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Der israelitische Lehrer · 1865-05-04 · 18 (4.5.1865) · p. Seite 70

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
5 (1865)
Issue
18 (4.5.1865)
Date
1865-05-04
Page
Seite 70 (sequence 2)
Language
German
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70 hohe Bestimmung vorschwebt, so ist es wohl nicht minder wahr, daß sie diese ihre Bestimmung noch nicht allenthalben erreicht und daß noch Viel auf diesem Gebiete gesäet und gepflanzt wird, dessen Früchte erst für die Nachwelt genießbar sind. Erkennen wir es aber auch an, daß die Volksschule große Schwierigkeiten -zu überwinden, immense Hemmungen aus dem Wege zu schaffen hat und daß oft unsere Saat von den umgebenden. Verhältniffen erstickt wird. Sei dem, wie ihm wolle: wir Volksschullehrer haben die Pflicht und das Bedürfniß, wenn wir anders diesen! unserm schweren, aber edlen Berufe und dessen Anforderungen genügend entsprechen wollen — wir fühlen es tief, daß wir uns'nach Mitteln umzusehen haben, die «ns unser aufreibendes Amt theils erleichtern helfen, theils uns befähigen sollen, in kurzer Zeit Diel zu leisten. - (Forts, folgt.) Correspvndenz. Alzey. Auch die .Didatkalia" (2). April) brachte die Mittheilung von der Seligsprechung d s Pater von Lrbues kP.dio Ardues de Epila). Groß'.nqu sitors von Aragonien, wie sie, dem .Later and" ertn mimen, mit oder ohne Absichtlichkeit die;Kun« durch so viele Blätter gemacht bat. Ja Rom scheint diese Seligip echung mit Absicht betrieben und gerade in unsrer Z.iti— als Kennzeichnung für dieselbe und wohl zur. Bewahrheitung der jüngst so vielfach und so sehr gerühmten Toleranz Roms (?) bewerkstelligt worden zu sein. Daß man den in früh reu Jahrbund.rten zurückgcwitsen.n Prozeß für die Seligsprechung gerade dies 4 Häuptlings der spanischen Jnquisiton in unfein Tagen aufnimmt und dabei hervorchebt, daß Juden (?) d e Anstifter 'es Mordes gewesen, wie sie mit „Schrift und Geld" beute roch unter den Feinden der Kirche seien, muß Jedem auffällig sein. Un so Mnbeereistichcr ist e», wenn f.lbst liberale Blätter die nackte Thatsache uacherzählen und weder ein Bcrständniß für die tiefer liegenden Gedanken, noch rin Wort der Abwehr dagegen Kaden. — Ferdinand der Katholisch: vertrieb bekanntlich tie Juden aus Spanien. Biele nahmen tama S zum Scheine das Ehr.strnthum an, lebten aber heimlich a'S ^uden. Roch heftiger und grausamer alS gegen die Juden wüthete die Inquisition gegen diese Echeinchristen. Trotzdem ward die Jnquffition auch von den w rklichcn Ehristen gefürchtet. Snagrssa. wie das ganze Arazenien, wo sie eingeführt werden sollte, sträubte,sich besonders dag gen; aber umsonst. Das Haupt der Jrquisition in dieser Stadt war P-kro Arbues de Epila. AlS die friedlichen Bemühungen zur Beieitigung der Inquisition nicktfruchteten, zeltelte Perez SancheS eine Verschwörung gegen das genannte Haupt derslben an. Die Judenchristen wurden zur Theilnadme an dem Verschwörungkplane, als mit in ihrem Interesse liegend, gezwungen. Sie mußten dar Geld zur Ausführung deS Mordplancs lieiera. ES wurde ihnen eineLixangseo: tnbution dafür auferlegt. Juan de Abadia miethete die Mörder. Alle diese.waren keine Juden. Der Mord gelang endlich (14?5), die Mörder flohen. Die Judenchristen büßten die Thal. Viele starben deS KeuerloteS. viele im Kerker. Schon damals bemühte man sich, Pdro Arbu s heilig sprechen zu lass ». Wenn er auch auf seinem Sierebe't. für die Mörder gebetet hat, — man hat vawa's, wie tu keiner Zeit, solch n Worten der. Sterbenden zu Gunsten der Ju'cn Gehör geschenkt. Zär Aufreizung gegen die Juden würbe bierzegen ein wahrer Götzendienst mit dem semorderin getrieben, eine Statu: wurde seinem Andenken errichtet und überall sein Bkrdienst um Ausbreitung deS EbristenthemS und Vernichtung der jüdischen Ketzer gerühmt. Das ist Petro Arbu.S, der jetzt »heiligt gesprachm; daS die Belheiligunz der Jude, an s inem Morde. — Roch drei Jahre später empfanden du Juden daS Nachzitt.rn der aufgeregten Wogen. So lange wüth.