglichen zu machen, nähme der Beerdigung, welche am 2. d. M. statt- Unterzeichnete von dem Vorsteher, Herrn Grün:, auigefordert worben und, auf mnn Ersuchen, eine halbe Stunde vor der Beerdigung im versammeln, fand ich daselbst nicht nur diese, die früher,! Schüler des Vcrstoroenen versammelt. Mit ihnen bebab ich m'ch zum Sterbehause (stästischcm Krankenhause,-woselbst der Verstorben: nur noch zwei Tage gelebt batte).^; * Vo» hieraus setzte der zahlreiche Leichenzug, bei welchem die benachbarten Gemeinden stark vertreten und dem stch viele christliche Einsvohner der Stadt, obgleich cs zur Zeit des Gsltcsdienstes war, angesch offen hatten, die Pferde von zwei Personen geführt, in Bewegung. Auf dem Frledhose hielt ich die Leichenrede, worin ich über die Thätizkeit de- Verblichenen, sein V.rhäliniß zur Gemeinde und das der Gemeinde zu ihm sprach. Herr Wolfs war ein tüchtiger Lehrer mit gediegenen Kcnntnrffeii. der sich auch «inen Ruf als Kanzelredner in der Gemeinde erwoeben hat. -Diese w.rd, dessen sinh wir sicher, ihm ein ebrc» des Andenken dauernd bewahren; ihm aber möge die Erve leicht seiik. : 2. WolfSdorf. drücklickc und bliebcnen zu Zar Voi fand, wa' dei berg-Schuler, die Schuljugend Sckullakale sond rn auck u U-