Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 5 (1865)
- Issue
- 27 (6.7.1865)
- Date
- 1865-07-06
- Page
- Seite 106 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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1.16 die gewiß von allen Theilnehmern der Ernstrenz .ethesit wurde. - - D-r Schriflfübrer legte hierauf das Protokoll der vor. Versammlung in mehreren Nünimerir des „Ist Lehrer" vor uh> rat wie auch int vorigen I hre, ihn zur Zeittrsparniß, von der Berlesung zu entbinden. Er macht? alsdann der Beriämüilur.g Mttrh.ilung rmr . einigen interessanten Borkomumisien in der Lehrerwelt und ■ von 'einigen rhm gewordenen Zmchrnlen;. insbesondere von einem Schreiben des wackeren Eollegen Löwenbeim aus Stadt : lengsreld, und nahm die Gelegenheit wabr, auf dessen sehr gut geschriebenes Buch r:>v rrrx,* deffewAnlage einen durch; gebildeten Pädagogen verräth, und einer Einiührung in die! Schule lehr würdig ist. aufmerksam zu machen. (Die ver- ■ schiedensten Schulblätter — auch nicht jüdische — sprechen sich sehr zu Gunsten des Buches aus). l Bezüglich des Lesevereins ward festgesetzt, haß in diesem Jahre nur die Rückstände und ein Zuschuß von 3o kr. . erhoben werden sollte, daß aber alle diejenigen, welche ihr? ,40 kr. sowie ihre. Bücher binnen.4 Wochen nicht einsenden, 'ansgeschloffen werden sollen und weitexe Schritte dem Bu-; reau Vorbehalten blechen sollen. '' Tie Versammlung schritt Hierauf, zum ersten Gegenstände der Tagesordnung. „Die' in der isr. Volks - schule vorkommenden Lehrge.genstände des Re-! ligionsunterrichtes unddas Maß derselben." — j Fortsetzung der Debatte im Anschluß, an das im vorigen 1 Jahre gettesett? Referat des Präsidenten Marr („Isr. Leb- ' rer 1864 Rr. 24-28). * Im vorigen Jahre war die Fragch, die-der Referent als e:r.e offen? behandelt und ^einerseits verneint hatte: ob in der jüdischen Schule das. Pentateuchödersetzen gelehrt werden sollte, von der Versammlung dahin entschieden: es ist principie-l! notbwendig, den Pentateuch in der jüdischen Schule zu übersetzen: die heutige Versammlung fand das Zunickgehen aus diese Frage, obgleiche dasselbe mehrfach gewünscht wurde, unthunlich und schritt daher zu dem eisten -Gegenstand, der Debatte, zur ,; Brbelku nd e". Zur Grundlage iür die Debatte nahm man d-.n brtreffenden Pegus in dem schon dezeichncten Referate «dir. 26 Seile 102 des Ist. Lehrers'1864). Ter Referent hatte dort die Ansicht ausgesprochen, den Uuterrrichl in der dil- 1 lischen Geschichte erst mit dem zwerten Schuljahre zu begst. | nen. Er hielt daran auch heute fest, und begründete 'eine! Ansicht durch die B-Hauptung: eswürde, dem Lehr, > r.r, : ersr-n Schuljahre schwer, das Kind' zum Verständniß de?! vom Lchrrr Ausgestrochrnen, zum Aüsmcrken überhaupt s und zum Sprechen auch nur leichter und kleiner Sätze zu bringen und ts konnte hier, wenn von Ge'-chichten lihT; Haupt, nur von wichen aus dev« .häuslichen Kreise, welchen gleichsam eine sinnliche Ansihäuuüg. zü Grunde liege, die Rede se-n. Es wurde jedock hieraus entgegnet, daß eben nichts dem Kinde näher liege als HrmmA und Erde, und die bibl, che Geschichte beginne ja mit Ölmnirl und Erde. Es ward, ferner (von Herrn Tr. L. Stein) die Ani'-ckt ausgesprochen, daß auch von dem, was über die stunl:che Anschauung hinaus liege, dem Kinde eine Ahnung und da-' 'tum auck ein Sehnen