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Der israelitische Lehrer · 1865-07-20 · 29 (20.7.1865) · p. Seite 118

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
5 (1865)
Issue
29 (20.7.1865)
Date
1865-07-20
Page
Seite 118 (sequence 2)
Language
German
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I — 118 — B. :c. bei einem sehr zweckmäßigen Stufengang und sonst ganz praktischer Behandlung mindestens die nöthigen grammatikalischen Formen; in M.,_ M. und Fr. auch die vollständige Kenntniß der regelmäßigen, wie der unregelmäßigen Zeitwörter beigebracht werden. . Wenn indessen von einem durchaus fruchtbaren Uebersetzcn, sowohl was eure geschickte Verbindung desselben mit der Grammatik und eine eingehende Behandlung der letzteren, als ein tieferes Eindringen in den Geist der Exegese auf möglichst kurzem und leichtfaßlichem Wege betrifft, die Rede ist, so möchte vor allen die R. Schule zu Fr. hervorzuheben und nur zu bedauern sein,- daß sich die Verhältnisse dieser Anstalt am un'erc - Volksschulen nicht anwenden lassen. c. Das Nebersetzen der Gebete begingt überall gleichzeitig mit demjenigen des Pentateuch und beschränkt sich aus eine Auswahl leichterer Gebetstücke, wie z. B. r:*:, r:*ü, ,;'rn?sr.{ und rzr rrsr, umfaßt in einigen Schulen, wie rn Wg, Frkth., G, auch andere Stücke des Morgen- und Abendgebets, namentlich auch die in dem Gebetbuche.vorkommenden Psalmen. Der Unterricht! wird in der Regel in 2 Abtheilungen, zusammen in 2 bis 9 Stunden wöchentlich,'ertbeilt. II. Fe größer die Wichtigkeit einer gedeihlichen Behandlung der allgemeinen Schulfächer auch für die israelitische Schule ist und je mehr die hier erzielten Resultate auch bei Beurtheilung der unter 1~ ausgeführten Fächer in Berechnung kommen, desto mehr, glaubte ich in den von mir besuchten Schulen mein Augenmerk vorzüglich auch nach dieser Seite hin richten zu sollen und führe meine diesrallsigen Wahrnehmungen in folgenden Andeutungen aus: 1.-Deutsche Sprache mit Lesen, Schön- und Rechtschreiben und Aussatz. Der Sprachunterricht wird in vielen Schulen noch als ein selbstständiges tbeoretiichcs Fach behandelt und besteht in einzelnen Schulen in der Beibringung von Sprachregeln. Doch wird in vielen andern, ganz besonders zu Hd, Hr., Fr., M-, A., E..B .. . . ... . ic. än gutgewühlten Sprachganzen in ganz praktischer Weise das Rothigste aus der Wort- und Satzlehre beigebracht und durch reichhaltige Um- und Rachbildungen der' Gedanken- und Wortvorrath der Schüler sehr vermehrt, ihr Sprachgefühl angeregt und die Sprechiertigkeit wesentlich gefördert. Es verdient auch hier wieder die R.-Sch. zu Fft. wegen der reichhaltigen und sehr paffenden Auswahl von Beispielen und die dadurch bewirkte sehr zweckmäßige, wenn auch nur theil,-. weise Vorbereitung des späteren'realistischen Unterrichts besonderer Erwähnung. Wie nun aber der Sprachunterricht in dem schriftlichen Aussatze gipfelt, so. .muß cs als natürliche Folge ' erscheinen, daß namentlich iw den Zuletzt genannten Schulen auch in den Aufsätzen der Schüler in Absicht aus selbstständige Arbeit, sprachliche Nichtigkeit und theilweise auch logische Anordmmg recht Befriedigendes vorgefunden wurde.' Im Uebrigen beschrankt sich der deutsche Aufsatz beinahe überall auf das Reproduziren von Erzählungen und Beschreibungen, -wobei doch häufig auch dem Bsrsertigen.von Briefen besondere Sorgfalt gewidmet wird. c. Das Rechtschreiben wird in allen befferen Schulen in genaue Verbindung mit dem Sprachunterricht gebracht; jedoch bestehen daneben häufig noch besondere Diktirübungen. Ganz wenige Schulen ausgenommen, fanden sich bei den Schülern der Oberklaffe keine wesentlichen Verstöße gegen die Orthographie vor, in einigen Schulen war dies auch bei der Mittelklaffe und in Fft. und L. sogar bei der Unterklaffe der Fall. st. Für das Schönschreiben bestehen in den meisten Schulen, auch in der Oberklaffe, noch besondere Uebungen. Eine feste, saubere und auch fließende Schrift fand sich in den Schulen zu Fr., M., A., E. rc. schon bei 9- bis 10jährigen Schülern. Im Durchschnitt werden auf deutsche Sprache, mit Aufsatz, Recht- und Schönschreiben wöchentlich 6 Stunden verwendet. 6. Rechnen. In diesem Fache werden in den meisten Schulen — wie dies übrigens auch schon die Natur der Sache mit sich bringt — mehrere Abtheilungen gleichzeitig unterrichtet und Kops- und Tafelrechnen möglichst verbunden. Beinahe in iämmtlichen Schulen wird in der Oberklaffe die einfache' und zusammengesetzte Schlußrechnung mit Anwendung auf Tausch-, Zins- , und Gesellichaftsrechnungen u. s. w. absolvirt. Sieht man aber gleichzeitig auch auf den formalen Unterrichtszweck, so möchten besonders die Schulen zu M., H., A., L. und E. rc. hervorznhebcn sein. Es werden hier schon mit 8- bis 10jährigen Schülern die vier Species in ganzen und gebrochenen Zahlen, mit und ohne Anwendung iu schnellen, geschickten und verschiedenen Auflösungen behandelt und die Schlußrechnung dadurch trefflich vorbereitet. Zn der Oberklaffe zu L.. . . werden sogar arithmetische Gleichungen berechnet. (Fortsetzung folgt., Corresponden;. Bauern, im Zull. Der B.richt deS LandrathS von Miltet'ranle u (ÜreisverlrEung) über das deutsch.' Elem-nla schul- | wesen cnthä.k bezüglich des isra lit sch n Schulwesens folgende sia"n0Le 'Notizen: Der Kre s zähl: 27 tsr. Spulen, an wel- : cb n 24 w rflicbe Lehrer, 1 Provisor nnd 2 G.Hilfen wirken. Werltazsichü.cr zabl-.n diese.den 019 männlille und 821 weiblich.', zusammen 004. Feiertägsichüler 94 männliche und 127 wei.i:..c, zusammen 221. Di. Su me, w.lae die sir. Schulen aus Ec tralkreisien s Gem ir,de- und St f'umLaritteln und ......... ..... .... gleichmäßige Anw irdung aller' Schulverordnunaen ans die deutsch n Spulen all r Eoniesstcncn ist bereits in Bauern in en ganzen Scbulorganismns überge. ganzer, un^ das zu erwartende neue Gesetz schließt sicherlich einen Diiid:d’r.:t nicht in sich. Darnach ist unsere Z-it und unser Gouve-ntment mal ainclhan. Was wir mehr fürchten, - ist die Be.ückrchtiauirg von L.rbätlmssen. di: solche nrchl ver- , dienen und die Schaffung sp.esielür Einrichtungen, deren wir 4entrathcn finnen. Dahin cürftc zu rechnen sein: die A:-s- 12 -

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