-tr mit teuflischer Rachsucht und fanatischer Bosheit die Jnqu stiio, unter ianen. l488 wurde noch dem hochzest:llten Bicekanzle, von Aragonien, Alfanso deEabalerln, welcher von jüd. Abkunft,, der Ketzerei verdächtig und der Thcilnahme am Mord« an geklagt war. fict Prozeß gemacht. Seine Stellung und Macht, ser, Einfluß und Reichthum retteten ihn. Er wurde sreigejproche, und, wie zur Rechtfertigung vor den Augen der Welt, verhei, rathete man seine Töchter mit tohen Granden und seinen Sah, mit ei»er EnkAin des KöniaS, Base deS späteren Kaisers Earl v Feinde der Kirche, durch Wort oder That, Schrift und Geld.. , waren die Juden weder damals, noch sind sie eS heutig DaS Judentbum ist principiell solchen feindseligen Gesinnunze, ' und Bestrebungen fern, und tie Gunst der Zeilen konnte sie nie -dazu »ntreiben. Das Judenthum predigt Toleranz, west Prosen lylenmachcrei weit von sich und überlässt seine Anerkennung und seinen Sieg Gott und der Zukunit; ja, eS rrkennt dem Ehristentau». für die Völker eine Mitwirku-g zur Hstbeiführun, der erhoffte, und erstrebten segensreichen Zukunft, also eine welthistorische B-, 1 deulung, zu; was Zollte bas Jukenthum also zur Feinschast gegen die christliche K.rche veranlassen? Selvst der harte Druck, weichm die Juden von der K-rche zu erleiden batten, trieb sic nicht zur Empörung. Sie ertrugen denselben in frommer Ergebung als ein göttliche- B.-rhängnitz und waren sich aus de, einen Seite zu sehr ihrer Schwäch: bewußt, um Etwada,ege, unt rnchmen zu können, aus der and:rn zu sehr -der göttlicher Hstfe und Erlösung gew:ß, um diese nicht aach ohn: eigen:» Hnzuthun zu erwarten. Auch wo si: heute in besseren B.r;ältniss n leben, haben sie, der virlsataen und langjährigen Kämpfe um d>ese Besserung noch nicht-vcr;ess:it und wssen es ten.n im ner noch Dank, welche im n ihre Rechte zu'omm-n lassen, obgleich es ein Recht ist. welches Hut dem Mensch n geboren wird. Um so auffälliger und bedenklicher crschemt eS, — wir können uns diese» Geka rkenS n cht erwehren, — daß nun die Feindschaft der Jude» gegen Li: Kirche in unfc.tr Z:il her»orhe?en zu miss n glaubt.- und dafür auf die sinfterste Z:t der Jnq,isit onszeschchte zuruckgreisl, an d reu wüthcnd^Verfolzunzen gegen die Jaden (rinnett und kab.i einen Mann .heilig" spricht, der im -sifee für diese Verfolgungen gesallm ist, vorgebend und da» Volk glaub:« machend, daß dies durch Hst Hand oder auf Anstiflen der Jude, geschehen sei. Von der andern Seite ist eS doch eine tröst.iche! Wahrnehmung, daß die moralische Macht des Judenthums' oerat gewachsen zu sein scheint, daß man vi-lleicht diese z> bekämpfen sich ge,wunzen glaubt. „Gatt, der Hüler und Wächter I Israel'-, wird sein Volk petten und beschützen. Ee schlä t ui»! schlummert nicht. Du btauchst nicht zu sü'chten die Schreck, der Rächt und die Pfeileg tie bei Tage fliegen; nicht das Brderben, welches im Dunklen schleicht, und nicht die Pest, welche s am hellen Mittag wüthel.i" Rack dem Feste der Erlösung 5525 (1855). ' Dr. Rothschild. StadtlengSseld (Eine S imul tan sch ule)."st Seitde» erkannt, welche Einwirkung die Schule des Volkes alS desse, I erste Bildungsstätte auf da- Leben deS Einzelnen und der G>< f ") Es ist in unseren Tag?» von ganz besonderer Wichtigkeit, Thatsaäien zu constatirca, die mit so manchen Besirrbanzen dieser Zeit i« Wtbersvrucke stebn. Der vorliegens« Artikel, mit Bewilligung ves g!> schätzten, uns b?freundeten H:rra Berfaffcrs dem „Lchularchv" für die Sächsischen Herzogthümer antaommcn, geigt uns, was wir zu erstrebe», i babin. So lange der Staat, die Gemeinden, die christliche Lchrerwekt ' und die Leiter der Schule von einer Schule, wie die hier geschildert«, ' trotz fortschrittlicher Aeußeruigen sich entsetzen, muffen wir alS .jüdische'! Lehrer für „jüdische" Sckulen agitiren. Wer in Sachen der Humanität. I

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