Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 5 (1865)
- Issue
- 21 (25.5.1865)
- Date
- 1865-05-25
- Page
- Seite 82 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Lesebuch thut Noth, das in anmuthigen Erzählungen, Beschreibungen :c. die Oekonomie behandelt. Das Rechenbuch, die Auisatzlehre müssen ihre .Stoffe auf unserm Gebiete sammeln. Ich bin in der Abarbeitung eines Katechismus über Wiesenbau begriffen und werde ihn den Lehrern der vmgegend vorlegen. — Daß die Seminar:en, wenn es besser werden soll, an der.Reform Theil nehmen müssen, versteht sich von selbst"" - In wie weit dieser Mann recht hat- und wo er' über die Gränze geht, wird der denkende Lehrer herausfinden, zur Unterscheidung des Fornralen vom Realen. Tie Forcirung des Realen, Spezialen, zum Nachtheile des Allgemeinen von der eben angeführten Seite ist indeß harmloser Natur, unschädlich, weil die Durchführung fast unmöglich ist. Weit gefährlicher ist die Kehrseite, die Realifirung durch das Lesebuch. Das. Lesebuch, ja das Lesebuch, es ist zum Sündenbock, zum Lastträger aller Realitäten geworden, die es stückweise, ohne Zusammenhang, zusammengerafft aus allen Gebieten der Wissenschaft, vereinigt. Wir - haben cs mit der eigentlichen Ausgabe des Lesebuchs hier nicht zu thun. Diese ist zu groß, zu.wichtig, als daß Zeit, Aufmerksamkeit und Kraft der Schüler, die dem Lesen zugewandt werden sollten, durch Näschereien in den verschiedenen Realien zersplittert und vergeudet werden dürften. Die Lesesiunde soll keine andere überflüssig machen können. Das Lesebuch 'oll nicht das. Büchlein für Geschichte, Geographie, Sprache ec. vertreiben. > Wem das Lesen an und für sich der Realität, (positives Wissen!!!) entbedit, der findet sie in den Realien nicht. Oder glaub: man dadurchdem Sprachunterrichte einen Dienst zu leisten, wenn hier ,mH dort vor den Lesestücken zahllose Dingwörter oder Zeitwörter vorgedruckl stehen, daß vor all den 'Nacktheiten den Schülern fröstelt und vor den Augen flimmert? Der Tag ist kurz, der Arbeit viel, und die Eltern wollen mcl;t vielerlei Bücher awchäffen. Da hat das Lesebuch denn nun auszuhclfen. Mag es auch -einzelnen genialen Schulmännern gegeben sein, durch Lehrkunst. und Wissen in allen Fächern die Lücken auszuiullen, weicheauch das umfangreichste Reallesebuch in cen einzelnen Realien lassen muß, und die auf allen Seiten desselben'abgebrochene Fäden durch den lebendigen Unterricht zu verweben, 7— einem solchen Genie in der Lehrkunst wäre dann ja auch das Eine Buch überflüssig — die große Mcbrbeit der Lfdrer wird ein solches Wunl i, den größeren, sondern auch in den mittleren und kleiner» ^- Städten geltend. Es entstehen höhere Bürger-,.Rektorat-, Real-, Töchterschulen u. s. w. Da muß die isr. Elementar - schule durch ihre Leistungen der Sucht vieler Eltern, ihrej^., Kinder entweder gar nicht in die isr. Schule zu schicken, w* oder sie frühzeitig aus derselben zu nehmen, entgegen arbeider len. Welche traurige Folgen jenes Verfahren vieler Eltern, für das religiöse Leben und den gründlichen Bildungsgang der Kinder haben muß, das soll der Gegenstand der Erör, terung in emem ferneren Artikel sein. — Halten wir also unsere Schule fern von dem mißverstandenen Realismus! Sir muß ein Ganzes bieten, dessen einzelne Theile gründlich durch- und ausgearbeitet werden. T., fli Correspondenz. Kacsfalflu in Ungarn, 27. April 1865. Allmälich tretetJ auch b;i u .S eilte A nderung ein. Die bo^e Regierung, dir i bieder die jüdischen Gemeinde-Anstaiken wen>g beachtet, räumt!