Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 5 (1865)
- Issue
- 23 (8.6.1865)
- Date
- 1865-06-08
- Page
- Seite 90 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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90 sehr bezeichnend sagt*) bä/ uxhec Den gegebene» Perhättniffen irgend Mögliche zu erreichen strebt," daß sie aber ihre Bestimmung aus dem Auge verliert, ihre Aufgabe verfehlt, wenn sie im Uebersetzen zu extensiv verfahren will. Im Anbetrachte der vielen wichtigen obligatorischen Unterrichtsgegenstände, welche der stufenmäßig fortschreitenden Uebungen so mannichfache bedingen — Fertigkeit in der Muttersprache (Styl) Orthographie-, Zahlenlehre — und in heiliger Anerkennung -des Grundsatzes min -nrrPn behaupte ich, daß in der Regel eine allen unfern Kindern so noth thuende Kenntniß, Liebe und^Verehmng ihres Judenthums durch das Uebersetzen aus dem Hebräischen nicht erzielt werden kann und zu befürchten steht, daß man. wie Wurst sagt, am Ende gar kein Ziel erreicht. Fassen wir darum die verschieden gestalteten Schulen näheres Aug! I. Handelt es sich um Knabenschulen, in welchen zur Erlernung der hebräischen Sprache und Literatur hinreichende Lehrkräfte thätig sind, so mag dieser Unterrichtsgegenstand ganz als eines von den mjnr -or6 .pKtr behandelt werden. Die Väter, welche ihre .Söhne solchen Anstalten überweisen, werden in Betreff der Marime cy min ns’ jHn -,-n sich zurecht zu finden wiffen. II. Den soeben verzeichneten Schulen am nächsten stehend, d. h. zu etwas gesteigerten Ansprüchen für das hebräische herausfordernd', werdm Knabenschulen zu registriren sein, wenn in einer größer» Gemeinde die Trennung der Kinder nach Geschlechtern geschieht. II l. Die nothwendige Parallele zu der in der vorigen Rubrik bezeichncten Schule, wäre eine Mädchenschule mit allen Jahreskursen. Hätte ich mein Urtheil für eine solche Schule abzugeben, so würde ich mit Herrn Plaut (Nr. 7 S. 35) «eit weniger dafür stimmen, die Gebete ganz ohne Hereiuziehung der Grammatik zu ülnrrsetzen, als die Uebersetzung ganz auszuschließen. — Meine Anforderung für eine solche Schule wäre: aus den Gebeten mäßig übersetzen, seinem richtige» Verlälrniisc;u ffn anö«r» fflfgfnitänCcn zu verrücken, und ihm ein der Schule im Ganze»-n.-.chlbeiligs Uebergewickt über die selbe» zu gebe» Rur durch harmonische Gestaltung de» ganzen Schul u»t lrichte, durch weises Abwägen von Kraft unv Zeit, die jcdem Uaterrichtsgegiustande seiner Wichtigkeit, seinem trinflusse auf die ttr sammrbildung, und seiner praktische» Rothlvendigkcit nach, zukömmt, gewinnt tie Bildung des Menschen im Allgemeinen, schreitet er in seiner Beivcllkommnung fort — wi:d also reli.iiöser.' Sie sehen alio, daß ich «eit davon entfernt war. dem Lehrer mehr zuzumuil-en, als sich mit dem Woble d-.r Säule »erträgt. Wenn iS nichtsdestoweniger dort ein sehr weit gehendes Material behandelte und aufnabm, so geschah es nur, um eben di« methodisch« Anlcjtung bis zu dem höchsten Ziele zu bieten, und als» einen h.rmonisch adgerunceten Ünterrichlsgegenstand aus dem Hebräischen zu machen, ihn aus dem bbaos, in dem er fich befand und an vielen Lrten leider noch bestndet, herauszuzieben und in einer würdigen, der Gejommtbildung förderlichen, mit den andern Gegenständen in der methrtijten Behandlung ebenbürtigen, ähnliche „formale' Ziele erstrebenden Weife umzugestalt>n. * Das, was dort aufgefübrt wird, nur in d.n allcrseltenste» Fällen gelebrt