Der israelitische Lehrer
- Journal
- Der israelitische Lehrer
- Volume
- 5 (1865)
- Issue
- 9 (2.3.1865)
- Date
- 1865-03-02
- Page
- Seite 35 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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I — 35 — .Thora und aus dm Schriften der altjüdischm Literatur, igemlgten, ihres ethischen Inhalts wegen, beidm Pariheim. »Die Vorträge in den Brüderscha tm warm lichtvoll, wmn 'auch auS dm Midraschim geschöpfi, doch in der Weise vorge- ^tragm, daß das moderne deutshe Gewand dem antiquen ^orientalischen Inhalt nicht widersprach. — Es möge, nur ^in einziger Fall erzählt werden! der vor den Gerichten sich -erledigte, um zu beweisen, wie schwierig Hilberths Stellung avar, wie aber Wahrheit und Treue ihm stets den rechten Weg zeigtm. 1 Zwei junge Bachurim kämm von der Talmudschule 'aus Preßbnrg heim nach Niederstetten. Sie gehörtm?den Altgläubigsten der Altgläul igen an, waren tief eingejfuhrt in talmudischer Wissmsch«lft Sohar und Kabala .warm die poetischen Bücher,.die sie begeisterten und ob eines gebrochenen Minhags hatten sie einen Kampf auf Leben und Tod gewagt Ihre Ascetik hat'e sich nicht wie bei Daniel und seinen Genoffen in blühenvem Aussehen kund gegeben und diese jungen Greise bätten genie, wie der Sohn t>es Simon Jochei, Feuer und Schwert auf dieMiodernen Abtrünnigen gespieen. Natürlich wirkte dieser Fmereifer der jungm Prcßburger Hciüigekchrten aus die Sippe der Altgläubigen in Niederstetten und erzeugte wieder einen Gegendruck von Seiten der Modernen. «Schluß folgt.) Necensionen. Lehrbuch der i practiichen Methodik nebst sonstigen Winken zur Amtsführung und Lehrerbildung für Schulamtszöglinge, Schullehrer und Schulaufseher von GeorffLutz. 2 Bände. Preis fl. 4. Druck und Verlag der Schmid'- schen Buchhandlung in Wicscnsteig ' Nach einer kurzen aber inhaltreichen Einleitung stellt 4>er Verfasser zuerst dm Begriff der practischm Methodik fest, geht dann über zur Geschichte der Pädagogik „denn die Geschichte der Erziehung und des Unterrichts ist ein ' Spiegel, worin eine Periode in ihrem eigenthümlichen Licht und Schatten sich zeigt." Hierauf führt uns der Verfasser eine Reihe psychologischer Gedanken vor, beleuchtet die Hauptgmndsätze des Unterrichts, spiicht über die Msgabe und den Lehrplan der Volksschule, und geht dann über zur Behandlung der einzelnen Lehrfächer, die uns s ä m m t l i ch —, untermiischt von aus der Schulpraxis entnommenen Beispielm vorge- Eführt werden. Schließlich spricht der Verfasser über den Lehrer, dessen Persönlichkeit, Vor- und Fortbildung, Lektionsplan, j Taubstummenunterricht und Bücherschau. 1 Der Verfasser ist practrscher Volksschullehrer. Was er' uns vorträgt, hat zwei Vorzüge, die den verschieoensten Werken über Pädagogik abgehcn — es kommt aus dem Herzen und aus der Praxis, aus der Erfahrung. Er -hat das, was er Andern vorsührt, erlebt. Wohl ist es auch ein Werk der Studierstube — dmn es ist ein Ehrevdiplom, das schwerer wiegt als manches von der Universität ausgestellte Docterdiplom, wenn ein Lehrer, ein einfacher Volksschullehrer, ein „Elemmtargeist," inmitten der drängenden beruflichm Arbeit, ein solches Maaß von Wiffm, eine sso durchdringmde