Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 5 (1865)
- Issue
- 27 (6.7.1865)
- Date
- 1865-07-06
- Page
- Seite 107 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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107 sammle religiöse Anschauung mit sick auSsprach. Es wurde jedock die Ansicht der Versammlung in diesem Satze niedcrgelegt: „Der systematische Religionsunterricht bat mir der Hauptlchre deS Judenthums seinen Anfang zu nehmen, hat dann baldthunlichst zur Pflicktcnlchre übcrzngchen, und später erst aut den weiteren Inhalt der Lehre des Judenrhums zurückzukommen, um denselben in 'einem weiteren Umfange, zum Bewußtsein zu bringen. Die Pflicktenlehre reibt sick sehr zweckmäßig an die , zebn ÄuSsprücke) an. Die Versammlung schreitet zu einem weiteren Ab'cknirr deS Referats und biermit zu einem anderen Untcrricktsgcgcustandc dem Hcbräischlescn fort. Hier drebt -ick die Debatte bauptsächlick um die izragc: soll mit dem bcbräischen Leseunterrichte alsbald beim Eintritte in dir Sckulc begonnen werden? Die Religionslebrcr weiten hier aui den bekannten Umstand hin, daß die Eltern rerlange», die l Kinder sollen alsbald nack dem ersten stabrc deS Sckulbc- > suckes hebräiiscklcien z sie rucken dir Rothwendigkeil,. hier I nachzugeben,! durck die Tbunlickkcit zu begründen. Sie ira- . gen: was sollen wir denn mit unseren Kseineu während! dessen aniangen. wenn wir sie nicht hcbrai'ckleien lasse»? j Wozu sckickdN »nS die Leute ibre Kinder? i>lndererieilo > wurde darauf aufmerksam gcniecht, —obwohl, und zwar zuni ersten Male reit nnsere Verrammlungen stattfindcn, oo» de» ' Gegnern fast in gereiztem Tone darwiscken gefprocken wurde — daß hier nickt was die Leute wollen sondern nur! der pädagogiickc Standpunkt maßgebend sein dürste. daß in - einer Lcbrerver'ammlung eben nur das gelten und ausgcsprockcn werden könnte, was pädagogiick gcrccktfertigt fei, daß der Wertb dieser Versammlungen eben darin bestünde,; Lehrern und Eltern über fragen der Erziehung und des i UnterricktS Klarheit zu bringen und daß ro ja den Religionslehrern nur angenebm rein könnte, wenn ne 'aui d''e hier gefaßten Be'cklüfse sick in ihrer Sckulc stützen! kennten: cS wurde fernere gefragt, wohin, denn die Kinder fort'ckrciten, wenn ne zum fecksten oder siebenten slabrc Hebräiick lesen könnten. waS ne dann thnn? ^EincSimmc: er. orcn!) Die Majcritä: der Vcrsammluna ivrack sodann als ihre UeberZciigimg aus: .,Es ist pädagcgi'ck zweckmäßig, den Unlcrrick: im! Hebräisckle'cn erst dann ru beginnen, wenn die Kinder 1 bereite die sogenannte meckanstckc Stute dce Deuticklciens übenvundcn haben." j Auf 'den. Antrag eines Mitgliedes wird hier die Verhandlung über das bezeicknetc Thema abgcbrocken, weil die I Jcit zur vollständigen Durchsprcckung des weiteren Passus j zu kurz »ein dürfte, anck die Anhörung von Ratban's :*iefc rat erwüofckl sei. Hier wurde ein Antrag, der zufällig zugtcich'wvn den sperren Dr. Stein. Auk und den Lehrern Snlzbacker und Natban angeregt wurde, kurz besprochen. Es stellt sick nämlick mehr und mehr das Bcdürfniß^-hcraus. den Versammlungen eine größere Ausdehnung zst geben. Unsere rbeinheisiicken Conscrenzen sind eigentlick nickt mehr rheinhesstscke: insbesondere die Lehrer aus Starkenburg nehmen den regsten Antheil und waren fast so stark vertreten als die Rheinhesscns. Viele l'ebrer wünschten auch die Anregungen, die anderen Konferenzen h;. B. die der pfälzischen Lebrcr) bieten, anszunützcn. Durch die verschiedenen Versammlungen werden aber die Kräfte zersplittert. Andere Lehrer, wie die in Qberlwssen*) entbehren noch ganz der bedeutsamen Anregung, die unsere Versammlungen bieten, und eö ward daher gewünscht, iäbrlicheinemehrtägigejüdischeLehrerversamm- > ung in einer größeren Stadt des Gebietes, das wir g e w ö h n l i ck u n t e r dem R fl m c it „M i tt elrhe i ni 1 ch" zu!ammenfaisen, für alle Lehrer dieses Gebietes zu veranlassen. Die Versammlung erhob, soweit dies in ibrcr Macht lag, diesen Antrag init Jrcudcn zum Besckluß, indeni sie zugleick aus das große Gebiet hinwics, das die rh.-wcstpbälische Lchrcrocriammlung umschließt, und beauftragte ihr Bureau, die Ausführung desselben anznbahncn. Wir werden daraus im „Air. Lehrer" seiner .steit zurückkommcn, und die Ausführung unsererseits nach Kräften zu unterstützen und zu fördern nicken. Einigung und Einheit in Allem! Hierauf verlas Hciw Rathan sein lehr ausführtickes, ricsciiigehcndts Referat: lieber die würdigere Gestaltung des SnnagogcngottesdiensteS insbesondere, aui dem Lande. - Die ganze Versammlung sprack im Allgemeinen dem Referenten ibre Anerkennung für die sehr brave Arbeit auS. Wegen vorgerückter Heit konnte auf die Debatte nickt cingegangen werden. Es wird das Referat jedock gedruckt werden und Gegenstand der Verhandlung^ in unserer näcksten Versammlung sein. Hciw Dr. Stein führte auS, daß dir uäckfte Vcriamnilung hierbei ihre Aufmerksamkeit aus folgende Punkte zu lenken hätte: Der Sn na gog en gottesdien st insbesondere in d.cn hier in Betrackt gezogenen Gemeinden leidet an Leib-und Seele, die Reform muß sick also aui ,vprm iindWeicn des Gottesdienstes erstrecken: 1 > aus das Aeußerlickfre, den äußeren Anstand beim Gottesdienste: 2l aus den anständigen 'Vertrag der Gebete: >ü auf die Kürzung der Gebete: 4) a::s die Einsübrung deutscker Gebete ncbcu den bebräi'cke»: ö>» auf die Predigt, die zugleick geeignet »ei, den Lehrerstanv zu bebe», indcin das Rabbiual als »Landrabbinat' zu bctrackteu, der Lehrer aber die Stellung der früher p":r cinzuncbmcn berufen fei. cktackdem nun der Vorsitzende dem Vorstände der iir. Gciiicindc Mainz für die bereitwillige Oesinung deS Gemciudesaalcs und den tbeucrn Gästen den Dank der Versammlung ausgrsprockcn halte und Darmstadt i insofern nickt durck die neue Gestaltung der Dinge vielleickt ein anderer Wunsck sich auSsprickt — als der Crt der näcksten Versammlung bestimmt wurde, löste sich die 11. Versammlung isr. Lehrer in Rhcinhesscn auf, um im Berufe die Anregungen zu vcrwcrthcn, die beute wieder in reickcr Hülle den Anwesenden geworden waren. — — "•) Dir verweisen übnaen» liier au> die Änjprail'e am Sck>Ius»r diese« Blatte« Red.