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Der israelitische Lehrer · 1865-07-27 · 30 (27.7.1865) · p. [Seite]

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
5 (1865)
Issue
30 (27.7.1865)
Date
1865-07-27
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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■WVA Der Jsrariilferlw' Irhrrr Zeitschrift r für die gelammten Interessen des israelitischen Lehrerstandcs unv zugiend Onlan für den Verein zur Unterstützung hilfsbedürftiger israelitischer Lehrer, Lehrer- Wittrven und -Waisen in Deutschland. ■ ]\To. 30. Mainz, den 27. Juli 1800. (Fünfter Jahrgang.) L?Lck'!Nklict 1 Jluimnfr. Dikrtcljä5rlÄer Abonnrment-vreis 27 kr. — 1/4 Tblr. 'i'ci frantutcr Zusendung unter Jiteuj&anb jährlich 2 fl. 12 kr. Anzeigen ru 1 Zgr. die Petit;eile. Btn-llnngcn nekmcn alle Postämter und Buchhandlungen an. ' bine.pädagogifcko Reise f ■ / von Lehrer W e i l aus Frcudcnthal in Württemberg. (Schluß.) 7. Die sog. Realien (Geographie, Geschichte, Raturiehre und Naturgeschichte) weiden beinahe in allen Schulen und zwar meistens an der Hand der cingefübrtcn Lehrbücher gtlthrt. Doch ist der Stoff in manchen Schulen noch sehr beschränkt und erstreckt sich cft auch auf vielzuvikl diirre Namen-' und Zahlenverzcichnisie, während denn doch wieder selbst in mehreren ländlichen Schulen dieser- Unterricht eine zweckmäßige Ausdehnung findet und auch in frischen Lebensbildern ertheilt wird. Besonders erfreulich war eine Wahrnehmung in der iir. Schule zu M. (mit mehreren Lehrern beseht) wo 10: bis 11 jährige Schüler in Folge des vorangegangenen unmittelbaren Unterrichts und der Hänsübune.eu in der Geographie mittelst des cingeführten Lehr- und Lesebuchs auf Befragen alles- Wesentliche (oft bis ins Einzelne gehend) mit gleichzeitiger Bezugnahme auf die zutreffenden geschichtlichen Verhältnisse schnell und sicher anzugeben und das Geeignete auch auf der Karte zu zeigen vermochten. Die diesem Unterrichte gewidmete' Zeit erstreckt sich je nach Iren Vcrhältnisien der Einzelnen Schulen auf 2 bis 5 Stunden wöchentlich. 8. Singen. Es bedarf wohl kaunr der Erwähnung, daß der Gcsangunterricht in allen Schulen ertheilt wird. Doch herrscht auch bei allen Lehrern die übereinstimmende Ansicht, daß in den kleineren Schulen ein mehrstimmiger Gesang nicht ausführbar sei. Ein solcher wurde auch nur in den Schulen zn Br. und L.getroffen. 9. Von demZeichnenunterrichte konnten bloß in den Schulen zu Br. und A. Erhebungen gemacht werden. In elfterer fand ich neben dem. geometrischen auch das freie Handzeichnen. ,1, ill. Da auch die äußeren Verhältnisse, welche bei den einzelnen Schulen obwalten, auf den Stand derselben von wesentlichcnr Einfluß sind und darum bei Beurtheilung der Leistungen in Berechnung genommen werden müßten, so glaube ich hier folgendes anfugen zu sollen. tz. 1. Als ein Hauptfaktor bei Beurtheilung der Leistungen der einzelnen Schulen möä'te ganz besonders die Frage gelten, ob diese ein- oder mehrkla'sige ftuD* Es zeigte sich überall, daß die- Schulen der letzten Art mit weit geringerer Mühe und oft auch in kürzerer Zeit, günflig-.re Resultate erzielen während von den Lehrern an den einklassigtn Schulen übereinstriiimend die Schwierigkeiten hervorgthoben wurden, welche die oft unvermeidliche Zeit- und Kraftzersplitterung mit sich führt. .! Es sind diese Schwierigkeiten in den israelitischen einklasfigen Schulen um so mehr zn beachten, als der Ausfall von 0 bis 8 Stunden für das Hebräische in der Woche für Erreichung der sonst gleichen allgemeinen Bildungszwecke von nicht geringer Bedeutung ist. 2 Die Unterrichtszeit erstreckt sich beinahe .n allen israelitischen Elementarschulen auf 20 bis :i'2 Wauenslunstuuden, wovon etwa <> l is 8 auf das Hebräische "kommen. ES wird aber die vermehrte Zeit hiefür häufig nicht als die gesetzlich vorgeichriebene Schulzeit angesehen 8. 8. Wo eine größere Masse hebräischer Stoff behandelt wurde, konnte hieraus keineswegs der Maßitab für den guten Stand der Schule überhaupt genommen werden; es zeigte sich vielmehr nicht selten, haß dies nicht einmal in Hinsicht auf die eigentliche Religionsbildung zulreffe. §. 4. In" den Gemeinden, wo 'bloß Religionsfchülen sich befinden, die Schüler die allgemeine Ortsschule besuchen und in besonderen Stunden in der Religion und im Hebräischen unterrichtet werden, wird häufig von den Eltern der schulpflichtigen Kinder über Ueberbürdung der Letzteren mit Schulstunden und von den Geistlichen und Lehrern wie- : der über zn kurze oder ungeeignete Zeit für den Religionsi unterricht und das Hebräische, sowie über zu geringen Ein- 1 fluß auf die Schüler geklagt.

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