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Der israelitische Lehrer · 1865-03-16 · 11 (16.3.1865) · p. Seite 43

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Journal
Der israelitische Lehrer
Volume
5 (1865)
Issue
11 (16.3.1865)
Date
1865-03-16
Page
Seite 43 (sequence 3)
Language
German
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43 Von 15—20 und mehr Mitgliedern — ist da eine solche Mehrsumme wirklich so schwer a> fzubrinaen? Gehen Sie doch i, solche Gemeinden und sehen < Sie, welche Opfer sie bringen, «m auch eine prunkvolle Syna; oge zu haben; wie viel sie aufbieten für einen pn, der eine angenehme Stimme hall Hragen Sie einmal in den Däusern der Männer nach, — welche oft am wüthendsten toben gegen eine geringe Gehaltserhöhung der Lehrer, ob eine Mehrausgabe von üi-6 fl. — jährlich! — in ihrenHäusern wirklich in andern Dingen geschont wird? Ach, ich kenne einen Mann, der oft in einem Abend beim Karte i-Spiel 5 und mehr Gulden Mliert, und dennoch ist ihm die Ausgabe von 18—20 fl. Dhrlich für die Religionsgemein ve — für Gottesdienst, und gesammter Unterricht seiner 4 5 schulpflichtigen Kinder «ne sehr große Summe, und er klagt den Borstand der Verschwendung an; er würde,! wenn man dem Lehrer 20 fl. «ehr geben wollte, was vielleicht 80 kr. jährlich auf sein The" machen würde, von Pontius zu Pilatus gehen. Und in größeren Gemeinden? Ach, ich kenne einen Lehrer, der mit 400 fl. mit Weib und Kin > in einer Mittelstadt darben muß — wo für Luxus, für 93< [bereifen, für Gastmäler und Besuche in einzelnen Häusern jä hrlich vielleicht das zehnfache verausgabt wird; wo man sih überall groß zeigt, nur beim Lehrer geizt; wo für alles Geld vorhanden ist, nur für den Lehrer nicht. Genug, ach mehr als genug; ich könnte bitter werden. Mehr Geld! Das ist das Erste, was die Lehrer fordern, mit Recht fordern. Sie wollen leben, wie gebildete Menschen heiltzutage leben. Sie wollen ein bescheidenes Maß geistigen und körperlichin Genusses, wie es ihrem Bildung? stände angemesien ist, ihrem Bildungsstande, der — wenn ihnen auch eben weil sie „gedrückt" sind der .Schliff" abgeht — doch größei itheils dem der besonders unter Zuden die höchste gesellschaftlich^ Stellung einnehmenden und zetzt ein Umstand mahnend an mich heran und zwar: der demnächst zu erwartende Zusammentritt der Nassauischen Ständekammer. Es. hatte v. Js. verlautet, daß mehrere intelligente isr. Gemeindevorsteher 'zusammengetreten seien, um eines zeitgemäße Reform der isr. Gemeinde-Verhältnisse, ganz beson- - ders aber eine zweckentsprechendere Heranbildung isr. Religionslehrer, als bis jetzt, durch Eingabe an die Herzogs. Regierung zu erzielen. Ein in der vorigen nun aufgelösten Ständeversammlung gestellter Antrag dahingehend: die isr. Lehrer wie die der andern Confessionen an dem Schullehrer-Seminar ausbilden zu lasten, welcher Antrag von beiden Seiten der Kammer, in überwiegender Majorität, der Zustimmung sich zu erfreuen hatte, wurde von der Herzogs. Regierungs-Commission dahin beantwortet, daß eine Regierungsvorlage in diesem Sinne vorbereitet werde. Es stehet nun zu erwarten, daß, wenn nur erst die politischen Schwierigkeiten überwunden sein werden, die Regierung diese für uns so hochwichtige Frage auf die Tagesordnung bringen werde. Darum ist es aber auch unbedingt nothwendig, daß Stimmen laut werden, um das, was von einer sachgemäßen Ausbildung der Lehrer zu fordern sei, festzustellen. Weit entfernt zu glauben, daß die hier zu entwickelnden Ansichten die einzig richtigen, oder überhaupt nur die richtigen seien, so dürste ich doch mindestens Veranlastung geben, daß andere maßgebende Stimmen darüber laut werden m'.d mein Zweck ist erreicht. (Fortsetzung folgt.) Umschau. ms seine Bildung pochenden licht nachstehen darsl Seien Sie verehrter Herr jüdischen Gemeinden müsten, stm ihrer selbst willen, dem Lehrer ein auskömmliches Gehalt bieten; und — sie kanten, wenn sie wollen! Mehr Geld! Das ist dir erste Forderung. Erlaufen Sie jedoch in meinem Näckstm anzudeuten, was noch »ehr uns Roth thut und fe en Sie indesten der steten Hochachtung versichert Ihres ergebensten L. Kaufleute nicht nachsteht, und Freund,-überzeugt, die Correspyndenz. Cambergin Rastau, im Die Stellung des isr. I ein Wirkungskreis in d »ei« entsprechend-Ausbi oßderer Berücksichtigun -«rzogthum Nassau.) E8> chnnir die Ausarbeitung dieses muht; allein allerlei Rücksichten rudere, traten hindernd in Aonat Adar5625 n.E. d. W. eligionslehrers resp. br Genteinde und eine ldung desselben, mit bej der Verhältnisse im on lange her ist es, daß Themas zur Aufgabe ge- . theils familiäre, theils dm Weg. Indesten tritt Frankfurt, 20. Febr. Der Berein zur Beföro-rung der Handwerke unter den Israeliten veröffentlichte g-stern seine» treiundreißigsten Bericht. Derselbe umlaßt den Zeitraum ven 1868-65. Als der Verein vor 41 Jahren gegründet worden, traten fast alle hiesigen Gemeindeglieder ihm als contribuirrn^e Mitglieder bei, und befähigten ihn durch reiche Gares, den Unben irtelten unserer nahen Umgegend eine kräftig fließend: Quc!' - bleibender Hülfe zu werdest, dem Hange zu dem damals so beliebten Hausierhandel nachhaltig zu steuern, und daS Fundament 'rur Schaffung eines gedi'genen HandwerkSstandeS zu legen. Doch diese Opferfreudigkeit bat sib, weil Biele glauben, daß die Zeiten für dir Jsraelitm besser geworden und der Verein seine Mission erfüllt habe, verringert. Sie Bedenken da'-er nicht,' daß daS Handwerk bei den Juden noch mcht naturwüchsig ist und noch der Stühe bedarf. Im Ganzen nahm sich der Verein fe t seinem Best hen 062 Knaben (1868—65 deren 48) «n; während die Zahl der von Vercinsmitteln unterstützten Gesell u und Meister 68 nicht überschritt. Von sämmtlichen Unterstützten gehören 628 dem Großh.'rzogthum, 147 dem Kurfürstenthun un-'» ■i7 der Landgrasschalt Hessen an, 31 dem Königreich Bayern 119 dem Herzoglhum Nassau, 1 dem Großberzoztimm Ba'lcn und 62 der Stadt Frankfurt. In die Goldschmidt'iche Stutung, welche fortgesetzt unter der Verwaltung des Verein- 6 hr, wurden in dem abgelaufenen zweijährigen Z itraum , 10 Lehrlinge ausgenommen, deren Gesammtzahl jetzt auf 100 angewacksen ist. D e C. Goldschmidt'iche Stiftung un'erstützt 7 Meist:-, und erfreuten sich seit ihrem fünfzehnjährigen Bestehen 03 Meister dieser Wohlthat. Beide Stiftungen traten überdies noch

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