Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 5 (1865)
- Issue
- 13 (30.3.1865)
- Date
- 1865-03-30
- Page
- Seite 50 (sequence 2)
- Language
- German
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50 lich wird das, selbst bei dargebotcuer Gelegenheit, nicht Men gelingen; das thut aber nichtL; man braucht ja anch nicht an allen Stellen, so befähigte Lübjecte. Aber, wird man fragen: kann überhaupt eine io weit gebende Ausbildung des Religionslehrers. erzielt werden? Sh-taum ’OÜte ein solches Resultat nicht erzielt werden I können? .Man sorge vor Stürm,, daß die angehenden Lehramtstzandivatcn in das Lehrer Sennnar ausgenommen n erden, damit einertüchtigen Ausbildung in den Elementarsächern ein Hinderniß nicht mehr im Weg stehe; sodann verlege man den Sitz eines Rabbiners an -inen der beiden Seminar orte, dahin nämlich, wohin die rsr. Zöglmge verwiesen werden, und da an beiden'S>nuna-.orten auch eine isr. Genieinde ist, so gebe man dem Rabbiner noch einen anerkannt tüchtigen Religionötehrer zur Leite und während Jener dm < Unterricht in dm trlniüdiichm Fächern und allenfalls noch bibl. Eregeie erthei't, kann dieser Religion^, Gesch.chts- und hebräischen Sprachunterricht ertheijen. Freilich dürf-n die Zöglinge nicht leer zur Anstalt: kommen. Eine tüchtige Vorbildung ist vielleicht dann erst, möglich, wenn im Lande umher tüchtige, nach gegenwärtigcin; Plane ausgebildete Rcligionslchrer angestellt sein werden. Gewöhnlich sind es nur die fähigem Schüler, die sich, dem Lehramte wiomnl. be> dmen xs meistens schön in dem * leyten, wenn nicht in dm litzten-Schuljahren ausgemachte Sache ist, für diesen Perus sich auszubilden. sffimmt - dann. der befähigte Lehrer Bedacht daraus und es folgt nach den gesetzlichen Schuljahren noch eine Vorbereitung von einem j ooer auch iwei Jabren: dann düi-fle in dm ft Jahren am Sennnar, wo wöchentlich 5 t> Stunden für.Religionsunter' - chl v .wei. .l rve-'.den, das gesteckte Ziel wohl zu erreichen fein, Röthigensalls könnte die Bcsiimmnng getrosten werden. daß, wer die Befähigung als Rabdinatsf Substitut erlangen wolle, noch ein weiteres Jahr dem Studium dieser Fächer obliegm müsse. - ' Dmsiostmpunct dürste nicht aus-zu große Schwierigkeitm stoßen Für Beschaffung der Lehrlrästk wird ein besonderes Personal gar nicht nothwmdig' sein,! weil, wie gesagt, nur ein Rabbiner und ein ReligionÄebrer an dm Ort des Seminars öi.igrr! 'zu werd*« brauch-n! t>x ja ohnehin nothwend.g nrd und,dmen nur iu- ,nt>prechrnve Gebatrss eroöhung zugerheiit wer dm braucht - - h Tast'.r nud ffur alieniaMge Ettpend-en sii unbemittelte Zöglinge dü:ste;> o-r Mittel' lercht'zu beschaffen sein. Unsere Lrnro<-sregli-runü und Landesvertrelnng, die human genug waren, für die bestechende nicht zureichende Bildungeanstalt in-ii säl.rlchnBeitrag von mrlirrr.n hundert Eulvm zu verwilligen, werden sich gewiß bereitwillig zeigen, diesen De-trag verhältiußni ästig zu-steigern, wenn eine mehr dmr Zwecke mt'vrechende Ausbildung, der- Religionslehrer erzielt werden soll ' Auch un ere Gemeinden dursten vielleicht zur Erreichung eines so hochwichtigen Zweckes veranlaßt werdm könnm, ihr Scherilein beizutragm. Würden sich dieselbm z. B. dazu vrrstehen, dem jährlich