Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 5 (1865)
- Issue
- 15 (13.4.1865)
- Date
- 1865-04-13
- Page
- Seite 58 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/4896751-5428734-5431480--1037-4897600- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
\ —f- 58 Lchrerirandes erhöhte Achtung vor dem Lehrerstande sowohl als auch vor der einzelnen Persönlichkeit des Lehrers un umgänglich uölhig ist. Vor- Allem sind es hier die der Schule entwachsenen s.rüheren.Zöglinge, die nicht vergessen sollten, was ste ihrem Lehrer,.rhrem El-ementarlehrer, schulden. Und dünken sie sich auch — daß Dünkel und Wirklichkeit nicht rmmer beisammen sind, wissen Sie ja — jetzt viel weis, r als ihr Lehrer, Höherstehend ui gesellschaftlichem Rang und rnl Willen, s.adürsten sie nur einen Blick zurückschicken auf das, was sie waren und was sie -vornehmlich durch die von - diesem Lehrer gelegte Grundlage geworden, dürften"einer ergehenden Blick werfen m die Volksschule, um Dank Achtung demjenigen zu zuerkcnnen, der alles Heilige und Hohe, tief- und cntjede Kraft des Geistes und Herzensdi? in ihnen ledtj wickelte, während ohne dessen treue Wirksamkeit, ohne dessen edle Sorgfalt und Hingehnng diele Geistes - und Her^cnskräfte erstickt wären. Der Mann und das Weih, die die grauen Haare ihres in Ehren, in steter heiliger Hingepung für die Erziehung und geistige Pflege alt gewordenen Lehrers nicht hochschätzen, wahrlich — die haben kein Herz und keinen Geist, sie kennen den Werth wahrer Menschenbildung nicht. — Der Lehrer hat die gegründetsten Ansprüche auf diel Achtung der Eltern. Wie oft müssen wir ihnen sagen,! auch der beste Lohn, den sie ibni geben können, noch lange nicht ein Aequivalent ist für das, was her Lehrer für ihre Kinder thut. Er übernimmt den schwierigsten Thei« des ihnen von Gott irbergebencn heiligen Elldrnberufs. Mögen sich die Eltern nicht vernindüicn durch unzeitiges Kristinen und kleinliches Bemängeln der Thätigkcit und Person des Lehrers. Mögen sie den Lehrer als ihren besten Freund, als den Berather und Mitarbeiter in ihrer heiligsten Lebensaufgabe hochschätzen und werthhalten. Rill guten Beispielen in diesen Achtung und Wcrthschätzung müssen vorangehen die Vertreter der Gemeinden und die Vorgesetzten, -auf daß sie den Lehrer nicht ansehen wie einen abgelohnten Knecht, sondern als einen Mann,.der die Gemeinde erst zu einer Gemeinde macht; sie müpen die Schule anerkennen als eine Anstalt zur Förderung alles Guten. Eine Gemeinde ohne Schule— eine jüdische Gemeinde ohne wohleingerichtete Religions- oder jüdische Volksschule ist e l n K ö r p e ro h n e S e e l eg sie kann die besten bureaukratischen und selbst gottesdienstlichen Einrichtungen Habens sie ist doch ein Nichts, ein Unding, denn ihr fehlt die Zukunft. — Der Lehrer fordert die Ackitung seiner Vorgesetzten; denn gemeinehin ist nur er, Nicht der Vorgesetzte, der Sachverständige, — was freilich, ein nicht normales Verhältniß ist; und zum Heile der Schule verlangt er eine Behandlung, wie sie einem' gebildeten Manne zukommt; keine kritifirende Beurtheilung oder Zurechtweisung in Gegenwart der Schüler, keine Berläumdung hinterm Rücken, kein Hineinregieren - und Befehlen in die Schule, keine Verunglimpfung ^qid Schmälerung seiner Ehre vor seiner Gemeinde. Die. Vorgesetzten sind nicht da zur Chikanirung und zur Unterdrückung des Lehrers, sondern zur Förderung des Schullebens und dem Lehrer zum Schutze. Ter Lehrer fordert-die Achtung und Werthschätzung jedes