Mannheim
Compact Memory

Der israelitische Lehrer · 1865-07-20 · 29 (20.7.1865) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
5 (1865)
Issue
29 (20.7.1865)
Date
1865-07-20
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/4896751-5428734-5431515--1122-4897671
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Zeitschrift für die gesammten Interessen des israelitischen Lehrerstandes und zugleich Organ für den Verein zur Unterstützung hilfsbedürftiger israelitischer Lehrer, Lehrer- Wittwen und -Waisen in Deutschland. IX". . Mainz^den 20. Juli 1865. (Fünfter Jahrgang.) Wöchentlich 1 Nummer. Vierteljährlicher Abonnement«preis 27 kr. -- >/« Thlr. Bei frankirter Zusendung unter Kreuzband jährlich 2 fl. 12 kr. Anzeigen zu 1 Sgr. die Petitzeile. Bestellungen nebmen alle Postämter und Buchhandlungen an. Gine pädagogische Reise von Lehrer Weil aus Freudenthal in Württemberg. (Fortsetzung.) 2. Die biblische Geschichte bildet überall den wesentlichsten Theil des Religionsunteirichts. Der Unterricht darin beginnt in einigen Schulen — wie in H. u. O. — schon im sechsten, in den meisten aber erst mit dem siebenten Jahre. Der Stoff wird meistens (in einigen Schulen sogar mit scharfer Vererzung) aus 3 Kurse vertheilt, wovon für den ersten Kursus — Schüler von G resp. 9 I., nur einzelne Erzählungen aus dem Pentateuch, für den zweiten Kursus, 9. bis 11. Jahre, die Geschichten etwa bis 1. B. d. K. und für den dritten Kursus diejenigen bis zur Zerstörung des ^ersten Tempels bestimmt werden. > Die Kenntniß der Geschichte der nachbiblischen Zeit konnte nur in wenigen Fälle» wahrgenommen werden. In dem Verfahren und damit auch in den erreichten Zielen zeigte sich eine große Verschiedenheit. Während in einigen Schulen die einfache Kenntniß der biblischen Erzählungen und die Fähigkeit des Nacherzählens böchstens bei der Oberkluffe getroffen wurde, waren die Schüler in Hdbg., Hmbch, A. schon in der Mittelzn L.sogar schon in der Unterklaffe um Stande, den biblischen Inhalt zusammenhängend, theilwcise sogar fließend zu erzählen. Ganz besonders erfreulich mar, wie in letzterer Schule bei der sehr gewandten Behandlung ein tieferes Eindringen in die biblischen Begebenheiten und Lehren neben Kenntniß der einschlägigen geographischen Notizen wahrgcnommcn werden konnte. Eine Behandlung der biblischen Geschichte nach hervorragenden Persönlichkeiten oder unter Zugrundlegung des 'systematisches Religionsunterrichts fand ich nur in wenigen Fällen vor. Beinahe überall find die Schüler mit zweckmäßigm biblischen Geschichtsbüchern — meistens von Büdinger und Flehinger — versehen. 3. Hebräische Sprache. Der Unterricht. a) Im Lesen beginnt man in den meisten Schulen schon mit dem Eintritte der Schüler in die Schule und wird in der Regel in % bis ®/a Stunden wöchentlich geübt, wobei die Schüler gewöhnlich bis zum zweiten, in K. und H. schon im ersten Schuljahre mit einiger Fertigkeit kiesen, während aber doch auch in einigen Schulen daS richtige Lesen bis zu dieser Zeit noch nicht vorgefunden wurde. Ein durchaus grammatikalisches Lesen wurde bloß zu! Frf. und K. wahrgenommen. Mittelst der eingeiührten Fibeln wird besonders zu Od.K. und L. schon be« d^m ersten Le'e'.'nter'lcht das U'b-rsetz-n des Hebräischen inS Deutsche vorbereitet. Was nun b., das Ucbersetzen selbst anbelangt, so zeigte! sich hier in Hinsicht aus die Behandlungsweise und die Unterrichtsziele eine Verschiedenheit, wie sie kaum noch bei einem anderen Fache getroffen werden möchte. Während in einigen Schulen neben dem Pentateuch auch noch die ersten; Propheten und außerdem auch die Sprüche Solomons übersetzt werden, beschränkt sich der Unterricht beinahe in allen ungetheiltcn Elementarschulen aus das Uebersetzcn des Pentateuchs und auch da-oft mit vieler Auslastung nicht nur aller anstößigen, sondern auch aller nicht.leicht faßlichen! oder für die Religionsbildung nicht besonders fruchtbaren Stellen. Der Unterricht wird in den einklassigen Schulen in der! Regel in 2 Abtheilunge» vertheilt, von welchen die untere! etwa das 1. B. M., oft auch nur bis zum 6. oder 7. K. > desselben, die obere etwa das 3. und 4., in einigen Schulen auch noch einen Theil des 5. Buches absolvirt Mehr als die Beibringung vergrößeren Masse hebr. Uebersetzungsstoffs wäre vielleicht mancher Schule eine häu- -- figere und gründlicher^ Benützung der Bibel für eigentliche Religionsbildung zu wünschen. Gleiche Verschiedenheit zeigte sich in Behandlung der hebr. Grammatik. So wurde zum Beispiel in einer Religionsschule bei 11- und 12jährigen Schülern nur eine sehr geringe Bekanntschaft der allernöthigsten Cprachformen, während in A.. G.'. . ., H-, E.,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.