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Der israelitische Lehrer · 1865-06-08 · 23 (8.6.1865) · p. Seite 91

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
5 (1865)
Issue
23 (8.6.1865)
Date
1865-06-08
Page
Seite 91 (sequence 3)
Language
German
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91 Heißt eS doch rwiuvu Mi oyj rn non. Darum ist zu constatiren, daß es dem Lehrer noth thut, sich stets seines Zieles klar bewußt, mit sich selbst einig, und festen Fußes zu sein. mt£\s mrro ncoi 2'v nso* 121 by bwa (Sprw. t 6, 20.) Anhang. Ein methodischer Wink. Nicht genug zu empfehlen ist für die Erleichterung des hebräischen Unterrichts das frühe — selbstverständlich nicht forcirte — Schreiben der Quadratschrist. Es geht dies ungemein viel leichter, als derjenige, der es noch nicht getrieben hat, vielleicht glauben möchte, und war mir schon sehr oft ein äußerst willkommenes Mittel mehr zur freudig vor sich gehenden Selbstbeschäftigung der Kleinen. Es läßt sich sogar die Kenntniß der Buchstaben leichter lehren, respektive befestigen, dadurch, daß man diese von dem dlem rinala q, dem eigentlichen Quadrate, ableitet, d. i. durch Weglöschen einzelner Theile und beziehungsweise Wiederhinzufügung kleiner Theilchen vor den Augen der Kinder — am besten durch ihre Thätigkeit selbst — entstehen läßt. Ich schreibe viele solche c an die Tafel und laste die Kinder Theile des Buchstabens wegwischen. Z. B. Lösche die wagrcchte Linie unten! (gibt n) jetzt von der senkrechten Linie links die obere Hälfte (gibt n). Lösche die wagrechte Linie unten, dann die senkrechte Linie links (gibt 1) , jetzt lösche ich die obere Ecke rechts und forme sie rund (gibt 1). Lösche die senkrechte Linie links, dann die obere und untere wagrechte Linie beinahe ganz — bis auf einen kleinen Rest — (gibt;). Füge ich da unten rechts ein kleines schiefes Strichlein zu, so gibt's 5. — Lösche die wagrechte Linie oben! (gibt a). Jetzt schiebe eine senkrechte Linie ein! (gibt fr oder fr). Lösche die senkrechte Linie links, dann die wagrechte Linie unten zum Theil; jetzt setze ich oben links eine Linie zu (gibt b) oder eine Linie unten links isolirt (gibt p) u. s. w. alle Buchstaben mit Ausnahme von i :fsy n. Skecensiou Unter den .zum Gedächtniß des verstorbenen Wiener Predigers I. N. Mannheimer gehaltenen Reden erwähnen wir heute die uns vorliegende, beim Trauergoltesdienste in der Prager Meiiel - Synagoge vorgetragen: ,Ein Mann und ein Mann, Gedächtnißrede rc. rc. von Dr. A. Stein, Rabbiner. Prag. S. Freund Wtw. & Comp." Wenn wir hier wiederholt auf Mannheimer zurückkommen, so liegt die Rechtfertigung dafür wohl darin, daß selbst der Lehrcrwelt die Bedeutung M.'s vollständig zum Bewußtsein kommen muß; denn M. hatte diese nicht in dm fem liegenden Resultaten gelehrten Forschcns, sondern in den für die Gegenwart wichtigen Erfolgen praktischen Wirkens. M. ist mit der Schöpfer des modernen. geläuterten und geordneten Gottesdienstes. Wir verkennen nicht/welche Bedeutung die Pflege der Wi'ffcnschaft für das Judenthum hat, aber es will uns bcdünken, daß der Stillstand in der Verbreitung und Fortentwicklung des modernm Synagogal- Cultus, ja die Opposition dagegen, theilweise durch eine gewisse Vernachlässigung der naheliegenden praktischen Aufgaben des Judenthums Seitens mancher Rabbiner verschuldet wird. Die oorliegmde Rede hebt mit Recht hervor, wie segmsreich in dieser Beziehung M.'s Wirksamkeit gewesm, und wie er hierin heute noch Anderen als Muster dienen sollte. Die Rede basirt auf Psalm 87, 5: „Zion wird verkündet: Ein Mann und ein Mann wird in ihm geboren rc.," wonach M. als Mann und als ganzer Mann in seinem Hause, in seinem Berufe und unter seinen. Mitbürgern geschildert wird. Wir tadeln diese Deutung der TexteSworte nicht. Der Redner verwahrt sich nur gegen die beliebt gewordene gezwungene Deutung der Schriftworte in dm modernen Predigten. Derartige Anlehnungen (xrocox) bei agadifchen, ja sogar halachischen Auslegungen der Schrift sind indeß uralt und schon von vortalmudischen Zeiten her bekannt. Dem Redner, der, wie auch ausdieser Predigt hervorleuchtet, durchaus nur wahr sein will, scheint diese. Art der Deutung, — vielleicht auch wohl nur, weil hienn manche Prediger zu extravagiren belieben, zu — widerstreben. Er spricht hierin vielleicht nicht ohne Nebenbeziehung auf seine nächste Umgebung und hat in seiner Deutung der Textesworte auch wohl nur dem in derselben herrschendm Geschmacks nachgegeben. Denn ohne mit dem Redner das schwierige Beiständniß der betreffenden Psalmworte zu verkennen, glauben wir, dieselben wahrer und richtiger zu deuten, wenn wir den in dem Psalme hervorgehobene» Gegensatz zwischen Heiden- und Judenthum darin suchen, daß jmes als particularistisch hingestellt wird, in jeder Stadt und in jedem Lande nur die bezüglichen Urbewohner als berechtigt anersennend (dk? id' n;), alle Anderen aber als barbari ausschließend. Dieser Exklusivität entgegen wird der Universalismus dcS JudenlhumS gerühmt, worin Jedermann (»\xv v'x), auch der Ausländer als gleichberechtigt gilt, wie wenn er darin geboren wäre (na -b'), ganz entsprechend dem mosaischen: inx astpci nrw min mrao ,dW. Wiederum nicht ohne Rebenbezirhung auf seine nächste Umgebung und eigene Erfahrung schildert der Redner M.'s manhaftes Benehmen auch seinen College« gegenüber, von denen er sich nicht in Stolz abschloß, über die er sich nicht in Anmaßung erhob und welche er nicht in Selbstsucht von Ort, Person und Amt fern zu halten bestr.bt war, sondern denen Allen er in freundlichem Entgegenkommen und in cnllegialer Weise Recht und Würde zuerkannte, wie sich selbst. Es ist bekannt, wie Kämpf und selbst Rapoport dem Unibau der Meiseler Synagoge und der Ausdehnung der angehürigen Gemeinde, der Anstellung Stein's und zuletzt noch dessen Gleichberechtigung als Ribbiner aus egoistischen Gründen, wenn auch wirkungslos, mit allen Kräften entgegengearbeitet haben und bis auf den heutigen Tag nicht collegialisch mit Stein verkehren. An diesem G'gensatze unseres Py pnäen Geschlechts tritt die Riesengröße M 's erst recht hervor. Dies alles macht die Rede in mehr als Einer Beziehung interessant und lesens«, werth. 3t.

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