überzeugende Sptache, eine so große Belesenheit, so scharfe, klare Gedankm sich aneignet. Dazu gehört freilich ein Leben in der Schule,! auf dem Markte des LebmS, und in der Studierstube. Man erringt „so was" nicht mit Glacehandschuhen. I Für dm Lehrer, der sich über die Äebiete der Volksschule übeir alle Zweige seines Berufes eingehend unterrichtm will, gibt es — außer „Diesterwegs Wegweiser" — kein zweites Buch, das diesem an die Seite gestellt werdm könnte. Diese beidm Bücher ersetzen eine Bibliothek. Sie selbst ersetzen sich freilich nicht einander. Ist das Vorliegende insbesondere ein Leitstem für den angebenden Lehrer, liche Lücken noch auSfüllm möchte, nicht noch derlei so ist jenes Die der so manche bernf- und wer hätte terweg'sche Werk ein Wegweiser" im vollen Sinne d?s Wortes für dm rkenden, strebenden Lehrer, der, wi, auch Herr Lutz sagt, twährmd als Rathgeber und als i nregmde Lektüre auf dein Pult eines Lehrers gehört. Freilich, leider haben gar viele unserer Lehrer (sind's wirklich Lehrer'« —) gar keine Pulte. Das Werk Luz's ist ein wirklich!S Meisterwerk, Luz?uß ein echter Schulmeister sein — ein Ehrmname — it Meister in der Schule. Von i im kann man lemm, ie man unterrichtet, erzieht, lebt und lehrt. Wir können uns nicht enthalten, nachdem wir dm .eichen Inhalt übersichtlich dargestell, noch einzelne Krafttcllen aus dem Buche selbst vorzrführm, damit unsere!?eier wissen, was sie in dem Buche finden, wenn sie es kaufen — und ich hoffe, es werden wiele sein,. die es kaufeq, es ist ein Kapital das, dem Lehrer reichlich«. Zinsen trägt. > j Zuerst eine Stelle aus dein Vorwort, das über den religiösen Geist des Buches uns zi belehren geeignet iss: Ich habe das Buch für deutsche Lei rer. überhaupt bestimmt. Es soll keine evangelische, mosaisch Anleitung zum Schulfach sein." — ,',Siehe, wie die licht« Sonne auf Alle freundlich scheint! Ter Cultus und Glau! e trennt, Wahrheit und Liebe eint."— In der Einleitung sag er: „Eine absolut abgeschlossene, eine unveränderliche Pädagogik und Methodik gibt es nicht. Jede Wissenschaft ford! rt Freiheit der Forschung und diese führt imnier wieder zu n« ucr Gestaltung und Darstellung. Neue Bearbeitungen der Pädagogik und Methodik sind darum berechtigt und erwünscht —, ein Lehrer rechter Art muß sich — trotz aller unangenehmen Erfahrungen jung und frisch erhalten." In den^Geschichte der Pädagogik heißt es (es ist leider auch für stns Juden viel Wahrhe in dem. Ausspruche): „Die tüchtigsten Persönlichkeiten werd, von faden Köpfen und Charaktevn, die oft sblber fühlestwie wenig sie im Leben und im Amte befriedigen, aU Rationalisten, Unkirchliche und Ketzer angeschwärzt. Mieth, lingssinn und Schlaffheit, Untreue und Unzuverlässigkeit zeigt sich oft bei aller äußerlichen Kirchlichkeit. Wo die tfä Thal die reine Gesinnung offenbart, da ist Sittlichkeit und Glaube." — „Die ganze moderne Eultur mit allen ihren Zweigen ist ein Baum der Erkenntniß. Wer einmal hon chm gepflückt, kann und mag nicht wieder zu der verträstmtcn Unschuld älterer Volkssitte und Lebensart, Anschauung und That zurückkehren." — Mtt Recht sagt er: „Die Wissenschaft der Pädagogik und Didaktik ist ohne Ke Geschichte i