Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 5 (1865)
- Issue
- 26 (29.6.1865)
- Date
- 1865-06-29
- Page
- Seite 103 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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10$ - g Aerständniß, auch guten Mllen und ein Herz für die Schule hat. Er will eine Schulbehörde, aber keine Bexiraustalt! Er will frei sein innerhalb derjenige« Gräiuen, iu welchen selbst der gemeinste Taglöhner frei ist. Er fordert die Rechte eine» gebildeten Manne«, denn er soll und muß gebildet sein. Er will eine Entfaltung des Lehrerstande« aus sich selbst heraus, Fortbildung--, Alters-, Wittwm- und Waisenanstalten für den Lehrerstand, geschaffen, geleitet und verwaltet von Männern aus seinem Stande und »ach seinem Bedürfnisse, wenn auch unterstützt und gefördert von anderen Ständen als ein Aequivalent für all da« Große, das die Schule leistet für Alle, während die Lehrer am wenigsten thun können für sich. WaS könnte ich Ihnen noch sagen? Zch finde, gerade heute finde ich, daß mir die Worte fehlen fiir all die Gefühle und Gedanken, die ich aussprechen möchte. Verehrter Herr l Des Menschen heiligste«, unantastbarste- Recht ist die Freiheit, das Selbstbestimmung-recht, die Möglichkeit der Entfaltung und Verwendung aller seiner -rüste und dadurch die Erhöhung seine« Wohlstände« und Wohlsein«. Am nöthigsten ist dies Recht demjenigen, der die Kinder des Volke« zur Selbstständigkeit und zur freien größtmöglichsten Benützung ihrer Kräfte erziehen sollt Frage« sie sich, verehrter Herr, ob den Lehrern hier nicht eine Aufgabe gestellt worden, die fie nur dann erfüllen könnten, wmn sie sichselbst vergessen? Kann der Unfreie zur Freiheit erziehen?- Gedenken Sie stets in Liebe Ihres ergebensten T. Correfpondenz. Au» Oberfranken, im Juni.*) Ich kenne au» meiner Präparandenzeit so viele junge Lehrer in Unterfranken, aber ich vermisse tie meisten Namen in dem Mitgliederverzeichwffe de» Bereinsjahrbuche»; auch Oberfranken, m.-ine gegenwärtige Heimath, ist spärlich vertreten, indem ich im Jahrbuche gar keinen Namen von da fand und nur au» persönlicher Bekanntschaft weiß, daß Vogel und Löbenstern in Alten- und Burgkaudstadt und Dachauer in Redwitz tm Laufe diese« Jahre« sich haben «mfaebmen lassen! Wann werden »eine bayerischen und speziell fränkischen College» au» dieser Lethargie erwachen und sich sämmtlich um da» Banner de» Verein» staaren? Wann werden st: einsehen, daß ste durch diese» Band sich die Achtung erzwingen, die bisher den Einzelnen ob seine» Alleinüehen», und weil er im Alter hilfsbedürftig und der Gemeinde eine Last war, verweigert wurde? Der G.-meingrist ist noch schwach; da» materielle Interesse überwiegt noch da» Ei haben« der dem Allgemeinen zu Gute kommenden Thätigkeit und Aufopferung.' Wie wäre e» doch so herrlich, wenn Deutschland» jüdische Lehrer sämmtlich in einem Bunde vereint wären, der stch da» Ziel gesteckt hat. sich einander materiell und geistig zu unterstützen — durch pädagogische Erfahrungen, mitgetheilt in dem Central-Organ „Jsr. Lehrer* und durch die Bereitung eine» sorgenfreien Alteis! W>rd dieser Egoismus und Separatismus nicht bald dem Besseren Platz machen? *) Nicht von uu'erem bisherigen beherrsch«, Lorrespondentcnt «cd. E» ist dies« Lauheit um so betrübender, wenn man überdieß steht, daß L.'hrer anstatt dem vereine sogar der Würzbnrger Partei — die. doch principiell dem wissenschaftlich