gebildeten Mannes; denn, , wenn die Reife des Urtheils, das lebendige Bewußtsein vom Werthe der Bildung das eigentliche Kennzeichen wahrer Bildung ist, so muß der wahrhafte Lehrer auch ein jedem Gebildeten gleichstehender ’ Mann sein. Wir sind längst über die Zeiten weg, wo nur der Kenner alter Sprachen, derjenige welcher „Humaniorastudirte, als gebildet galt. So wird auch die Zeit kommen, wo nicht nur hohe gesellschaftliche Stellung und Reichthum ' allein Anspruch auf allgemeine Achtung machen dürfen, wo man vielmehr den Beruf des Lehrers, der mindestens ein so würdiger und hoher ist, als irgend ein Anderer, werth-- schätzt, und demgemäß dem Lehrer die Achtung nicht versagt, d e em so edles Gut ist, die man chm um fernes Berufes Willen nicht versagen darf; und wo man dieser Achtung in : der Gesinnung in Wort und Thal Ausdruck gibt. Leben Sie wobl, verehrter Herr, und gedenken Siel stets in Liebe des Standes, dem in der Heranbildung unserer Jugend^ ein w heiliges und schweres Amt ötroorbenr und seines unwürdigen Mitgliedes Ihres ergebensten X. Corrcsponden;. s l r Bayern im März. Unsere proje'tirte iir. Lcbrcrversammk lung bat geringe Auspizien. Kaum ein Minian von Lehrer», < bat seine Tocilnabmc bisher zuzefart. (5 oll ege Fried in Nürnst berg, wo die Versammlung, weil dock voraussichtlich meisii, fränkische Lehrer siw daoei betheiligen werten, Statt haben foB,!' j bat sich her.'cigelaisen. tie nötbr>n Einleilun'cu zu treffen uni' g te Erlaubnis zu crho-en, was aber/da wir kenn tie polize licke öffentliche Versammlung halten wollen, kaum nötbig sei»; dürfte. Gewiß wird tie Betbeiliguug sich erhöhe», wenn mein,- Eollcgen in Bauern hierdurch erfahren, daß Sie, Hwr Redakteur: je Miri Jbr persönliches Erscheinen uns beehren wollen. Gebery> wir die Shcke vor der Hand noch nickt aui! — Mein Vorraü «, an Jahrbüchern ist nunmebr ver-,risi n.- Dock ni rette ,ch, « f« werden d.ren noch bei Ihnen zurückton men. da die Gleichgültiger' ge tanze zögern, um dann sag-n zu können, cs war ibnen der Abgi sah u»wö,üich. Beispiele sind gehässig! zu Deutsch gesagte», Lindner sink eben dünn gesäet, Männer, welche ihren persöi ' ' lichen Vottheet rn den Wind schlagen und nur das Gute ii Auge haben. Das daturch »n den - Tag getretene Faktum so glänzenden Beth iliguna der Gemeinde Winzburg an Sacke unser s Vereins erinnert an das anders»0 angewandt^ Wort: »Je näher Rem, desto weniger Furckt vor der Tiara!*' — Die Sammlung für die Lehrerbildungsanstalt in Würz cm; bat überall, bespnders au' dem Lande, sehr guten Fortgang. H ist bere chnend, welck' einen Zauber der Name des Hrn. Rabl' Bamberzer auf tie Menge übt. Gebt es überall in dies« Werse fort, so wird ein tüchtiger Fond sich bilden. Dock vk willigen die Gemeinten ihre Beiträge nur aut Zeit. Würd Rabbiner und Lebrer jn unsrer Verein-fache so viel Eifer den Tag legen, es würte auch da Großes zu Stande kommerj Wird jedoch de: Verein einmal sichtbare Früchte bringen, wird auch dafür mehr geschehen, und Ihr Referent würde nii anstehen, dafür .schnorren zu gehen/ — Die „Bauernzeitung/ ein unter dem Landvolk sebr verbreitetes Blatt, hatte mehr einige der landläufigen Ausfälle gegen Jude» gebracht. Nr. st derselben wurde nun meinerseits gebübrend ertgegenj treten. Der Hauptredacteur, der Direktor der landwirlhschÄ licken Schule zu Weihenstephan, Dr. Wenz, hat die Entzegniq vollständig abgrdruckt und 'mit einem wohlwollenden entschuldig» den Nachwort begleitet. Dcch meinen tiefe Herren Wunde kn