inncwohne: sich über dos zu belehren, was „über den Sternen sei"; daß das Kind an Geschichten und Erzählungen insbesondere seine Freude habe, und daß zeca:e tue Gemsis das Buch der Kindheit sei, der Kindheit des menschlichen Geschlechts; so enthalten beispielsweise die Geschickten von Kain und Abel und von Joseph insbesondere viel Herrliches für das Kindesalter und eS lei darum bei dem Eintritte in Y>e Schule alsbald mit dem Unterrichte in der bibl. «beschichte zu beginnen. Andererseits ward wobl „rgegeben daß in' der ersten Lchulzcit die Kinder vorzüglich durch Anschauungs- und Spreckunterricht beschäftigt sein müssen, daß cs wohl — insbestnderc ans dem Lande —i und wä irrend des ersten Schuljahres — schwer sein dürfte, das Kind zum richtigen Bcrständniß und zum Racherzäblen auch nur einzelner Sätze aus den Geschichten zu bringen, daß ab et" andererseits der Anschauungsunterricht zu kalt-und wenig interessant sein dürfte, wenn er allein siebe, daß die erstindenen Geschickten weder anschaulicher nock wahrer, aber dock gewöhnlich kälter oder wie z. B. die EurtmannS — viel zu pietistisch für die jüdischen Scküler seien, jedenfalls also die bibl. Geschichten den erfundenen vorzuzieben seien. Es wurde dabcr von der Versammlung der Grundsatz ausgesprochen: schon im ersten Tchuljahrc mit dem bibl. Geschichtsunterrichte zu beginnen; die anderen Sätze des Referats wurden von der Versammlung adoptirt. In Bezug auf „Bibelkundeh ivurde alsdann von den Herren Tr. Aub und Dr. Stein insbesondere ausgesprochen, 's sei nicht, wie seither, das alleinige Augenmerk auf den geschichtlichen Thei! der Bibel zu lenken, vielmehr werde auck der poetische Theil derselben mehr benützt, Einzelnes wv möglich aus allen oder doch den meisten Schriften vvrgclesen, erklärt und selbst auswendig gelernt und insbesondere dabei aur die Gcsammtanlagc der bl. Sckrift aufmerksam gemacht, das Kind zum B'bellesen und zum Per siändnisr der Bibel angeregt. Herr Dr. Stein fand sich hier veranlaßt, insbesondere auf die vorzügliche Aucrbach'sche Bibel aufmerksam zu machen, die weit mehr als irgend ein anderes ähnliches Buch den reinen Geist und das reine Wort dor Bibel wiedergcbe. Seitens der Lobrcr wurde geltend gemacht, daß ihrer Einführung .'N die Sckule der enorme Preis cntgegenstehc. Wenn oer Pcrstgtr sich zu einer entsprechenden Preisermäßigung versieben könnte, st könnte wohl die Einführung in viele Sckul-n und daher ein weit stärkerer Absaf stn entschädigen. In Bezug auf den kn st c m a ti s ch c n Religion s; unterricht wurde — ebenfalls im Anschluß an das bewerfende obengenannte Referat — darauf aufmerksam gemackr, daß es wobl nicht angemessen ein dürfte, diesen llnrerricht mit der Pstichtcnlehre zu beginnen. Die Glaubenslebre sei die Grundlage der Psticktenlehrc, aus dem Golteowort — tjx fei das Jndenthum mit feinem ganzen Gesetze aufgebaut und das ganze Gesetz.-schließe »'ick an die rrT~~ nTy an, wie dies Dr. Stein in 'einem Tr.ra-u'uJi'wa bereits ansgeführt. Es wurde die Frage aufgeworfen, worauf man die Psiichtcnlebre begründen könne, wenn nickt, auf die Glanbcnslebre? — Der Berichterstatter bedauert, Hen Gang der Berhandlungen hier nicht genau wiedcrgcbcn zu können, eineethcils weil crnc kleine Störung ihn abrics, andcrnthcils weil mehrfach'Angeregtes der tieferen Begründung naturgemäß entbebren müßte, da hier die ae-