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Der israelitische Lehrer · 1865-07-06 · 27 (6.7.1865) · p. Seite 108

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
5 (1865)
Issue
27 (6.7.1865)
Date
1865-07-06
Page
Seite 108 (sequence 4)
Language
German
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tos Viele Mitglieder. zogen mit dem 3 Ubr Zuge in idre Hrimath. Doch war noch' ein Dutzend im ,Recken" bei einem bescheidenen Mable versammelt, das nack der geistigen Anstrengung die körperliche (Erfrischung und insbesondere die gemüthliche Erheiterung bot, die mit einer der schonen Zwecke solcher Versammlungen ist. Auf fröhliches Wiedersehen und längeres Beisammensein vieler Freunde denn im nächsten Iabre Odernbeim. 2. Juli 1865. De r Lchrifltübrcr: I. Klingentzein. &ine pädüqogiscde Reise oon Lebrer Weil ans Freudentbal 'n Württemberg. Wenn ich Ihrem schon vor längerer Zeit gegen mich ausgesprochenen Wunsche, Ihnen einen Bericht über die unternommene Reise zum Behuf« deS Besuches mehrerer isr. Schulen des Auslandes zu senden, erst heute Nachkomme, so werden Sic kiese Verzögerung mit dem Ihnen früher schon angegebenen Grunde gewiß, entschuldigen. In dieser Voraussetzung säume ich nun nicht mehr Ihnen in nachfolgender Skizze einen Auszug aus dem ersten Thril meines an h. Behörde erstatteten Berichts zuzusenden, indem ich mir Vorbehalte, den zweiten — praktischen — Theil in tbunlickcr Bälde Nachfolgen zu lassen. Der Zweck der Reise ging, avie Ihnen bereits bekannt ist, zunächst aus den eigentümlichen Verhältnissen der ungetheiltcn isr. Schulen hervor. Je größer die Schwierigkeiten in denselben sich besonders gegenüber der doppelten Aufgabe der isr. Schule und den gesteigerten Anforderungen der Zeit gestalten, desto mebr mußte es von Interesse sein, auch die Erfahrungen des Auslandes ganz besonders über Zeit, Umfang, Ziele, Zeit deS Unterrichts, sodann über'Vcrtbeilunq des Stoffes u. i. w. zu sammeln.. Ick glaubte darum, mein Augenmerk bei dem Besuche der einzelnen Schulen auf folgende Hauptpunkte richten sollen: . ■ I. Welche Ausdehnung wird in den verschiedenen Schulen deS In- und Auslandes den eigentlichen ReUgionsfäckern, sowie insbesondere auch dem Hebräischen s in Abstckt auf Stoff-und Zeit) gegeben z'ivesche Verteilung des Lebr ftoffö findet dabei statt, welche Methode ist dabei vorbcvr fchend, und welche Ziele iverdkn erreicht.? li. Welche Ergebnisse liefern umer den Verhältnissen und GeficklSpunkren ad. l. die übrigen Fächer einer Voltsschule? HI. Welche allgemeine Verhältnisse wallen bei den rerschiedenen Schülen ob? und"" IV. welche Anwendung ist aus.die'ru (Erhebungen auf unsere isr. Elementarschulen zu machen; welche Organisation beiiselbeu bienach und mit 'gleichzeitiger Benützung der einheimischeii^Erfahrungcn namentlich mit Rücksicht aus die in Aussicht siebende Erweiterung deS allgemeinen Unterrichts Zweckes zu geben? . Da nach Verschiedenheit der Schulen selbst auch ganz verschiedene Verhältnisse auf den Unterricht einwirken, s« glaubte ich Anstalten verschiedener Art, ein- und mehrNassigr Elementar- und bloße Religions-, Stadt- und Landschulen besuchen, mein Hauptaugenmerk aber auf dieeinktassizen Elementarschulen richten zu sollen, da diese Art von Schulen nicht bloß bei weitem die Mehrzahl der isr. Elementarschulen Württembergs und wobl auch in ankeren deutschen Ländern bilden, sondern in ibnen auch die größten Schwierigkeiten zu überwinden sind. Da eS jedoch nicht möglich war, alle Schulen eines Landes zu besuchen, mehrere auch voraussichtlich, abgesehen von dem persönlichen Einflüsse des Lehrers, so ziemlich ähnliche Ergebnisse liefern würden, so wählte ich in der Regel diejenigen Anstalten eines Landes oder einer Gegend, welche nach den vorauSgeschickten möglichst genauen Erkundigungen io ziemlich ein getreues Bild mehrerer anderer ähnlicher Art zu liefern versprachen. (Fortsetzung folgt.) Eorrefponde«;. Aus Württemberg.' Sie haben, verehrter Herr Revacteur! schon einige Mal Notizen über unsere württemckcrgssche Schulzustände in ihrem geschätzten Blatte gebracht. Nachdem nun seit einigen Tagen das neue Schulgesetz, | welches ein ganz neues Leben in unser vaterländisches Schulwesen zu bringen geeignet ist und selbstverständlich auf alle isr. Elementarschulen gleiche Anwendung findet, promulgirt ist. dürste es Ihnen gewiß von Interesse sein, die wichtigsten Bestimmungen desselben zu erfahren, und ich beehre mich daher. Ihnen dieselben im Auszuge hier mitzutheilen. Art. 1—3 bestimmt die vom Gesetz gebotene Anzahl von-ständigen Lehrern (Schulmeistern!) .an jeder Schule. Art. 4. Jeder ständige und unständige Lehrer ist neben Haltung der Sonntagsschule zu je 30 wöchentlichen Unterrichtsstunden verpflichtet. Sind wegen Abtheilungsunterrichts mehr als 30 Woi chenstunden zu ertheilen.. so hat der Lehrer -für jede solche Unterrichtsstunde dem Jahre nach eine Belohnung von 12 fl. auf dem Lande, 18 fl. in Städten und 24 fl. in Gemeinden erster Klasse zu beziehen. Art. 5 bestimmt die künftigen Minimalgehalte. Düsse betragen neben dem Anspruch auf eine angemessene für den Bedarf einer Familie ausreichenden Wohnung oder eine den j-welligen Mietpreisen entsprechende Entjchä- I digung dafür: | als mindester Geyalt 400 st , sodann in Landschulge- ’ mcmden bei 2 bis 5 Lehrstellen 425—500 fl.! I» Städten von mehr als 2w00 bis 6000 Einwohner» 5—«>0 fl Es werden jedoch dabei Tnrchschniltsgehalte cingeführt, wodurch sich der Gehalt des ersten Schullehrers immer um i i >0 fl. höher berechnet, als derjenige des andern. Art. 6. Der Güterertrag wird zu 3 Procent best örtl. Lauswerths der Güter berechnet.

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