einzahlmdm ',■> Simpel Steuer ,ur Bildung eines Central' Cultusfond nur «och Sinipel hsnznzufngm, io wäre strr diesen hohen Zweck 'ckon eine bedeutende Quelle aufgethan. . III. Wird aber durch diese möglichst vollkommene Au»r. bilduvg des llkrligiouSlehrerS auch eine Verbesserung dessc, finanzieller B.rhältuiffe erzielt werden können? Nach mesnem Dafürhalten ist oie möglichst Hohe Ausbildung des ReligionSlebrers das einzige Mittel zur Hebung dieses Standes in geistiger wie in materieller Hinsicht. Man hat früher zu allerlei Mitteln seine Zuflucht genommen, um das kärgliche Einkommen des Religionslehrers auf dem Laiche in etwas zu steigern. So nanientlich hat man in den meisten Gemeinden die nirntr (dm"Sckächterdienst) out dem Amte des Religionslehrcrs vereint. Man hat in »euerer Zeit auch in manchen Gemeinden unseres Herzogthums wieder nach dieser Hilfsquelle gegriffen, trotzdem, daß, wie oben erwähnt, einer Regierungs-Anordnung zufoläe diese heterogenen Functionen nicht vereint werden sollten. Ich gestehe, so oft ich in irgend einem Blatte eines Religionslehrei stelle ausgeschrieben finde mit dem . Anhängsel: die -E'nr :c.;c. übcrkommt mich ein trauriges Gefühl. Abgesehen davon, daß der Rcligionslehrer, wenn er den dringenden Anforderungen der Metzger genügen will, manchmal (was er als x.-.'ri enr nicht immer verhüten kann) gar in den Fall kommt, in der Ausübung seines eigentlichen und wichtigen Berufs verhindert zu fern - wenn das auch glücklicher Weise in den meisten Fällen verhütet würde; — wie stehet es mit dem moralisch sittlichen Eindruck, den er durch die Verrichtung dieses Dienstes,, oder besser gesagt dieses Gewerbes, auf seine Schüler bewirkt? Mani denke sich den Religionslehrer voll heiligen Eifers mit feinen Schulkinder« spreche« über das Thema: die- Liebe gegen liniere Mitmenschen ist zum Theil bedingt von dem Mitleiden gegen das Thier; wer hart und grauiam gegen das Thier ist, der ist auf dem Wege auch lieblos' gegen den Menschen zu werden *) zur Bekräftigung dieser Behauptung citirt er Stellen aus der Bibel, die uns daS Mitleiden gegen Thiere angelegentlich ans Herz legen, wie: II. B M.'Ä, 4, V. B. M. 22. 4 u. <>, 25, 4 u. s. w. und unmittelbar nach diesen um den wärmsten Gefühlt.« vorgelragenen Sitte,sichren steht der Schüler seinen Lehrer mit einem von Blut triefendem Meffer von einem arme« Stück Vieh weg'pringend, dem er (voll Mitleids?!) de« Hals asgejchnitten.**) Wie harmouirt oas mit seinen vorgttrageuen Sittenlehren? Der Eindruck wird ungefähr dem gleichkommeu, den uns -ein Müßigkeits Apostel zurückließe, wenn nur ihn berauscht im Chauffee-Graben fänden. (?) Und gerade io, wie diese Verrichtung mit dem Amte des Re-, ligionslehrers harmonirt, so verträgt sie sicq auch mit der Function des Vorbeters, wenn dieser vom „Halsabichneiden* weg vor die herlige Lade tritt, nur den alllrebenden Vater, den allgüt.igen Versorger aller seiner Geschöpfe anzubeten. Dtan wird mir entgegnen wollen: das Schlachten des, Viehes geschieht nach bestimmt vorgeschriebenen Ritualge- *) SM-in denke nur das talmutifchf Sprichwort: 21H2S JH R? narwo ckir müssen jedoch aunc-incn, dap die ~'£'rtT gerade ans Rücksichten der Milde gegen das Thier angeordnet worden. — Red.