werden kann, ist m>r bc kannt, dock werden Sie mic Ihre Zustimmung nickt versagen, wenn ick behaupte: Irr 2 Stuneen wöchentlich kann hei richtiger metko bischer Behandlung für bleibendes und fruchtbringendes, den böbcren Stufen immer zu Gute kommendes Wiffen mehr gele: -i -.de» bei planlo'em Versal ren in 2 Stunden rögUch. — Red. *) ,2ft. Lehrer» 18jl Rr. 29 S: 114. j langsam fdrtschreitend, dabei sprachlich bildend zu verfahre». § (Kenntniß des Artikels, Biegungslaute des Substantivs und I Verbums . rc. Correctes Schreiben der Monate, Fest. » und Frtsttage.). I IV. Für Schulen, in welchen Knaben und Mädchen * vereinigt, jedoch unter zwei Lehrer als untere und obere Klaffe verthcilt sind, würde ich 1 a) als Lehrer der untern Klaffe (Kinder bis zum . und 10. Jahre) ganz denselben Grundsatz wie aä lll. fest . hatten, etwas Gebet - Uebersetzung, oft wiederholt, sprachlich z bildend behandelt. ff I l»> 1. In der untern Abtheilung der Oberklaffe möchte z! es vielleicht de» Unterricht vereinfachend fein, wenn man » j aus den von der Unterklaffe übertretenden Knaben und k! Mädchen mit den Nachzüglern von den früher Eingetretenen k I eine Abtheilung combiuirt, welche kleine Abschnitte aus dem s! Pentateuch übersetzt, nicht in der Absicht, auch für die Mädchen einen gründlichen vorn Unterricht zu versuchen, sondern um die Schüler mehr zu concentriren, die Zeit und Kraft des Lehrers nicht z» zersplittern. b) 2. In der oberen Abtheilung der Oberschule tritt vielleicht der Fall ein, daß der Lehrer die Schwierigkeit, welche die Gemeinschaft der Knaben und Mädchen unver- - meidlich bereitet, leichter dadurch hebt, daß er den Penta- [ teuch in die letzten Schulstunden (des Nachmittags) verlegt, nur die begabten Mädchen theilnchmen läßt, die minderfähigen entläßt, als daß er die sämmtliche weibliche Bevölkerung besonders beschäftigt. Unter allen Umständen aber wird die Ansicht des Herrn Plaut von der bei weitem größten Majorität der Lehrerwelt als abnorm zurückgewiesen werden. V. Die Religionsschulen, d. h. die Schulen, dere« Schüler zur Erwerbung der sogenannten profanen Kenntnisse unv Fertigkeiten die christlichen Schulen frequmtirm, zerfallen in verschiedenen Kathegorien. Meistens verdanken' sie ihr Dasein dem Umstande, daß die Eltem (die Gemeindevorstände) die für die Etablirung einer Elementarschule vom Staate geforderten Bedingungen nicht erfüllen können oder wollen. Ost stehen solchen Schulen nur ipenige unbe queme Unterrichtsstunden zu Gebote, um nicht mit den an der» Schulen zu collidiren. Dagegen eiibt es Religionschulen in Dorfgemeinden, deren Schüler im Sommersemester schon Morgens um 7 oder 8 Uhr für den ganzen Tag von der Elementarschule frei sind In manchen Staaten sind auch die Religionslehrer von der Negierung bestätigt und I dürfen ohne deren Bewilligung nicht entlasten werdm; in . andern hängen sie von Launen und Willkür ad, und wer- 1 den fast wie die Kleider mit Sommer und Winter gewechselt. ■ Was ' läßt sich Betreffs dieser Schulen für den Unterricht [ im Hebräischen feststellen? VI. Letztens komme ich wieder auf die vollständigen Elementarschulen zurück, über welche ich bereits oben meine Meinung abgegeben habe. Ich bin weit entfernt zu sagen: 'njn 183p; aber es. sind mir Fälle bekannt, daß ganz steißigen, gewiffenhaften und berufStreuen Lehrern wegen . ocs hebräischen Unterrichts empsiidliche Unbilden erwachsen I sind. Wie kam dieses? So sollte es doch nicht sein?