- Viel-:» das Recht ein, staatS-.iltige Z.-u,misse ansiolgen zu können/ Zu denen gehören Szegedin, Großwardein Kanisa, Bonyhad, Arad, Veßprim,!otis u. a. m. — D:e Morgenröthe lächelt uns günstig zu ,->2v," und' d e Ge ster des Forscheich scheinen die Fesseln des Schlafes von. sich geworren zu haben. So seheij wir in den Schulen des nördliche» Ungarns ei« Regsamkeit nch eniwicklcn, die uns zu guten Hoff ungen berechtigt. Auch kre Lehrer haben ihre Ldäligkeil auf dem Gebiete der Entwicklung begonnen. In S. a. Ujhelstad nach Verlaut dreier Monate zwei Neligionsdücher erschienen, beide in der Landessprache. 1) enp j’jopo von J'aac sttojenmeyer; da» Buch ist bereits tu diesen Blättern bechrochen worden. Der 'Jiintc entspricht dem Inhalte nickt ganz und es würde ein Kunliger der b dräiscken Sprache unter enp ’x-yo viel wellig r suchen, alt er nndrt. Man sollte m inen, das Buch spricht'üoer die Feste, denn xips -.st ci» or. I: ock das tdut nichts zur Sache, der Inbat d^s Burv.s -st im All.cm.'lnen sehr lehrreich, onzitbend un) tation-ll ni.dergeschrwbcn. Dürfen wir zur eine künilige Auflage Wünsche ausspr chen, so wären cs d.e, daß r w i tt 9 4 i H l s 1 die jebu P.agen Sete 31 nicht ,p.c cll ausgezählt würden, die dem Kinte wenig Mat.-rial zur Erk nn »iß der jüdischen Gederwerk nicht zu Stand? bringen. Aber wie viel Vorschub den Lässigen, eine wie leichte "Ausgabe den Anfängern im Amte wird'geboten in dem glänzenden Schangericbl, das von io vielem Schönen nur Proben zeigt! Der Olwrflächlichkeit und dem Phrasenthum wird ein weites Feld geöffnet, darin das :)toale keinen Grund.und Boden finden kann. Piögcn die Biloungsverhältnisse,-. Zeit und ökonomische Einschränkung viele Landschulen aus die äußerst enge Gränze zurückdräna.n, das ist zu beklagen, — die i>r. Lehrer und die isr. Schule sind nirgend ans diesen Nolhbchels angewiesen. Das höhere, höck ste Ziel muß von uns angestrebt werden: davon hängt für. die Zukunft die Existenz, der isr. Schule ab. ' Die Eoncurrcnz der Schulen macht sich nicht blos in sck.ckte li-firn. Laß aber der Herr Verfasser ein rrwab:.t und d.» rituell n Brauch von m->2i.N Lvansühit, scheint m.err d>m.bislssch.-:r Otnun: Rechnung -u tragen, was ab» mit dem .imnv ■'iTXDt onpic px ra'tisch eine Erüäruna finket. W r wunschtin auck. daß d s ersten ssreiheits iedes d-r Mensche» Erwähnung a:sckt-en würde. Die G setzgekung ist treiflick wieder cgeben.. Warum wo:l ab r die (KesLi llte Korah fch'.t? Auch Moses Tod dürste ausjüLrllcker bcsprocren kein; denn ,->v2 3.M3', dX'2» '23 n-DPn nx;n n-vm nx Deut. 61. 22. darf nicht ü.e-s b n wäreen 'Aach n den Prophet n jollie der ida.ckpf des Barak. Taolds FceundsLat zu Jonataan, d.r Traaergesanz ü!'er -aul und Ienatdans Tod erwäh t werten. Auch die M ecabäer j-ä st.-n ou-führicher bchaideit werden, denn warn« soll tiewr Deckte Natmnalkawpf die Irden nichr crnutbigea 2id>l7 "X 'ttm:? Die E nrachheit und Verständlichkeit der Sprach^ ist mustcrra't. Mög: rer Herr V rsasser fort fabren, seinen Fleiß der Jugend, sein: Thäligkeit der Schule zu widmm. 2) mtnsei rrox R/ligionslehre von Ralhrn Fischw. Das Buch ist uns' bis zur Stunde noch nicht zu^elommcn; wir