gebildete» Lehrer und drßhalb auch dem vereine gram ist — ihre F der widmen. So posaunt j:tzt E. M. (Lehrer Samuel M as in Reichmannsdorf) durch Würzburger Zeitungen da» Lob de» Rabbiner» Bamberger versweise in die Welt hinru», und in einer jüngst gelesenen Ueberströmung seine« poetischen Gefühlverdammt er sogar — wahrscheinlich seinem Ideale zu lreb — die Aufklärung al» ein falsche» Licht — was die Ungeister schon von je gethan. Herr S. M. kann sich wenigsten» freuen, durch dies« Aufkläruug — er soll wirklich ein gelehrter Mann sein — doch nicht selbst von d'n Ideen der Zeit angesteckt und verunreinigt worden zu sein! Wollen Sie «eine Worte, besonder» in Bezug auf S. M. doch nicht so deuten, als ob ick Parteiungen mnrrhalb de» Verein«, innerhalb der jüdischen Lehrerwelt, die jener umschließ •» sollte, das Wort spräche. — Gott behüte den Verein vor solchen! — er soll ja alle jüdischen Lehrer verbünden; er soll und wird sich nur um die Lehrer, nicht um ihre religiöse Richtung kümmern. Er wird nur »Ackawa* d. i. Liebe säen. Desto trauriger ist», daß gleich Anfangs jene Parteiführer die schwa-ze Kriegsfahne «ufzogen und den Verein perhorrcszirtrn. nur weil er von Männern avsgeht, die nicht zu jener Partei zählen. Ist da» jüdische WohltbStigkeit? Freilich wäre cs schön, wenn auch alle Lehrer endlich einmal den chassidischen Plunder, durch den ste sich -'eich unseren Schwazröcken einen Heiligenschein geben, um fick ihn bezahlen zu losten, über Bord würfen, und dafür eine echt jüdische Religiöfirät übten, die sich nickt blo» durch Formen, sondern hauptsächlich durch ein moralisch»« und werkthätige« Leben äußert. Die in der Wahl eines Rabbiners in Kisfingen unterlegene fromme Partei bat e» — wie man mir schreibt — d >rch ihre Ränke und Agitationen dahingebracht, daß entwed r dem Gehalte de» Rabbiners 300 fl. zug setzt oder da» Rabbinat aufgelöst und denen Würzburg». Schweinfurts und Gersfeld» znaetheilt werden solle. Im letzteren Falle — diese Partei spcultrt dar ms. daß die Gemeinden E st-'re» verweigern werden — hat sie doch die fromm: Freude, daß auck der aus der Wahl hervorgegangene Rabdina Scandidat Dr. Sckwab. ein zeit em!ß oe« bileeter Mann, seinen Sieg nicht benutzen kann. Werden ihre sauberen Pläne gelinirn, werden die Gemeinden für Auflösung stimm»? In rin m der von der Würzburger Hyp rerthcdcrie vor der Wahl versandten Eiiculare, von denen ich Ihnen, ihrer künstlerischen Abfassung und ihre» entspreckenlen In Mt » (?) wegen, vielleicht nock Eremblare beilegen kann, geriet sich d eselbe als die Beschützerin der Schule und de» Leh ers! Wir danken für diese Unterstützung, für diese Aufsicht, die sich, de» kanntl'ch nur in dem-Aussäen von Z.ri»tracht zwischen Lehrer und G meinde äußert, und in diesem Sinne hat sich auch da« alle-b. Relc. v. 14. Avril c. der Lebrer geg-n die auch bei unseren Frommen anstauchenden hierarchischen Gelüste anzenommn. — Di- Gnade Gottes wird weiter mit rn» fein, und. wie Er Israel leitete bi« heute, so auch wird Er fnn:r fein A>ne über uns offen ballen — Tag und Nabt. X. vcr Zins und Wnchtr der Juden. (Schluß-) So gern man nun aber auch J-iden den A'N» gestaltete, weil man, durch tie Macht d'S B rkchrs sich dazu oejxflium sah Christen gestrttcte man solchen immer nock n-ä-t. Es ist uitür ich hier nur von dem kleinern.Verkehr mit Handwerkrrn und kleinen Geschäftsleute», von de« G.ldvcr.chüssen und Da,«